Winterbach

Neue Schulleiter der Lehenbachschule Winterbach: Lehrerversorgung auf Kante genäht

RektorenLehenbach
Ulrich Mittnacht (links) ist der neue Rektor der Winterbacher Lehenbachschule, Peter Hutzel neuer Konrektor: „Wir müssen die Gemeinschaftsschule vielleicht noch besser erklären.“ © Gaby Schneider

Mehr Winterbacher Grundschüler nach der vierten Klasse auf die Gemeinschaftsschule lotsen – das ist eines der Ziele, die sich der neue Rektor Ulrich Mittnacht und der neue Konrektor Peter Hutzel gesetzt haben. Denn: In diesem Schuljahr hat die Lehenbachschule nur eine fünfte Klasse. Die gute Nachricht derzeit ist: Alle Unterrichtsstunden sind abgedeckt und es sind genug Kapazitäten bei Lehrerinnen und Lehrern da, um AGs und Zusatzangebote stemmen zu können. Aber, sagt Ulrich Mittnacht: Sobald es Krankheitsausfälle im Kollegium gebe, werde es eng. Das, so muss man es einordnen, ist derzeit die Situation, wie sie an eigentlich allen Schulen ist.

Beide leben in der Nachbarschaft von Winterbach

Mit Ulrich Mittnacht und Peter Hutzel gibt es an der Lehenbachschule einen kompletten Neustart in der Leitung. Christine Walter-Krause und Michael Ziegler, das bisherige Führungsduo verabschiedete sich vor den Sommerferien in den Ruhestand. Für die beiden Neuen ist ihre neue Wirkungsstätte aber keine völlige Unbekannte.

Peter Hutzel ist geborener Schorndorfer und lebt dort heute noch. Der 46-Jährige war zuvor Konrektor an der Künkelin-Grundschule in Schorndorf und zuletzt an der Urbacher Wittumschule ebenfalls Konrektor.

Ulrich Mittnacht hat auch keinen weiten Weg: Er lebt in Lichtenwald und fährt mit seiner Familie regelmäßig zum Einkaufen nach Winterbach. Der 39-Jährige war bisher Konrektor an der Anne-Frank-Gemeinschaftsschule in Stuttgart-Möhringen. Beide, Mittnacht und Hutzel, sind Väter von drei Kindern.

Hutzel sagt, es sei gerade der Neuanfang mit einem ganz neuen Führungsteam, der ihn gereizt habe, eine neue Herausforderung an der Lehenbachschule zu suchen. Mittnacht und er hätten dann schnell festgestellt, dass es zwischen ihnen gut passe und es „sehr viele Überschneidungen gibt, wie wir uns Schule und Gemeinschaftsschule vorstellen“. Dadurch hätten sie schon mit einem „gewachsenen Konsens“ untereinander den Lehrer-Kolleginnen und -Kollegen gegenübertreten können.

Realschule und Grundschule als Hintergrund

Gleichzeitig würden sie sich in ihrer Unterschiedlichkeit gut ergänzen, meint Ulrich Mittnacht. Er selbst ist von Haus aus Realschullehrer, seine bisherige Schule entwickelte sich als Realschule zur Gemeinschaftsschule. Die Situation in Winterbach mit der dazugehörigen Grundschule und der Hauptschule, die zur Gemeinschaftsschule wurde, kennt dagegen Peter Hutzel von der Wittumschule Urbach.

„Wir denken, dass wir die Grundschule mehr in den Blick nehmen müssen“, sagt Ulrich Mittnacht. Insbesondere die Verzahnung mit der Sekundarstufe auf der Gemeinschaftsschule müsse verstärkt werden. „Wir wollen eine größere Übergangsquote von unserer eigenen Grundschule auf unsere Gemeinschaftsschule.“ In diesem Schuljahr seien mehr Schülerinnen und Schüler von außerhalb in die fünfte Klasse der Gemeinschaftsschule gekommen als von der Winterbacher Grundschule. Gleichzeitig seien aber auch viel weniger Kinder aus Schorndorf gekommen als in den vergangenen Jahren. Alles zusammen führte dazu, dass es nur eine neue fünfte Klasse mit 25 Schülerinnen und Schülern gibt.

„Das ist für uns extrem bitter“, sagt Peter Hutzel. Schon drei bis fünf Schüler mehr hätten gereicht, um zwei Klassen zu bilden. Und diese Zweizügigkeit bringt der Schule mehr Lehrerstunden und macht vieles in der Organisation sehr viel einfacher.

