Winterbach

Klimaschutz im Kinderhaus: Kinder bringen Erzieherinnen und Eltern noch was bei

KinderhausUmwelt
Erzieherin Dilan Lukacek mit zwei im Kinderhaus betreuten Mädchen und den neu angeschafften Nasstaschen, die im Herbst helfen, 20 bis 30 Plastiktüten täglich zu sparen. © Gaby Schneider

Manchmal braucht es einfach nur einen frischen Blick auf die Dinge. Als die Kinder im Kinderhaus Lerchenstraße sich mit dem Thema Müll beschäftigten, erkannten sie sofort: Hier bei uns stimmt was nicht – wir haben zu wenige Abfalleimer, um den Müll richtig zu trennen. Mit Hilfe von Sponsoren hat das Kinderhaus nun investiert, nicht nur in Mülleimer, sondern unter anderem auch in waschbare und wiederverwendbare Taschen, die die tägliche Flut an Plastiktüten ersetzen und in die die nasse Wäsche der Kinder für den Heimtransport gepackt wird.

Da kommt in den vier Gruppen der Kindertagesstätte mit insgesamt 85 Betreuungsplätzen einiges zusammen: Im Herbst und Winter, mit Regen- und Matschwetter, sagt Leiterin Samanta Lipski, kämen sie locker auf 20 bis 30 Kinder mit nassen Klamotten – am Tag! Das bedeutet: täglich 20 bis 30 Plastikmülltüten, in die die nasse Wäsche gesteckt wird, um sie den Eltern nach dem Ende des Kita-Tages mit nach Hause zu geben. So ist das die ganz normale Praxis in den meisten Kindergärten und Kitas.

Nasstaschen statt Plastiktüten

Das Winterbacher Kinderhaus hat der Plastikflut nun jedoch ein Ende bereitet – durch eine ganz simple Investition: sogenannte Nasstaschen aus Stoff. Diese sind innen mit einem wasser- und schmutzabweisenden Material ausgestattet. Die Eltern waschen sie dann entweder selbst zu Hause oder sie wandern im Kinderhaus in die Waschmaschine, die sowieso für Geschirrtücher und anderes einmal am Tag läuft und deren Fassungsvermögen damit auch besser ausgenutzt wird.

Ausgangspunkt des Ganzen war die intensive Beschäftigung mit den Themen Umwelt- und Klimaschutz mit den Kindern. „Da haben wir festgestellt, dass wir nicht so klimafreundlich sind, wie wir dachten“, sagt Erzieherin Dilan Lukacek. Das Kinderhaus nahm 2022 am „Eco Run“, einem Sponsorenlauf unter dem Motto „Laufen für ein gutes Klima“, teil. Das eigentliche Ziel, das „Hauptprojekt“, sei es gewesen, eine insektenfreundliche Hecke im Garten der Einrichtung zu pflanzen, sagt Dilan Lukacek.

Dann hätten jedoch die zwei Winterbacher Landschafts- und Gartenbaufirmen Merkt und Abi diese Hecke ganz alleine gesponsort. Die Firma Schahl und Buller spendete außerdem Sträucher mit essbaren Früchten. So sei das beim Sponsorenlauf zusammengekommene Geld frei gewesen für andere Anschaffungen.

Neben den Nasstaschen hat das Kinderhaus Köcher für Bilder und Gebasteltes der Kinder gekauft, die bis dahin ebenfalls immer in Plastiktüten mit nach Hause gegeben wurden.

„Alles in einen Eimer – das ist ja falsch“

„Den Kindern ist im Projekt gleich aufgefallen: Wir schmeißen ja alles in einen Eimer, das ist ja falsch“, sagt Dilan Lukacek. Im Mitarbeiterraum und im Bistro, wo die Kinder essen, habe es zwar schon Mülltrennung gegeben. In den anderen Räumen aber nicht. Sieben Mülleimer, mit dreifacher Trennung in Restmüll, Plastik und Papier, mussten also angeschafft werden.

Zu dem Projekt im Kinderhaus, das mehrere Wochen dauerte, gehörten aber noch andere Sachen: Die Erzieherinnen bastelten mit den Kindern zum Beispiel Solarautos und einen Solarbackofen, mit dem in der Sommerhitze dann sogar Müsliriegel gebacken werden konnten. „Wir haben einfach versucht, den Kindern die Themen Umwelt- und Klimaschutz näherzubringen“, sagt Dilan Lukacek.

Die Kinder hätten bei der Gestaltung der Projekte viel mitreden und bestimmen können, in welche Richtung alles geht, sagt Kinderhausleiterin Samanta Lipski. Von ihnen sei zum Beispiel die Idee gekommen, aus Altpapier neues zu machen. Mit einer großen Ausstellung beim „Eco Run“ wurde alles dann Eltern und Großeltern präsentiert.

Diese seien begeistert davon gewesen, sagt Lipski, welches Wissen die Kinder hätten. Da konnten die Großen von den Kleinen dann auch noch etwas lernen: „Das Schöne war, dass das etwas war, das die Kinder ihren Eltern erklären konnten.“

Manchmal braucht es einfach nur einen frischen Blick auf die Dinge. Als die Kinder im Kinderhaus Lerchenstraße sich mit dem Thema Müll beschäftigten, erkannten sie sofort: Hier bei uns stimmt was nicht – wir haben zu wenige Abfalleimer, um den Müll richtig zu trennen. Mit Hilfe von Sponsoren hat das Kinderhaus nun investiert, nicht nur in Mülleimer, sondern unter anderem auch in waschbare und wiederverwendbare Taschen, die die tägliche Flut an Plastiktüten ersetzen und in die die nasse

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