Winterbach

Kindergartenplätze in Winterbach werden knapp: Was das für die Eltern bedeutet

Notbetreuung
Im Kindergartenjahr 2021/22 wird es in Winterbach bei den Betreuungsplätzen so eng wie nie. © Gabriel Habermann

Zuletzt wurden in Winterbach eigentlich sogar Kindergartenplätze abgebaut und der Kelterkindergarten wurde geschlossen, weil zu wenig Bedarf für Betreuung da war. Jetzt wird es plötzlich eng. Durch viele Zuzüge und die Veränderung des Stichtags zur Einschulung kann die Gemeinde im kommenden Kindergartenjahr ein paar Kindern keinen Platz bieten. Man werde aber niemanden hängenlassen, verspricht Katrin Leitlein, die im Rathaus für die Kindergärten zuständig ist.

Bisher war die Situation bei den Betreuungsplätzen in Winterbach gegenüber vielen anderen Kommunen, auch in der direkten Nachbarschaft, sehr, sehr entspannt. Wer einen Platz in einem bestimmten Kindergarten wollte, der bekam diesen üblicherweise auch genau zu dem Zeitpunkt, zu dem er ihn wollte.

Es sei dabei zwar schon immer mal wieder vorgekommen, dass jemand nicht seinen Wunschplatz bekommen habe, sagt Katrin Leitlein. Genauso, dass mal ein Kind noch kurze Zeit länger in einer Krippengruppe bleiben musste, bevor der Kindergartenplatz frei wurde. Diese Fälle werden auch im Laufe des kommenden Kindergartenjahres teilweise eintreten. „Dass wir aber im Kernort gar keinen Platz mehr zur Verfügung stellen können – das war so noch nie da“, so Leitlein.

„Wir können keine neue Gruppe aus dem Boden stampfen“

Konkret betrifft das im kommenden Kindergartenjahr drei Kinder. Bei denen sei der Wunsch gewesen, sie im Mai und Juni 2022 in eine Einrichtung zu bringen, sagt Leitlein. Nun müssten sie bis September 2022 warten. „Wir können deswegen keine neue Gruppe aus dem Boden stampfen“, sagt sie. Eine Lösungsmöglichkeit wäre, für eine bestehende Gruppe eine Ausnahmegenehmigung zur Überbelegung zu beantragen – das sei aber eigentlich keine gute, weil die Gruppen eh schon alle so voll seien. „Das ist nur unser absoluter Notfall-Joker“, sagt Katrin Leitlein. Das heißt: für den Fall, dass jemand seinen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz einklagt und es keine andere Lösung gibt.

Man werde aber ins Gespräch mit den betroffenen drei Familien gehen, um Lösungen zu finden, und sicher nicht einfach sagen: Pech gehabt. Katrin Leitlein weiß von einer Mutter, dass sie ihr Kind dann länger bei der Tagesmutter in Betreuung lassen könnte, bei der es zuvor ohnehin sei.

Freie Pufferplätze gebe es auch noch in der Waldorfkita auf dem Engelberg. Das sei aber eben „eine pädagogische Frage“, ob Eltern das wollten, sagt Katrin Leitlein. In die Bedarfsplanung der Gemeinde zählen die Plätze in der Waldorfkita auf jeden Fall mit, das heißt, der Rechtsanspruch auf Betreuung wäre eigentlich erfüllbar.

Viele Zuzüge und verschobener Einschulungs-Stichtag

Dass das Betreuungsangebot in Winterbach nicht mehr reicht, liegt im Wesentlichen an einem Zusammentreffen von zwei Faktoren: Es gab und gibt im laufenden Jahr sehr viele Zuzüge von Familien mit Nachwuchs im Kindergartenalter. Stand jetzt werden es 26 neu zugezogene Kinder bis Ende 2021 sein. „Das ist richtig viel“, sagt Katrin Leitlein. Auf der anderen Seite gebe es nur acht Wegzüge von Familien mit Kindern im entsprechenden Alter.

Dazu kommt die Veränderung des Stichtags für den Schuleintritt. Das hat für Winterbach die Auswirkung, dass zum Schuljahr 2021/22 bis zu 17 Kinder und zum Schuljahr 2022/23 bis zu 19 Kinder länger im Kindergarten bleiben, sofern sie nicht vorzeitig eingeschult werden. Das macht sich laut Bedarfsplanung der Gemeinde insbesondere in der evangelischen Kita Feinbauweg bemerkbar. Fazit: „Was die Bedarfsplanung angeht, so werden wir aus heutiger Sicht in den kommenden Jahren in allen Kindergartengruppen stets ans Limit kommen“.

"Aufnahmestau" im Kleinkindbereich

Knapp sind die Plätze auch im Kleinkindbereich unter drei Jahren. Es sei durch den Corona-Lockdown zu einem „Aufnahemstau“ gekommen, schreibt die Gemeinde in ihrer Bedarfsplanung. Zum Teil könnten Aufnahmen hier auch nicht zum Wunschmonat erfolgen, „aber in der Regel kann dann noch zeitnah ein Platz angeboten werden“.

Eine neue Kindertagesstätte braucht Winterbach definitiv für das Baugebiet Riedwiesen, das ab 2022 erschlossen werden könnte und in dem einmal bis zu 500 Menschen wohnen sollen. Wie viele Gruppen die Einrichtung bekommen soll, sei „noch komplett offen“, sagt Katrin Leitlein. Man sei noch in der Abstimmung, mit wie viel Kindern man bei so einem Wohngebiet rechnen müsse. Nach ihrem Gefühl könnten mindestens drei neue Gruppen nötig werden, sagt sie.

Zuletzt wurden in Winterbach eigentlich sogar Kindergartenplätze abgebaut und der Kelterkindergarten wurde geschlossen, weil zu wenig Bedarf für Betreuung da war. Jetzt wird es plötzlich eng. Durch viele Zuzüge und die Veränderung des Stichtags zur Einschulung kann die Gemeinde im kommenden Kindergartenjahr ein paar Kindern keinen Platz bieten. Man werde aber niemanden hängenlassen, verspricht Katrin Leitlein, die im Rathaus für die Kindergärten zuständig ist.

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