Großer Andrang machte im vergangenen Schuljahr eine „Lenkung“ nötig

Dabei ist der Rückgang des Zustroms aus Schorndorf kein Zeichen dafür, dass die Lehenbachschule dort keinen guten Ruf hätte, im Gegenteil: Im vergangenen Schuljahr seien so viele Anmeldungen eingegangen, dass man drei fünfte Klassen hätte bilden müssen, sagt Peter Hutzel. Da dafür nicht die Kapazitäten da gewesen seien, habe man eine sogenannte „Lenkung“ gemacht. Das heißt: Den Schorndorfern wurde gesagt, dass sie auf Schorndorfer Schulen gehen müssen. So was spreche sich bis in den nächsten Jahrgang herum, deswegen hätten es dieses Jahr viele gar nicht erst probiert, auf die Lehenbachschule zu kommen, ordnet Ulrich Mittnacht ein.

Mittnacht und Hutzel sind überzeugt: Die Gemeinschaftsschule hat noch viel Potenzial. Sie glauben, dass sich viele Eltern aus den falschen Gründen gegen diese Schulform entscheiden, weil das Wissen über ihre Eigenarten und Vorteile immer noch fehle. Hier wollen sie verstärkt ansetzen: „Wir müssen die Gemeinschaftsschule vielleicht noch besser erklären“, sagt Ulrich Mittnacht. Es ist aus seiner Sicht auch sehr erstrebenswert, dass möglichst viele Kinder von der ersten bis zur neunten Klasse zusammenbleiben und eine Gemeinschaft bilden und von Pädagoginnen und Pädagogen gefördert werden, die sie gut kennen – in der ganzen Unterschiedlichkeit in Persönlichkeiten und Leistungsstärken der Schülerinnen und Schüler.

„Wir sind der Überzeugung, dass jedes Kind von der Heterogenität profitieren kann“, sagt Mittnacht. In der Grundschule sei diese ganz normal, dort werde jeder auf seinem Leistungsniveau gefördert. Warum das eigentlich nach der vierten Klasse aufbrechen und nicht danach fortführen?

Es sei eine Aufgabe, sagt Peter Hutzel, ins Bewusstsein der Winterbacher zu bringen, dass man im eigenen Ort an der Gemeinschaftsschule einen Realschulabschluss machen könne: „Dafür muss man nicht nach Geradstetten oder Schorndorf.

Enges Schüler-Lehrer-Verhältnis: „Das tut vielen Kindern gut“

Zu den Stärken der Gemeinschaftsschule zählen die beiden, dass sie durch den Ganztagsbetrieb nicht nur Lern-, sondern auch Lebensort ist. Die Schülerinnen und Schüler verbringen dort einen großen Teil ihres Tages. Dadurch könne man sie ganz anders fördern. Es gebe viele Angebote über den Unterricht hinaus, auch die örtlichen Vereine seien involviert – und sollen das dem Willen der Gemeinde und der neuen Schulleitung nach noch stärker werden. Durch die regelmäßigen Lern-Coaching-Gespräche entwickle sich zudem ein viel engeres Schüler-Lehrer-Verhältnis, sagt Ulrich Mittnacht. „Das tut vielen Kindern gut.“

Er betont dabei aber auch: „Uns ist das Niveau wichtig.“ Man fordere Leistung von den Schülerinnen und Schülern und versuche, sie auf ein möglichst hohes Niveau zu bringen. Das Ziel sei: „Jedes Kind ein bisschen schlauer und selbstbewusster zu machen, in der Persönlichkeit zu stärken und auf den bestmöglichen Abschluss vorzubereiten.“

Mehr Winterbacher Grundschüler nach der vierten Klasse auf die Gemeinschaftsschule lotsen – das ist eines der Ziele, die sich der neue Rektor Ulrich Mittnacht und der neue Konrektor Peter Hutzel gesetzt haben. Denn: In diesem Schuljahr hat die Lehenbachschule nur eine fünfte Klasse. Die gute Nachricht derzeit ist: Alle Unterrichtsstunden sind abgedeckt und es sind genug Kapazitäten bei Lehrerinnen und Lehrern da, um AGs und Zusatzangebote stemmen zu können. Aber, sagt Ulrich Mittnacht:

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