Winterbach

Landratsamt zu Radschnellweg und Hundefreunden Winterbach: „Konflikte bekannt“

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Radweg am Gelände des Vereins der Hundefreunde in Winterbach. Vereinsvorsitzender Marc Lenz sagt: Gefährliche Situationen gebe es dort schon jetzt immer wieder. © Gabriel Habermann

Der durchs Remstal geplante Radschnellweg soll an der Rems bei Winterbach direkt am Gelände des Vereins der Hundefreunde (VdH) vorbeiführen. Der Verein befürchtet dadurch gefährliche Situationen und Probleme – mehr noch, als es ohnehin schon gebe. Das Landratsamt will dennoch zunächst an der geplanten Route festhalten. Diese sei gut gegen Alternativen abgewogen worden, so das Amt auf Anfrage unserer Zeitung. Aber: Falls bei der Detailplanung keine Lösungen für bestimmte „Konflikte“ gefunden werden könnten, „muss die Linie nochmals angepasst werden“.

Eine detaillierte Entwurfsplanung werde erst im nächsten Schritt des Verfahrens erstellt, so das Landratsamt. „Mögliche Konflikte lassen sich in der Entwurfsplanung noch besser betrachten und wir müssen gute Lösungen dafür finden.“ Derzeit werten die Planer die Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu den bisher festgelegten Trassenverläufen für den Radschnellweg aus, die bis Ende August gesammelt wurden. Marc Lenz, der Vorsitzende des Vereins der Hundefreunde, hatte dem Landratsamt in diesem Zuge seine Bedenken mitgeteilt.

Weg nahe an den Parkplätzen

„Bei uns ist es heute schon gefährlich“, sagte Marc Lenz gegenüber unserer Zeitung. Bei der Renaturierung der Rems sei der bestehende Fuß- und Radweg schon näher an das Vereinsgelände herangerückt. Er verlaufe seitdem direkt an den Parkplätzen entlang, wo die Hunde aus den Autos ein- und aussteigen. Es sei dort viel los, Sport- und Freizeitradler, Familien mit Kindern, Inlineskater und viele Fußgänger seien unterwegs.

Das Landratsamt sagt zu den Bedenken der Hundefreunde: „Die bereits bestehenden Konflikte in diesem Bereich sind uns bekannt.“ Man wolle nicht weitere schaffen, sondern „eine Verbesserung für alle Personengruppen“ schaffen. Die Standards für Radschnellwege beinhalten „unter anderem eine sichere Trennung der Verkehrsarten“.

Marc Lenz ist allerdings der Ansicht, dass in dem engen Streifen zwischen Rems und dem Gelände des VdH kein Platz ist, um einen von anderen Verkehrsarten getrennten Radschnellweg hinzubekommen. Er hatte eine alternative Route vorgeschlagen. Die würde von Remshalden kommend nördlich statt südlich der Rems verlaufen, im Ort über die Fabrikstraße führen und über die Jägerstraße weiter zur Remsbrücke und zum Kreisverkehr, wo der Trassenverlauf dann wieder auf der geplanten und vom Gemeinderat favorisierten Route landen würde.

Dazu sagt das Landratsamt: „Es wurden viele Trassen untersucht und diskutiert.“ Auch die vom VdH vorgeschlagene sei betrachtet worden, habe aber Nachteile: Weil nördlich der Rems irgendwann ein weiteres Hochwasserrückhaltebecken entstehen soll, ändere sich die heutige Wegeführung, und es müsse eine Steigung über den Damm bewältigt werden. „Zudem ist die Jägerstraße so schmal, dass im Zuge einer Fahrradstraße viele Stellplätze wegfallen würden.“

Fahrradstraßen innerorts

Die bestehenden Straßen, über die der Radschnellweg innerhalb des Orts geführt wird, sollen Fahrradstraßen werden, auf denen Radler gleichberechtigt mit Autos unterwegs sind. Zur aktuellen Linienführung schreibt das Landratsamt: Sie sei „das Ergebnis intensiver Untersuchungen und Abwägungen und basiert letztlich auf dem Beschluss des Gemeinderates“.

Das Landratsamt hat nach eigenen Angaben 300 Rückmeldungen aus der Bürgerschaft zu den Planungen für den Radschnellweg zwischen Fellbach und Schorndorf erhalten. Die Anregungen sollen nun einfließen in die weitere Entwurfsplanung.

Der durchs Remstal geplante Radschnellweg soll an der Rems bei Winterbach direkt am Gelände des Vereins der Hundefreunde (VdH) vorbeiführen. Der Verein befürchtet dadurch gefährliche Situationen und Probleme – mehr noch, als es ohnehin schon gebe. Das Landratsamt will dennoch zunächst an der geplanten Route festhalten. Diese sei gut gegen Alternativen abgewogen worden, so das Amt auf Anfrage unserer Zeitung. Aber: Falls bei der Detailplanung keine Lösungen für bestimmte „Konflikte“ gefunden

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