Winterbach

Damit der Ort wieder zum Leben erwacht: Handwerkerbund startet Aktion für Händler, Gastronomen und Dienstleister

Wir für Winterbach
„Wir für Winterbach“: Bürgermeister Sven Müller und Andreas Tempes, Vorsitzender des Handwerkerbundes, in Kapuzenpullis, die man jetzt in Winterbach kaufen kann und die Geld für ein gemeinnütziges Projekt bringen sollen. © Klamann

Der Winterbacher Handwerkerbund will mit einer Solidaritäts- und Werbeaktion für Gastronomen, Händler und Dienstleiter im Ort ein Zeichen in der Corona-Krise setzen. „Nicht nur motzen und schlecht drauf sein“, beschreibt Bernd Waldheim, der mit seiner Werbeagentur mitmischt, das Motto. „Wir wollen das wieder ankurbeln und was Positives machen.“ Durch den Verkauf von Kapuzenpullovern soll auch ein Erlös rausspringen, von dem dann wiederum die Kinder im Ort etwas haben.

„Wir können uns nur miteinander aus dem Ganzen wieder rausziehen“

„Wir haben die ganze Zeit schaffen können“, sagt Andreas Uetz, der in Winterbach einen Straßenbaubetrieb führt. Den Handwerkern ging es damit besser als vielen anderen Selbstständigen in Handel und Gastronomie. Aus dieser Position heraus wollen sie mit ihrer Aktion „Wir für Winterbach“ nun Solidarität beweisen und allen im Ort und darüber hinaus signalisieren, so sagt Bernd Waldheim: „dass wir tolle Läden haben“. Und: „Dass wir einen großen Zusammenhalt haben in der Gemeinde.“ Er ist überzeugt: „Wir können uns nur miteinander aus dem Ganzen wieder rausziehen.“

Denn, alles hängt ja miteinander zusammen. Die Gastronomen, Händler und andere Gewerbetreibende sind gleichzeitig die Kunden der Handwerker, außerdem unterstützen sie Vereine und Kultur im Ort, sorgen also auch auf diese Weise dafür, dass Winterbach eine lebens- und liebenswerte Gemeinde ist. Es ist ein großes Netzwerk, in dem alle von allen profitieren.

Etwas haben sollen von der Aktion „Wir für Winterbach“ auch die Kinder. Diese seien sehr stark von der Pandemie und allen ihren Folgen wie Kita- und Schulschließungen betroffen, sagt Bernd Waldheim. Deswegen sei jetzt auch ein Projekt für die Kinder im Entstehen. Aus dem Verkauf der Kapuzenpullover mit dem Aufdruck“ Wir für Winterbach“ soll ein bestimmter Betrag in einen Topf fließen, aus dem das Projekt dann finanziert wird. Die Handwerker denken da zum Beispiel an ein Gerät oder mehr für einen Spielplatz. Andreas Uetz spricht von einer „Begegnungsstätte für Jung und Alt“. Das sei davon abhängig, wie viel Geld man durch die Aktion generieren könne.

Zur Werbeaktion für die örtlichen Gastronomen, Gewerbetreibenden und Dienstleister gehört eine Anzeigenkampagne. Außerdem bekommen alle Winterbacher Haushalte Postkarten vom Handwerkerbund in die Briefkästen, um auf das reichhaltige Angebot im Ort hinzuweisen.

Damit ist Winterbach mit seinen rund 7500 Einwohnern im Vergleich zu vielen anderen Orten in ähnlicher Größenklasse regelrecht gesegnet. Allein in der Gastronomie ist eine Liste mit fast 30 Lokalitäten zusammengekommen von der Besenwirtschaft über den Asia-Imbiss bis zum Eiscafé. „Nur mit euch schmeckt’s richtig lecker“, lautet der passende Slogan dazu. Außer der Gastronomie sind auch Friseure, Kosmetik- und Fitnessstudios sowie die Händler vom Autohaus bis zum Modehaus Adressaten der Solidaritätsaktion.

Man wolle, „dass der ganze Ort wieder zum Leben erwacht“, sagt Goldschmied Uwe Fiedler. In letzter Zeit seien die Straßen abends teilweise wie ausgestorben gewesen, untypisch für Winterbach.

„Die Lieferketten sind alle nicht mehr intakt“

Andreas Tempes, der Vorstand des Handwerkerbundes, der mit seinem Betrieb Dämmtechnik macht, sagt: „Corona hat uns gezeigt: Wir müssen wieder enger zusammenrücken, besser aufeinander aufpassen.“ Auch im Handwerk spüre man die Folgen der Krise. „Die Lieferketten sind alle nicht mehr intakt.“ Deswegen gingen die Preise für Baumaterialien aller Art „durch die Decke“. Straßenbauer Andreas Uetz pflichtet bei: „Das ist Wahnsinn!“ Wenn er früher Betonpflaster gebraucht habe, dann habe er bestellt und am nächsten Tag sei geliefert worden. Jetzt habe er Lieferzeiten von sechs bis acht Wochen. „Die Preise sind heute so, morgen so.“ Im Baugewerbe habe man normalerweise Aufträge weit im Voraus auf das ganze Jahr kalkuliert. „Und jetzt musst du mit solchen Preisen kämpfen.“ Den Kunden müsse er dann erklären, dass die Materialkosten plötzlich um zehn bis 20 Prozent hochgegangen seien.

Der Winterbacher Handwerkerbund will mit einer Solidaritäts- und Werbeaktion für Gastronomen, Händler und Dienstleiter im Ort ein Zeichen in der Corona-Krise setzen. „Nicht nur motzen und schlecht drauf sein“, beschreibt Bernd Waldheim, der mit seiner Werbeagentur mitmischt, das Motto. „Wir wollen das wieder ankurbeln und was Positives machen.“ Durch den Verkauf von Kapuzenpullovern soll auch ein Erlös rausspringen, von dem dann wiederum die Kinder im Ort etwas haben.

„Wir können uns

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