Winterbach

Planungen für Winterbacher Zeltspektakel 2022 laufen "mit angezogener Handbremse" an

SteffenClauss
Steffen Clauss in seinem Element beim Winterbacher Zeltspektakel 2019. © Gaby Schneider

Es war für viele eine traurige Nachricht, als die Kulturinitiative Rock im vergangenen Jahr bekanntgab, dass es 2021 kein Zeltspektakel geben wird. Die Corona-Lage lässt es nicht zu. Auch ansonsten musste der Veranstalter viele Konzerte verschieben. Trotzdem trifft sich der Vereinsvorstand der Initiative regelmäßig online, der Kontakt ist nicht eingeschlafen. Wird etwa schon für die Zeit nach der Pandemie geplant?

Zunächst einmal hat die Initiative zu Beginn des Jahres eine Aktion für von der Krise gebeutelte Musiker organisiert. „Wir haben uns überlegt, wie man den regionalen Künstlern helfen kann“, sagt Steffen Clauss, Kopf des Winterbacher Vereins. Dabei kam eine ganz konkrete Idee heraus: Der Veranstalter bot Künstlern, die ihm bereits von vergangenen Auftritten bekannt sind, an, eine Vorab-Gage auszubezahlen. „Sie bekommen jetzt das Geld und spielen später“, erklärt Clauss das Konzept. Das Angebot galt aber nur den Künstlern, die hauptberuflich von ihrer Musik leben.

"Corona-Festival": Erlös soll an Künstler gehen

Angedacht ist, wenn die Pandemie vorbei ist, eine Art großes „Corona-Festival“ mit allen Musikern zu veranstalten, denen die Vorab-Gage ausbezahlt wurde. Obwohl die Künstler ihre Gage im Vorfeld bekommen haben, müssten sie bei dem Event aber nicht umsonst spielen. Der Erlös der Veranstaltung - nach Abzug der Kosten - würde ebenso den Künstlern zugutekommen. „Was übrig bleibt, wird gleichmäßig verteilt“, so Steffen Clauss.

Finanziert werden konnte die Aktion zu einem Großteil mit den Mitgliedsbeiträgen des Vereins, die zu Beginn des Jahres eingezogen wurden. „Wir haben unsere Mitglieder angeschrieben und von der Idee berichtet“, so Clauss. Da die Initiative 2020 kaum Veranstaltungen ausrichten konnte und es auch dieses Jahr schlecht für Musik-Events aussieht, sollen die Beiträge auf diesem Wege etwas Gutes bewirken.

Bei den Künstlern kam die Aktion überraschend gut an. „Durch die Bank haben sich alle gefreut, dass man an sie denkt“, berichtet Steffen Clauss. Er habe den Eindruck, die Geste komme sogar noch vor dem Finanziellen. Zudem seien die Rückmeldungen der Künstler, die die Initiative angeschrieben habe, sehr ehrlich gewesen. „Es gab wirklich auch Leute, die haben sich sehr gefreut und wollen gerne auf dem Festival spielen, haben aber gesagt, dass wir es lieber den anderen geben sollen, weil die Not bei ihnen nicht so groß ist“, sagt Steffen Clauss. Etwa 40 Künstlern zahlte der Verein eine Vorab-Gage aus.

Kleine Konzerte im Sommer?

Wann die Musiker tatsächlich auftreten können, ist noch Zukunftsmusik. Wenn sich die Situation nicht bald entspannt, wird die Initiative selbst manche ihrer schon geplanten Konzerte vielleicht sogar zum zweiten Mal vertagen müssen. Steffen Clauss hofft, dass es nicht so weit kommen muss.

Statt des abgesagten Zeltspektakels 2021 würde die Kulturinitiative im Sommer gerne ein paar Konzerte im kleineren Rahmen und im Freien bieten. Damit die geplanten Konzerte im Herbst bei voller Salierhalle stattfinden könnten, müssten sich die Vorschriften bis dahin aber noch deutlich ändern. Doch wie wahrscheinlich ist das?

„Ich rechne mit gar nichts“, sagt Steffen Clauss. Gleichzeitig hat er aber einen großen Wunsch: „Ich hoffe, dass das Zeltspektakel 2022 wieder zu normalen Voraussetzungen stattfinden kann.“ Dafür sei aber eine vollständige Öffnung der Gesellschaft notwendig. „Da kann man keine Abstandskonzerte kalkulieren“, sagt Steffen Clauss. „Das wäre unwirtschaftlich.“ Wirklich entschieden ist also noch nichts, die Planungen für ein großes Event im nächsten Jahr sind allerdings schon einmal angelaufen, „mit angezogener Handbremse“.

Keine versteckte Begrenzung

Von der Idee, dass Veranstalter nur geimpfte Menschen an ihren Events teilnehmen lassen, hält Steffen Clauss überhaupt nichts. Dazu äußerte er sich schon einmal in unserer Zeitung, seitdem hat sich seine Meinung nicht geändert. „Das wäre ja eine versteckte Begrenzung“, sagt er. „Das halte ich für absolut gefährlich.“ Für den Veranstalter wäre es wirtschaftlich nicht machbar, außerdem würde es „die Leute gegeneinander ausspielen“. Steffen Clauss hofft stattdessen auf eine rasche Durchimpfung der Gesellschaft.

Generell kann er sagen: „Wir sind heiß darauf, wieder Konzerte zu veranstalten.“ Der Verein brauche Bewegung, die Künstler Stoff und der Mensch Kultur. Bleibt zu hoffen, dass die vorsichtigen Planungen der Initiative in den nächsten Monaten Fahrt aufnehmen und dann tatsächlich in einem Zeltspektakel 2022 ihren fulminanten Abschluss finden können.

Es war für viele eine traurige Nachricht, als die Kulturinitiative Rock im vergangenen Jahr bekanntgab, dass es 2021 kein Zeltspektakel geben wird. Die Corona-Lage lässt es nicht zu. Auch ansonsten musste der Veranstalter viele Konzerte verschieben. Trotzdem trifft sich der Vereinsvorstand der Initiative regelmäßig online, der Kontakt ist nicht eingeschlafen. Wird etwa schon für die Zeit nach der Pandemie geplant?

Zunächst einmal hat die Initiative zu Beginn des Jahres eine Aktion für

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