Winterbach

Endlich wieder Theater spielen: Schüler der Waldorfschule Engelberg mit "#Peer Gynt" auf der Bühne

Theateraufführung
Szene aus den Proben zu „#Peer Gynt“ an der Waldorfschule, Regisseur Semjon E. Dolmetsch (links) mit Schauspielern aus der elften Klasse. © ALEXANDRA PALMIZI

15 Monate lang konnte er nicht in seinem Beruf arbeiten, jetzt inszeniert Semjon E. Dolmetsch zum ersten Mal seit langem wieder ein Theaterstück. Der Schauspieler, Theaterpädagoge und Regisseur probt mit Schülern der Waldorfschule Engelberg seit fast vier Wochen für die Premiere von „Peer Gynt“ an diesem Freitagabend, 16. Juli. Dabei hat Dolmetsch in den letzten Tagen vor der Aufführung sogar in der Schule übernachtet, weil bis in die frühen Morgenstunden die Technik wie die Lichtsetzung eingestellt und geprobt werden muss.

Was ist real, was Fantasie?

Es ist eine moderne Version des Klassikers von Henrik Ibsen, die Semjon E. Dolmetsch und die Elftklässler auf die Bühne bringen, darauf weist schon die Schreibweise mit dem Hashtagzeichen aus den sozialen Medien hin: „#Peer Gynt“. Der Schwerpunkt der Interpretation des Stückes liegt in den Fragen, die der klassische Text aufwirft: Was ist real, was Ausgeburt der Fantasie? Wer ist Peer Gynt? Daraus abgeleitet stellt die Inszenierung die Frage: Wo finden wir die „Wirklichkeit“ im heutigen Leben? Sind alle Social-Media-Beiträge, die ich poste, wirklich Beiträge von mir selbst oder poste ich nur, um besser dazustehen und viele „Likes“ zu bekommen? Kann ich mein „Selbst“ bewahren? Oder verliere ich es mit jedem Post, jeder Geschichte, jedem Bild?

Der Text bleibe der klassische, Kostümbild und Musik dazu seien modern, erklärt Semjon E. Dolmetsch. Der 29-Jährige hat schon an verschiedenen Waldorfschulen Stücke inszeniert.

"Ohne Abstand, mit Berührungen und Umarmungen agieren"

Auf dem Engelberg war Semjon E. Dolmetsch Regisseur von Faust I vor zwei Jahren. In der Corona-Zeit habe das Theaterspielen, das an der Waldorfschule fest zum Lehrplan gehört, dort nur in recht abgespeckter Form stattgefunden. Es sei das erste Mal seit langem, dass wieder richtig auf einer Bühne gespielt werden könne, so Dolmetsch. „Das Publikum muss zwar Maske tragen. Aber die Spieler dürfen ohne Abstand, mit Berührungen und Umarmungen agieren.“

Für die Proben der Stücke habe er mit den Schülern immer nur vier Wochen Zeit, erzählt der Regisseur. Das Stück haben sie zuvor selbst ausgewählt. 49 Schüler spielen mit aus den beiden elften Klassen der Schule. In der letzten Woche vor der Aufführung gebe es ein paar, die mit ihm im Schulgebäude übernachten, so Dolmetsch, weil sich der Heimweg nicht mehr lohne, so lange arbeite man dann in die Nacht hinein, bevor es morgens schon früh wieder losgehe.

Vier Aufführungstermine

Die Premiere von „#Peer Gynt“ findet an diesem Freitag, 16. Juli, um 20 Uhr im Großen Saal der Waldorfschule Engelberg statt. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 17. Juli, Sonntag, 18. Juli, sowie am Montag, 19. Juli, ebenfalls immer um 20 Uhr im Großen Saal. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig. Das Publikum muss einen Mund-Nasen-Schutz während den Vorstellungen tragen, die jeweils auf 250 Besucher begrenzt sind.

15 Monate lang konnte er nicht in seinem Beruf arbeiten, jetzt inszeniert Semjon E. Dolmetsch zum ersten Mal seit langem wieder ein Theaterstück. Der Schauspieler, Theaterpädagoge und Regisseur probt mit Schülern der Waldorfschule Engelberg seit fast vier Wochen für die Premiere von „Peer Gynt“ an diesem Freitagabend, 16. Juli. Dabei hat Dolmetsch in den letzten Tagen vor der Aufführung sogar in der Schule übernachtet, weil bis in die frühen Morgenstunden die Technik wie die Lichtsetzung

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