Winterbach

Gutachten nach Kostenexplosion: Am Lehenbachkanal geleistete Arbeit in Ordnung

Kanal
Harte, zähe Arbeit im Kanal. Seit Monaten arbeitet die Firma an der Sanierung der Lehenbachverdolung, währenddessen sind immer mehr schadhafte Stellen offenbar geworden. © Gabriel Habermann

Es war ein ordentlicher Kostenschock, den der Winterbacher Gemeinderat Anfang Oktober verdauen musste: Mehr als 400 000 Euro teurer wird die Sanierung der Lehenbach-Verdolung, das heißt, des Kanals, durch den der Bach unterirdisch fließt. Das ist mehr als doppelt so viel wie die ursprüngliche Vergabesumme des Auftrags. Die Gemeinderäte forderten daraufhin ein Gutachten über die bisher geleistete Arbeit der Baufirma. Das Ergebnis liegt jetzt vor, wie Bürgermeister Sven Müller berichtet.

Es habe eine Begehung durch das Ingenieurbüro Klinger und Partner stattgefunden. „Es ist bestätigt worden, dass alles in Ordnung ist und alles nach Norm und Vorschrift umgesetzt ist“, sagt Müller. Eine zweite Begehung soll nun noch im weiteren Verlauf des Kanals Richtung Rems stattfinden, wenn auch dort die Sanierungsarbeiten erledigt seien. Bis Jahresende, so derzeit die Prognose, soll alles fertig sein. Im Abschnitt der Lehenbachverdolung zwischen Ortsmitte und Rems liegen vor allem die Gründe für die Kostenexplosion. Dieser Teil steht durchgängig unter Wasser, und erst, als dieses abgelassen war, wurde das volle, deutlich größer als angenommene Ausmaß der Schäden sichtbar.

Arbeiten auch im Zeitverzug

Saniert werden müssen am Lehenbachkanal diverse Betonabschnitte, teilweise müssen auch die Stahlträger von brüchigem Beton befreit und entstandener Rost entfernt werden. Letzter Stand bei den zu erwartenden Kosten waren nun fast 790 000 Euro.

Zu der Kostensteigerung kommt ein großer Zeitverzug der Sanierungsmaßnahme. Auch das unbeständige, teilweise sehr regnerische Wetter im Sommer bremste die Arbeiten aus. Denn bei jedem Niederschlag müssen die Arbeiter schnell raus aus dem Kanal. Dann schwillt der Lehenbach nämlich an, und ein Aufenthalt im engen Rohr kann lebensgefährlich werden.

Die Verdolung leitet den Lehenbach auf 630 Metern vom Spielplatz Raingärten aus unter der Straße Oberdorf/Landesstraße durch die Winterbacher Ortsmitte bis zum Kreisverkehr Bachstraße und endet dort an der Rems. Sichtbar sind die Arbeiten im Untergrund nur an einer Stelle: Der Fußgängerüberweg in der Ortsmitte ist gesperrt, weil hier der Eingang in einen Schacht liegt, der unter anderem zur Frischluftzufuhr für die Arbeiter dient. Diese arbeiten unter schweren Bedingungen, sie können in dem 1,40 Meter hohen Kanal nicht stehen, alle Arbeiten müssen im Sitzen ausgeführt werden.

Ursprünglich war der Abschluss der Sanierungsmaßnahmen für August geplant. Jetzt sagt Bürgermeister Sven Müller, sei das Jahresende dafür angepeilt.

Es war ein ordentlicher Kostenschock, den der Winterbacher Gemeinderat Anfang Oktober verdauen musste: Mehr als 400 000 Euro teurer wird die Sanierung der Lehenbach-Verdolung, das heißt, des Kanals, durch den der Bach unterirdisch fließt. Das ist mehr als doppelt so viel wie die ursprüngliche Vergabesumme des Auftrags. Die Gemeinderäte forderten daraufhin ein Gutachten über die bisher geleistete Arbeit der Baufirma. Das Ergebnis liegt jetzt vor, wie Bürgermeister Sven Müller

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