Winterbach

Kein Lichtmessball, kein verkaufsoffener Sonntag in Winterbach: „Wir wissen nicht, was nächstes Jahr ist“

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Dirk Mölter, BdS-Vorstandsmitglied und Reisebüro-Inhaber. © Gaby Schneider

Im Terminkalender auf der Internetseite der Gemeinde Winterbach stand es bis zuletzt drin: An diesem Sonntag hätten im Ort eigentlich wieder viele Händler und Gewerbetreibende ihre Geschäfte öffnen sollen und mit Aktionen die Kunden locken. Die verkaufsoffenen Sonntage des regen Winterbacher Bundes der Selbstständigen (BdS) sind wichtige Fixpunkte im Veranstaltungskalender der Gemeinde, sie sind teilweise kleine Dorffeste wie bei der Weinsafari, bei der sich Besucher quer durch den Ort an Ständen an Wein und allerlei Essensangeboten gütlich tun können. Doch natürlich ist der verkaufsoffene Sonntag an diesem Wochenende längst abgesagt, den Eintrag im Online-Terminkalender hatte ganz einfach niemand gelöscht.

Es mache derzeit keinen Sinn, meint Dirk Mölter aus dem Vorstand des BdS. „Vor allem sind wir derzeit am Überlegen, was wir nächstes Jahr machen.“ Im März wäre theoretisch der nächste verkaufsoffene Sonntag geplant, verbunden mit dem Aktionstag „Winterbach aktiv“. Eigentlich müsste man jetzt beginnen mit der konkreten Planung, sagt Dirk Mölter. „Aber wir können nichts machen, wir wissen ja nicht, was nächstes Jahr ist.“ Die Bereitschaft, irgendwas zu organisieren, sei nicht besonders groß, angesichts der Ungewissheit, ob es überhaupt stattfinden könne. Es stecke da ja auch viel Arbeit dahinter. Der BdS-Lichtmessball, seit langer Zeit jährlich ein gut besuchter, festlich-bunter Höhepunkt, ist für 2021 bereits abgesagt.

Keine BdS-Pläne für Weihnachtsaktionen

Die Gemeinde hat außerdem bereits erklärt, dass dieses Jahr kein Weihnachtsmarkt stattfinden wird. Auch der BdS plane nichts in dieser Richtung, sagt Dirk Mölter. „Da fehlt mir persönlich auch die Muße dazu.“ Er hat mit seinem Reisebüro ein Gewerbe in der mit am meisten von der Corona-Krise gebeutelten Branche. „Meine Leute sind in Kurzarbeit“, sagt er. Die Öffnungszeiten hat er jedoch kaum reduziert, nur Mittwochnachmittag bleibt der Laden zu. Er wolle erreichbar für die Kunden sein, sagt Dirk Mölter.  „Ich bin weiterhin im Büro und schaue, was zu tun ist." Er habe ja zum Beispiel noch seine Geschäftskunden. Bei Privatreisen sieht er auf lange Sicht schwarz. „Ich tue mich schwer, Reisen zu buchen und die Leute irgendwo hinzuschicken, weil ich gar nicht weiß, ob sie dann da überhaupt hinfahren können.“ Das einzige Land, das über den Sommer hinweg immer entspannt gewesen sei, das sei Griechenland gewesen. Jetzt sei es sogar innerhalb Deutschlands schwierig geworden.

Die Gewerbetreibenden insgesamt seien sehr unterschiedlich von der Krise betroffen. Viele seien wie er mit dem Reisebüro hart gebeutelt, auch die Gastronomen hätten an den Einbrüchen zu knabbern. Manche Händler hätten die Krisenzeit dagegen ganz gut überbrücken können. Und im Handwerk brumme das Geschäft als wäre nichts: Ein Gartenbauer und Fliesenleger, die er kenne, könnten sich vor Arbeit kaum retten und müssten eher mehr Leute einstellen, als welche in Kurzarbeit zu schicken, erzählt der BdS-Vorstand.

Im Terminkalender auf der Internetseite der Gemeinde Winterbach stand es bis zuletzt drin: An diesem Sonntag hätten im Ort eigentlich wieder viele Händler und Gewerbetreibende ihre Geschäfte öffnen sollen und mit Aktionen die Kunden locken. Die verkaufsoffenen Sonntage des regen Winterbacher Bundes der Selbstständigen (BdS) sind wichtige Fixpunkte im Veranstaltungskalender der Gemeinde, sie sind teilweise kleine Dorffeste wie bei der Weinsafari, bei der sich Besucher quer durch den Ort an

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