Winterbach

"Die Schüler tun sich schwer im Miteinander": Was in diesen Corona-Schuljahren verloren ging

Spasstagsozial
Am Ende eines schwierigen Schuljahres einen schönen Tag hatten Winterbacher Grundschulkinder beim VfL Winterbach. © Gaby Schneider

Die Rückmeldungen der Schüler sprechen für Manuel Schmid Bände. „Der beste Schultag überhaupt!“ So lautete das Urteil zum Spiel-, Spaß- und Sporttag, den die Erstklässler der Lehenbachschule an diesem Dienstag, 20. Juli, erleben durften. Das spreche für den Tag an sich, zeige aber auch, so der Sozialarbeiter: „Das war kein tolles Schuljahr.“* Der Unterrichtsstoff, der durch den Pandemie-Betrieb ausfiel oder nur zu Hause eingeschränkt erarbeitet werden konnte, ist das eine – viel schwerer wiegt aus Sicht von Schmid und seiner Kollegin Marija Glasnovic die soziale Komponente.

"Viel mehr Konflikte und Reibereien"

„Das Problem durch die Bank ist – nicht nur bei den Kleinen, aber da fällt es extrem auf: Dass die Schüler sich schwertun im sozialen Miteinander“, sagt Manuel Schmid. „In der Summe gibt es viel mehr Konflikte und Reibereien als in normalen Schuljahren.“ Es hätten in den Corona-Schuljahren einfach die verlässlichen Strukturen gefehlt, die den Kindern und Jugendlichen Sicherheit bieten. Und wenn sie sich unsicher fühlen, dann gehen sie in eine Verteidigungshaltung, erklärt Schmid.

Der Spiel-, Spaß- und Sporttag, den die Schulsozialarbeiter angestoßen haben und den der VfL Winterbach umgesetzt hat, soll deswegen ein positiver Tag für die Schüler am Ende des Schuljahres sein. „Mit dem Ziel, ihnen ein schönes Erlebnis zu bieten, das an die Schule angekoppelt ist“, sagt Marija Glasnovic, die in Winterbach schwerpunktmäßig für die Grundschüler in der Sozialarbeit zuständig ist. Es gehe darum, ihnen ein gutes Gefühl in Bezug auf die Schule zu vermitteln und zu erreichen, dass sie hoffnungsvoller und positiver ins nächste Schuljahr kommen.

Das Verlorene aufholen lasse sich durch so einen Tag, so schön er auch war, aber nicht im Entferntesten, betont Manuel Schmid. „Der Tag soll da sein, um am Ende des Schuljahres eine schöne Erinnerung zu hinterlassen.“ Alles andere brauche viel mehr Zeit. Für die Erstklässler bedeute das, dass sie im Grunde in Klasse 2 wie Erstklässer anfangen, was das Zusammenwachsen als Gemeinschaft und das Sozialverhalten angehe. Der Lebensabschnitt des Eintritts in die Schule sei einer der wichtigsten für Kinder, das sei schon sehr schwierig, besonders für die Erstklässler, gewesen.

"Der Kontakt fehlt zu vielen anderen Kindern"

Wo die Kinder sich nicht schwertäten, das seien all die Regeln im Zusammenhang mit Corona, sagt Marija Glasnovic. Aber: „Man merkt schon, dass ihnen der Kontakt fehlt zu vielen anderen Kindern.“ Das habe man mit dem Spiel-, Spaß- und Sporttag etwas aufleben lassen können.

Dass das so geklappt habe, daraus könne man für die Zukunft den Mehrwert schöpfen, dass man gesehen habe, welche Ressourcen in Winterbach zur Verfügung stünden, sagt die Schulsozialarbeiterin. Dass es zum Beispiel beim Sportverein Leute gebe, die Lust hätten, etwas auf die Beine zu stellen. „Das kann man viel mehr anbieten“, findet sie und hat vor, das im kommenden Schuljahr an mehr als einem Tag zu nutzen.

* Hier haben wir einen Fehler ausgebessert. In einer früheren Version des Artikels hatten wir den Schulsozialarbeiter Manuel Schmid mit der Aussage zititiert, die Erstklässler hätten noch keinen Sportunterricht gehabt. Das beruhte auf einem Missverständnis, Schmid ist sicher, er habe das nie gesagt. Die Schüler hatten sehr wohl trotz Corona Sportunterricht. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

Die Rückmeldungen der Schüler sprechen für Manuel Schmid Bände. „Der beste Schultag überhaupt!“ So lautete das Urteil zum Spiel-, Spaß- und Sporttag, den die Erstklässler der Lehenbachschule an diesem Dienstag, 20. Juli, erleben durften. Das spreche für den Tag an sich, zeige aber auch, so der Sozialarbeiter: „Das war kein tolles Schuljahr.“* Der Unterrichtsstoff, der durch den Pandemie-Betrieb ausfiel oder nur zu Hause eingeschränkt erarbeitet werden konnte, ist das eine – viel schwerer

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