Winnenden

Zusatzschilder für 44 Straßen in Winnenden - Was steckt dahinter?

Adam-Müller-Guttenbrunn
Die Adam-Müller-Guttenbrunn-Straße hat ihr Zusatzschild bereits. © Gabriel Habermann

Sämtliche Straßen in Winnenden, die nach Persönlichkeiten benannt sind, erhalten ein Zusatzschild mit Informationen zur jeweiligen Person. Das hat der Verwaltungsausschuss am Dienstagabend (15. Februar) einstimmig beschlossen.

Ursache war unter anderem die Diskussion über Winnendens längsten Straßennamen, die Adam-Müller-Guttenbrunn-Straße. Im Jahr 2020 hatte Willi Halder (Grüne) eine öffentliche Diskussion angestoßen. Guttenbrunns offen geäußerter Antisemitismus sorgte schließlich für die Überprüfung des Straßennamens durch den Gemeinderat. Auch eine Umbenennung der Straße stand zur Debatte. Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth las sich damals in das Thema ein, empfahl dem Gemeinderat dann nach Rücksprache mit dem Hauptamt, am Straßenschild einen Zusatz anzubringen, auf welchem Informationen zu Guttenbrunn zu lesen sind. Neben dem Geburts- und Sterbejahr steht dort inzwischen: „Schriftsteller, Journalist, Theaterdirektor in Wien. Als Heimatdichter wichtige Integrationsfigur der Donauschwaben. Kritisch sind seine antisemitischen Schriften und Spielpläne zu betrachten."

Vorschlag der FDP-Fraktion

Die FDP-Fraktion im Gemeinderat stellte im Oktober 2020 einen Antrag, wonach alle Straßennamen, die nach Persönlichkeiten benannt sind, einen solchen Zusatz bekommen sollen, was im Gremium eine breite Zustimmung fand.

Stadtarchivarin Michaela Couzinet-Weber recherchierte daraufhin zu den einzelnen Namen und übergab der Stadtverwaltung ihre Ergebnisse.

Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth erklärte am Dienstagabend die Hintergründe. „Es ist ein etwas ungewöhnlicher Punkt, den wir heute hier diskutieren“, begann er. Gemeinsam mit Pressesprecherin Emely Rehberger hat er die Zusatzschilder „redaktionell bearbeitet“. „Wir haben gekürzt, dann gemerkt, dass wir zu viel gekürzt haben. Es war ein längerer Weg. Wir sind nach wie vor bei jedem Schild aufnahmefähig, falls etwas geändert werden soll“, so der Oberbürgermeister.

25 Zusatzschilder bereits da

Insgesamt gibt es in Winnenden 44 Straßen, die nach Personen benannt sind. „25 davon haben bereits ein Zusatzschild“, nannte Emely Rehberger Zahlen. So sind im Gebiet Adelsbach die Zusatzschilder schon bestellt und teilweise auch montiert.

Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses stimmten dem Vorschlag einstimmig zu und lobten. So erklärte beispielsweise Renate Sanzenbacher (SPD): „Ich finde diese Idee sehr hilfreich zum Orientieren, gerade bildungspolitisch. Ich finde, dass das eine sehr gute Lösung ist.“

Sämtliche Straßen in Winnenden, die nach Persönlichkeiten benannt sind, erhalten ein Zusatzschild mit Informationen zur jeweiligen Person. Das hat der Verwaltungsausschuss am Dienstagabend (15. Februar) einstimmig beschlossen.

Ursache war unter anderem die Diskussion über Winnendens längsten Straßennamen, die Adam-Müller-Guttenbrunn-Straße. Im Jahr 2020 hatte Willi Halder (Grüne) eine öffentliche Diskussion angestoßen. Guttenbrunns offen geäußerter Antisemitismus

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