Winterbach

Party in Winterbach trotz angespannter Corona-Lage: Snow Company feiert mit bis zu 250 Gästen

Strandbar51
In den Räumen der Strandbar 51 in Winterbach findet am Samstag ab 20.30 Uhr (Einlass 20 Uhr) die Party der Snow-Company statt. © Gabriel Habermann

Seit Tagen werden derzeit viele für die nächste Zeit geplante Veranstaltungen abgesagt, vor allem solche in Innenräumen. Der Winterbacher Wintersportverein Snow-Company will seine Saisoneröffnungsparty in den Räumen der Strandbar 51 am Samstagabend jedoch stattfinden lassen: „Wir ziehen das mit 2G durch“, sagt der Vorsitzende Frank Kefeder. Die Frage ist dabei aber auch: In was für eine Ski- und Snowboardsaison startet der Verein unter diesen Bedingungen überhaupt?

Frank Kefeder war in dieser Woche beruflich in Österreich, er meldet sich von unterwegs per Handy. Die 2G-Regel, der Lockdown für Ungeimpfte, die die Wohnung nur noch für Einkäufe und andere dringende Angelegenheiten verlassen dürfen, werde in Österreich „knallhart durchgesetzt“, sagt er. „Das wird noch spannend.“ Er meint damit die Wintersportsaison in der Alpenrepublik. Österreich erkennt einen Impfstatus nur dann als vollständig an, wenn die Zweitimpfung nicht länger als 360 Tage zurückliegt. Werde dieser Zeitraum noch gesenkt, hätten viele ein Problem, meint Kefeder. Im Moment sei er in Innsbruck, die Gegend sei voll mit Touristen, auch mit Deutschen.

„Nicht, dass die Snow-Company für einen Hotspot verantwortlich ist“

Die Snow-Company wolle mit ihren Skilehrern Anfang Dezember auch nach Österreich ins Skigebiet am Stubaier Gletscher, so Frank Kefeder. Wer nicht geimpft sei, könne da derzeit nicht mit. „Wir nehmen aber trotzdem Tests mit.“ Auf keinen Fall wolle man einen Infektionsherd mit nach Hause bringen. „Wir haben auch gesagt, wir machen kein Après-Ski als Gruppe. Man muss es nicht herausfordern. Ich möchte nachher nicht lesen, dass die Snow-Company für einen Hotspot im Remstal verantwortlich ist.“

Auch in Deutschland steigen die Infektionszahlen weiterhin auf immer neue Höchstwerte, im Rems-Murr-Kreis waren es am Mittwoch, 17.11., mehr als 3200 aktive Corona-Fälle und auch die Belegung der Intensivbetten mit Corona-Patienten nimmt immer weiter zu. Was die Saisoneröffnungsparty jetzt am Samstag in der Strandbar in Winterbach angeht, hat Frank Kefeder dagegen, anders als beim Après-Ski in Österreich, keinerlei Bedenken. „In Winterbach ist man sicher“, so seine Überzeugung. Es dürften ja nur Geimpfte und Genesene mit dem entsprechenden Nachweis zur Party. Die Begrenzung auf 250 Gäste hält er für ausreichend. Der Veranstaltungsort habe eine relativ frisch nachgerüstete, gute Lüftungsanlage, zusätzlich habe die Strandbar drei mobile Lufteinigungsgeräte angeschafft. Eine Maskenpflicht gilt auf der Party laut Kefeder nicht. So sei zumindest der derzeitige Stand (Donnerstag, 18.11.). Welche Änderungen und neuen Beschlüsse möglicherweise der Bund-Länder-Gipfel an diesem Donnerstagnachmittag brächten, müsse man abwarten.

"Wir sind die Letzten, die sagen, wir ziehen das mit Gewalt durch"

Der Snow-Company-Vorsitzende ist der Ansicht: Da die derzeitigen Regeln eine solche Party auch in der Alarmstufe der Corona-Verordnung des Landes zulassen, könne man sie auch stattfinden lassen. Man sei auch in engem Austausch mit den Behörden dazu. Kefeder sagt auch, wenn die Party von behördlicher Seite untersagt werde, werde man das anstandslos akzeptieren. „Wir sind die Letzten, die sagen, wir ziehen das mit Gewalt durch. Wir wollen niemanden gefährden und uns nicht gefährden.“

Es sei nicht so, dass der Verein zwingend auf den finanziellen Erlös der Party angewiesen sei. „Uns geht es darum, zu zeigen, dass es uns noch gibt“, sagt Frank Kefeder. So sei es auch schon mit der Skibörse gewesen, die am 30. Oktober stattfand. Da seien nicht so viele gekommen wie normalerweise, aber man sei trotzdem sehr zufrieden, wie es gelaufen sei.

Die Resonanz im Vorfeld der Party sei groß, berichtet Kefeder. Er bekomme viele Nachrichten von Leuten, auch aus einem größeren Umkreis, aus Esslingen oder Kirchheim, die wissen wollten: „Zieht ihr es durch?“ Die Vorfreude sei bei vielen groß. Insgesamt meint er: „Wir kennen unsere Gäste.“ Er könne natürlich bei 250 Menschen nicht für jeden die Hand ins Feuer legen, aber er gehe davon aus, dass alle sich ordentlich benähmen, auch mit etwas Alkohol intus. „Ich glaube, wir haben ein Publikum, das dankbar ist, dass was stattfindet.“

Was ist mit dem Winterbacher Weihnachtsweg?

Wie geht die Gemeindeverwaltung als Ordnungsbehörde mit Veranstaltungen wie der Party der Snow-Company um? Man könne bei privaten Veranstaltungen in Räumlichkeiten, die nicht der Gemeinde gehören, nur Einfluss nehmen im Rahmen dessen, was die Corona-Verordnung hergebe, sagt Bürgermeister Sven Müller. „Die Regelungen müssen von Bund und Land kommen.“

Die derzeitige Lage könne man von sehr vielen Seiten betrachten und immer zu anderen Schlüssen kommen, findet er, da gebe es nicht den einen und einzigen richtigen Weg. „Was ich persönlich davon halte, das spielt keine Rolle“, sagt er. In den Hallen und Räumlichkeiten der Gemeinde seien in nächster Zeit keine Veranstaltungen geplant, deswegen müsse man da derzeit keine Entscheidungen über mögliche Absagen treffen.

Was den für Sonntag, 28. November, geplanten Weihnachtsweg als Weihnachtsmarktersatz angeht, werde in dieser Woche noch eine Entscheidung getroffen. Da warte man noch die Ergebnisse des „Corona-Gipfels“ von Bund und Ländern ab und wolle sich mit den Teilnehmern des Weihnachtswegs austauschen.

Seit Tagen werden derzeit viele für die nächste Zeit geplante Veranstaltungen abgesagt, vor allem solche in Innenräumen. Der Winterbacher Wintersportverein Snow-Company will seine Saisoneröffnungsparty in den Räumen der Strandbar 51 am Samstagabend jedoch stattfinden lassen: „Wir ziehen das mit 2G durch“, sagt der Vorsitzende Frank Kefeder. Die Frage ist dabei aber auch: In was für eine Ski- und Snowboardsaison startet der Verein unter diesen Bedingungen überhaupt?

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Frank

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