Winterbach

Glasfaserausbau für schnelles Internet in Winterbach soll weitergehen: Stadtwerke Schorndorf und Gemeinde unterzeichnen Kooperations-Vertrag

Schnelles Internet
Unterzeichnung eines Kooperations-Vertrags zum Ausbau der Breitband-Infrastruktur durch (von links) den Schorndorfer Oberbürgermeister und Stadtwerke-Aufsichtsratschef Matthias Klopfer, den Winterbacher Bürgermeister Sven Müller und Stadtwerke-Interimsgeschäftsführer Bodo Skaletz. © Benjamin Büttner

Nach Jahren, in denen etwas Sand im Getriebe war, ist in Winterbach seit einiger Zeit wieder viel Bewegung in den Ausbau der Infrastruktur für schnelle Internetverbindungen gekommen. Mehrere Unternehmen sind in der Sache im Ort unterwegs. Für die Gemeinde bleiben dabei die Stadtwerke Schorndorf ein wichtiger Partner. Im nächsten Ausbauschritt soll es mit dem Anschluss von Gewerbebetrieben, aber auch Privathaushalten ans Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz weitergehen.

Die Stadtwerke Schorndorf und die Gemeinde Winterbach wollen laut Interimsgeschäftsführer Bodo Skaletz in Zukunft „noch intensiver“ zusammenarbeiten als bisher. Das haben die Partner nun auch schriftlich in einer Vereinbarung fixiert. Bodo Skaletz spricht von einer „vertraglichen Grundlage, auf der wir in Zukunft Glasfaser verlegen werden und Kunden werben können“.

Nachdem die Stadtwerke schon vor zwei Jahren Glasfaserkabel im Gewerbegebiet im Nordwesten von Winterbach verlegt und Betriebe angeschlossen haben, soll es nach dem Wunsch der Gemeinde im nächsten Schritt mit dem Gewerbe- und Mischgebiet südlich der Rems weitergehen. Konkret werde man das weitere Vorgehen jetzt mit den Stadtwerken festlegen, so Bürgermeister Sven Müller. Er hofft, „ein bisschen Aufbruchstimmung zu erzeugen“ und „positive Signale“ zu senden, dass Gemeinde und Stadtwerke am Thema dran seien und es vorangehe. Ein Effekt der Corona-Krise könne ein „Digitalisierungsschub“ sein.

*(In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass die Stadtwerke eine Glasfasertrasse in Richtung Engelberg bauen, um die bisherige Richtfunktverbindung zur Versorgung von Manolzweiler und Engelberg zu ersetzen. Diese Information war falsch: Sdt.net baut diese Verbindung auf eigene Kosten und ohne Verbindung zu den Stadtwerken. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.)

Offen ist noch, wann die Stadtwerke mit dem Glasfaserausbau in Winterbach weitermachen. „Es könne sein, dass man nächstes Jahr einen Bagger sieht“, sagt Interimsgeschäftsführer Skaletz vage. Und wo? Auch diese Frage ist jetzt erst noch Gegenstand weiterer Gespräche zwischen Gemeinde und Stadtwerken. Bodo Skaletz sagt: „Das sind hohe Investitionen. Wir müssen sicherlich zuerst dort Glasfaser verlegen, wo der Bedarf sehr groß ist.“ Und das sei eben vor allem bei den Gewerbebetrieben der Fall. Damit könne man auch Einnahmen generieren für den weiteren Ausbau der Privathaushalte im zweiten Schritt.

Zur Frage, was einen privaten Verbraucher für den Anschluss seines Hauses ans Glasfasernetz und damit ans Hochgeschwindigkeits-Internet bei den Stadtwerken kosten wird, kann Bodo Skaletz derzeit keine Antwort geben. Pauschal könne man das nicht sagen, meint er. „Wir werden das hier in Winterbach von Fall zu Fall kalkulieren.“ Es komme immer darauf an, wie groß der bauliche und technische Aufwand im jeweiligen Fall sei.

Für Aufregung hatte 2019 der Fall eines Winterbachers gesorgt, der sich von den Stadtwerken Schorndorf über den Tisch gezogen fühlte. Fast 3000 Euro musste er für seinen Glasfaseranschluss zahlen, obwohl in der Straße vor seinem Haus bereits Bauarbeiten liefen und nur ein Kopfloch in sein Haus gebohrt werden musste. Er nahm sich einen Anwalt – und hatte Erfolg: Die Stadtwerke stornierten den Vertrag. Das Beispiel zeigt, dass jeder gut daran tut, genau zu vergleichen und zu prüfen, wenn er ein Angebot eines Telekommunikations-Anbieters für einen Glasfaserhausanschluss bekommt. Zu dem alten Aufreger will Bodo Skaletz nichts sagen. Meint aber: „Seit ich Geschäftsführer bin, kalkulieren wir die Preise reell.“ Jeder bekomme ein Angebot und könne dann entscheiden.

Für Bürgermeister Sven Müller sind die Stadtwerke jedenfalls der bevorzugte Partner beim Ausbau der Infrastruktur fürs schnelle Internet. „Wir sind mit den Stadtwerken dichter dran am Bedarf und an den Notwendigkeiten“, sagt er. Zwar sei Winterbach Teil des Zweckverbands Gigabit-Region Stuttgart in Kooperation mit der Telekom.

Aber es sei unklar, wann die Telekom im Rahmen des Ausbauprogramms der Gigabit-Region nach Winterbach komme und ob der Konzern angesichts der Tatsache, dass es schon immer größere Netze der Stadtwerke oder Anbieter wie Vodafone gebe, überhaupt noch in ein eigenes Glasfasernetz im Ort investieren wolle.

Nach Jahren, in denen etwas Sand im Getriebe war, ist in Winterbach seit einiger Zeit wieder viel Bewegung in den Ausbau der Infrastruktur für schnelle Internetverbindungen gekommen. Mehrere Unternehmen sind in der Sache im Ort unterwegs. Für die Gemeinde bleiben dabei die Stadtwerke Schorndorf ein wichtiger Partner. Im nächsten Ausbauschritt soll es mit dem Anschluss von Gewerbebetrieben, aber auch Privathaushalten ans Hochgeschwindigkeits-Glasfasernetz weitergehen.

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