Winterbach

Freibäder proben bei Regenwetter für den Hitze-Ernstfall: Ehrenamtliche unterstützen die Schwimmmeister

Freibad
Ewald Seitz (links) ist einer aus einem großen Team von Ehrenamtlichen, die im Winterbacher Freibad die Schwimmmeister der Gemeinde wie Marcel Stanek (rechts) unterstützen. © ALEXANDRA PALMIZI

74 Tickets hat die Gemeinde Winterbach in den ersten Tagen verkauft, nachdem das Freibad ab Montag, 15. Juni, wieder geöffnet hat. Das ist nicht viel, aber angesichts des Regenwetters doch recht ordentlich. Der langsame Start sei gar nicht so schlecht, sagte Bürgermeister Sven Müller diese Woche im Gemeinderat: „Damit sich Betriebsabläufe einspielen und wir uns an die Situation gewöhnen können.“

Wer derzeit ins Winterbacher Freibad will, muss vorher online ein Ticket buchen (unter https://cm-access.de/winterbach). Dabei müssen sich die Badegäste auf einen bestimmten Zeitraum an einem bestimmten Tag festlegen. Jeden Tag gibt es drei Schichten: 8.30 bis 11.30 Uhr, 12.30 bis 15.30 Uhr oder 16.30 bis 20 Uhr. Dazwischen kommt eine Putzkolonne und reinigt und desinfiziert alles.


15 bis 20 Ehrenamtliche

Es ist ein großer Aufwand, den die Gemeinde betreiben muss, um das Bad konform mit den Verordnungen des Landes öffnen zu können. Auf 20 000 Euro beziffert das Rathaus die Mehrkosten für den Corona-Betrieb. Möglich ist die Freibadöffnung nur, weil es Ehrenamtliche gibt, die mithelfen. „Das ist ein großer Vorteil, den wir gegenüber anderen Kommunen haben“, sagt die Winterbacher Kämmerin Melanie Müller. 15 bis 20 Ehrenamtliche haben sich laut Bauamtsleiter Rainer Blessing von sich aus gemeldet, um das Personal der Gemeinde zu unterstützen. „Die haben gesehen: Die Gemeinde hat einen hohen Mehraufwand, und wenn man sich nicht einbringt, könnte es sein, dass das Freibad gar nicht aufmacht.“ Das müsse man den Leuten hoch anrechnen, sagt Blessing.

„Die Menschen sind verständig“

Die Aufgabe der Ehrenamtlichen sei es vor allem, zu schauen, dass überall im Bad die vorgegebenen Regeln eingehalten werden, so Rainer Blessing. Wenn sie einen Verstoß bemerkten, würden sie die Leute „in höflichem Ton ansprechen“ und auf die Regeln hinweisen. Wenn jemand das nicht einsehe, dann würden die Ehrenamtlichen den hauptamtlichen Schwimmmeister informieren, der die Leute notfalls des Bades verweisen werde. „Ich denke aber nicht, dass es den Fall gibt“, sagt Rainer Blessing. „Wenn man sieht, wie es in den Läden läuft: Die Menschen sind verständig, sie tragen Verantwortung für sich und andere.“


Bisher gab es noch keine Verstöße, die in irgendeiner Form zu ahnden gewesen wären. Bisher seien ja auch nur wenige Personen gleichzeitig im Bad gewesen, sagt Rainer Blessing. Wie es dann funktioniere, wenn es mal 28 Grad habe und das Freibad ausgebucht sei, werde man sehen.

Pro Schicht können 200 Personen ins Winterbacher Freibad, dabei orientiert sich die Gemeinde laut Bauamtsleiter Blessing am Pandemieplan der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen. 21 Schwimmer dürfen sich gleichzeitig im Becken aufhalten und in abgeteilten Bahnen Runden ziehen. Im Nichtschwimmerbecken dürfen sich bisher 30 Menschen gleichzeitig aufhalten. Bis zu 61 wären laut Vorschriften möglich, so Rainer Blessing, man sei aber erst einmal auf 30 gegangen, weil man den Kindern auch ausreichend Platz zum Planschen geben wolle.

Wie buchen ohne Internetzugang?

Im Winterbacher Gemeinderat kam zur Ticketbuchung, die nur online möglich ist, noch eine Frage auf: Was machen Menschen, die keinen Zugang zum Internet haben oder die Technik nicht beherrschen? Heidemarie Vogel-Krüger (Grüne) dachte dabei insbesondere an ältere Mitbürger. „Wir hoffen, dass da im familiären Kontext Unterstützung gegeben wird“, sagte Bürgermeister Sven Müller daraufhin. Andernfalls könne man vielleicht drüber nachdenken, dass Vereine helfen könnten, die in der Corona-Zeit auch Angebote für Einkaufsservice gemacht hätten.

Vereinzelt sei die Frage bisher tatsächlich schon von älteren Winterbachern aufgetaucht, sagt Kämmerin Melanie Müller, die den Ticketverkauf organisiert. Da habe man aber immer in der Nachbarschaft oder in der Familie dann eine Lösung gefunden. Es sei mit dem Buchungsprogramm möglich, dass eine Person für jemand anderes ein Ticket kauft. Sollte sich herausstellen, dass das Problem sich dennoch häufe, dann müsse man überlegen, welche gezielten Lösungen man stattdessen finden könne.

57 Besucher in Remshalden

Auch das Remshaldener Freibad ist an diesem Montag nach der Corona-Zwangspause wieder in den Betrieb gestartet. Auch hier müssen sich die Besucher online für eine bestimmte Schicht voranmelden (unter https://cm-access.de/remshalden). Bis Donnerstag waren trotz des schlechten Wetters 57 Besucher da. „Für das Wochenende sind bereits zahlreiche Reservierungen erfolgt“, sagt Christina Vetter, Pressesprecherin der Gemeinde. Zur allgemeinen Lage sagt sie: „Nach kleineren Startschwierigkeiten ist das Freibadteam nun gut aufgestellt und sehr zufrieden.“

Die Gemeinde Remshalden hatte mit einem Aufruf Ehrenamtliche gesucht, die das Freibadteam unterstützen. Vier haben sich bisher gemeldet. Sie seien bisher aufgrund des überschaubaren Besucherzustroms jedoch nicht zum Einsatz gekommen, sagt Christina Vetter. Der finanzielle Mehraufwand für die Gemeinde sei insgesamt „nicht unerheblich“, genau beziffern könne man ihn derzeit noch nicht.

Bürgermeister Reinhard Molt lobt die Mitarbeiter: „Ich bin unserem Bäderpersonal sehr dankbar, dass sie sich auf das Wagnis eingelassen haben, unter den erschwerten Bedingungen unser Freibad Remshalden wieder zu öffnen.“

74 Tickets hat die Gemeinde Winterbach in den ersten Tagen verkauft, nachdem das Freibad ab Montag, 15. Juni, wieder geöffnet hat. Das ist nicht viel, aber angesichts des Regenwetters doch recht ordentlich. Der langsame Start sei gar nicht so schlecht, sagte Bürgermeister Sven Müller diese Woche im Gemeinderat: „Damit sich Betriebsabläufe einspielen und wir uns an die Situation gewöhnen können.“

Wer derzeit ins Winterbacher Freibad will, muss vorher online ein Ticket buchen (unter

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