Winterbach

Drei marode Straßen werden endlich saniert

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Alle Vögel sind schon da - stimmt nicht. Aber drei Straßen mit Vogelnamen werden saniert. © Laura Edenberger

Winterbach. Bereits seit zehn Jahren steht die Sanierung von Taubenstraße, Amselweg und Drosselweg in Winterbach auf dem Sanierungsprogramm der Gemeinde. Nächstes Jahr soll es jetzt endlich so weit sein. Auch Wasserleitungen und Kanäle werden dabei erneuert. Offen ist die Frage, ob auf die Anwohner Erschließungsbeiträge zukommen.

Insgesamt rund 650 000 Euro hat die Gemeinde Winterbach in der Investitionsliste für das Jahr 2018 eingeplant, um Taubenstraße, Amselweg und Drosselweg instand zu setzen. Eine Maßnahme, über die schon seit ungefähr einem Jahrzehnt geredet wird und die in dieser Zeit, wie Bürgermeister Sven Müller im Gemeinderat anmerkte, nicht unbedingt günstiger geworden ist. Die Preise für Tiefbauarbeiten seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Jetzt hofft die Gemeinde auf einen guten Preis, indem sie die Arbeiten im Winter ausschreibt. Vergeben könnte der Gemeinderat sie dann im Februar 2018, so der Plan.

Schlaglöcher immer tiefer geworden

Aus verschiedenen Gründen habe man die Sanierung der drei Straßen immer wieder verschoben, so Sebastian Schneider, der im Rathaus für den Tiefbau zuständig ist. 2012 gab es zuletzt einen Ortstermin mit den Gemeinderäten: „Da war man der Meinung, dass man die Straßen dringend angehen sollte.“ Jetzt sind weitere fünf Jahre vergangen – und die Schlaglöcher noch tiefer geworden.

Nicht nur Straßenbelag soll saniert werden

Saniert werden soll jetzt nicht nur der marode Straßenbelag, sondern auch alles, was sich darunter befindet: Wasserleitungen und Kanäle inklusive Hausanschlüsse werden erneuert. Außerdem ist geplant, die Straßenbeleuchtung auf LED umzustellen. Und es werden Leerrohre verlegt, in die später Glasfaserleitungen für schnelles Internet gezogen werden können.

Wer übernimmt die Kosten?

Unter den Gemeinderäten herrschte Einigkeit darin, dass Taubenstraße, Amselweg und Drosselweg nun endlich saniert werden müssen. Allerdings gab es Nachfragen und kritische Bemerkungen zu den Kosten beziehungsweise zur entscheidenden Frage: Wer übernimmt sie?

Mit Rechtsanwalt Bebauungsplan durchgehen

CDU-Rat Klaus Dieter Gawaz war es, der das unangenehme Thema der Erschließungsbeiträge ansprach. Ob solche als Kostenbeteiligung auf die Anwohner zukommen, konnte Kämmerer Ulrich Wallkamm jedoch nicht beantworten. Der Bebauungsplan sei aus den sechziger Jahren. Man müsse das Ganze erst noch mit einem Rechtsanwalt durchgehen. „Damit wird man längere Zeit beschäftigt sein“, so Wallkamm, der klar sagte: „Wenn rauskommt, dass Beiträge zu erheben sind, müssen wir nach Kommunalabgabengesetz Beiträge erheben – da kommen wir nicht drumrum.“ Bis November wisse man in dieser Frage wahrscheinlich mehr. Grundsätzlich dürfte es bei der Beantwortung darum gehen, ob die Hausbesitzer bereits in früheren Jahren die vollen Erschließungsbeiträge entrichtet haben.

Klaus Junge: Anlieger rechtzeitig informieren

CDU-Rat Klaus Junge beklagte allerdings: Er wolle als Gemeinderat vor einer Beschlussfassung zu einer Maßnahme wissen, ob Erschließungsbeiträge erhoben werden müssen. Damit er auch die Leute informieren könne, was auf sie zukommt. „Da kommt die große Aufregung“, so Junge. Er finde es nicht gut, „wenn wir einen Beschluss fassen und die Leute denken, jetzt kommt die schöne neue Straße und hinterher kommt die Rechnung“. Man müsse die Anlieger rechtzeitig informieren. Kämmerer Holger Wallkamm erklärte daraufhin: Wenn es so weit sei, dann würden die betroffenen Bürger eingeladen, im Herbst oder spätestens im Frühjahr sei das der Fall. Sie würden dann rechtzeitig wissen: Da kommt was. Während der Bauphase hätten sie Gelegenheit, das Geld für die Erschließungsbeiträge beiseitezulegen.

An der Bebauung könnte sich irgendwann etwas ändern

Von Helmut Nachtrieb (BWV) kam zur Planung der Baumaßnahme noch die Anregung, mit in die Überlegungen einzubeziehen, dass sich an der Bebauung in dem Gebiet irgendwann etwas ändern könnte. „Wir haben einen alten Bebauungsplan mit großen Grundstücken und kleinen Baufenstern“, so Nachtrieb. „Da werden wir was tun müssen.“ Wenn das Gebiet aber dichter bebaut werde, dann bedeute das auch, dass eine größere Menge Abwasser anfalle, die durch die Kanäle abgeführt werden müssen. Dazu sagte Bauamtsleiter Rainer Blessing: „Wir haben Luft miteingerechnet.“ Eine mögliche Nachverdichtung habe man bei der Planung im Auge.


Gehwege

Ebenfalls im Sanierungsprogramm bei den innerorts liegenden Straßen und Wegen für 2018 stehen zwei kleinere Maßnahmen. Der Gehweg in der Schorndorfer Straße im Bereich des Netto-Markts soll für 40 000 Euro erneuert werden. Außerdem soll der seit dem Umbau der Ortsmitte nur provisorisch angelegte Gehweg vor dem Gebäude Oberdorf 10 bis zur Bahnbrücke nun fertiggestellt, das heißt, gepflastert werden. Kosten: 25 000 Euro.

Für die Straße Lange Gärten in Manolzweiler stehen 75 000 Euro in der Investitionsliste für 2018, um sie zu verbreitern. An dieser Straße ist ein kleines Baugebiet geplant. „Wir haben die Mittel vorsorglich eingestellt, falls das dort sehr schnell kommt“, erklärt Bauamtsleiter Rainer Blessing.