Winterbach

Platte SUV-Reifen auch bei Jochen Haußmann (FDP): "Das ist kein Kavaliersdelikt"

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Der Kernener FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann. © Gabriel Habermann

Nicht nur bei einigen Autobesitzern in Winterbach wurde von Klimaaktivisten unlängst die Luft aus ihren SUV-Reifen abgelassen. Auch der Kernener FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann war davon bereits betroffen, wie er nun berichtet. Allerdings nicht im Remstal, sondern während eines Urlaubs in den Niederlanden in diesem Jahr.

Warum Haußmann nicht mit dem E-Auto in den Urlaub fuhr

Zwar besitze er auch ein kleines E-Fahrzeug, betont Haußmann. Doch Urlaubsfahrten nach Holland seien damit schlicht nicht möglich, „genauso ist in vielen anderen Einsatzbereichen wie größere Einsätze mit Anhänger fürs Ehrenamt oder für Gartenarbeiten ein entsprechendes Fahrzeug notwendig“.

Er kritisiert das Druckablassen an SUV-Reifen, wie am Wochenende in Winterbach, „als völlig inakzeptabel“ und stuft es als Form der Gewalt ein.

Tyre Extinguishers bekennt sich zu Aktionen

An den Fahrzeugen in Winterbach, aber auch bei Haußmann waren jeweils Flugblätter der „Tyre Extinguishers“ angebracht. Darin erklärt die lose Gruppe, die in Großbritannien ihren Ursprung hat, weshalb sie zu diesem Mittel gegriffen hat. Inzwischen gibt es auch eine Antwort auf unsere Presseanfrage von Sonntag zu dem Fall in Winterbach.

Darin bekennen sich die Tyre Extinguishers zu den Aktionen, weisen aber auf Folgendes hin: „We are a decentralised group and this action wasn’t reported to us but not all actions are.“ Sprich: Es handelt sich also um eine dezentral agierende Gruppe ohne Führungsstruktur – und es werden nicht alle Aktionen an die Organisation gemeldet, so auch nicht die in Winterbach. 

"Mehrheiten müssen entscheiden, nicht Gewalt"

Jochen Haußmann, FDP-Landtagsabgeordneter im Wahlkreis Schorndorf, lehnt diese Aktionsform grundsätzlich ab. Er findet: „Bei strittigen Themen müssen Argumente und Mehrheiten entscheiden, nicht Gewalt. Das gilt auch für Klimaschutzdebatten.“

Den Verursachern müsse klar sein, dass sie damit Verkehrsunfälle mit unabsehbaren Folgen riskieren. „Das ist kein Kavaliersdelikt.“ Er warnt zugleich davor, „die gesellschaftliche Übereinkunft aufzukündigen, dass wir unsere politischen Vorstellungen auf politischer Ebene diskutieren und entscheiden, auch wenn sich dadurch bei manchen Druck aufbaut, weil es ihnen nicht schnell genug geht. Aber diesen Druck abzulassen, geht nur per Diskussion.“

Der Zweck heiligt die Mittel nicht

Auch für Klimaaktivisten könne der Zweck nicht jedes Mittel rechtfertigen. Keine Gruppe dürfe das Privileg beanspruchen, dass sie ihre Auffassungen anderen einfach aufzwingen kann. Jochen Haußmann fordert auch deshalb alle auf, „sich gut zu überlegen, wie schnell Gewalt eskalieren kann“.

Nicht nur bei einigen Autobesitzern in Winterbach wurde von Klimaaktivisten unlängst die Luft aus ihren SUV-Reifen abgelassen. Auch der Kernener FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann war davon bereits betroffen, wie er nun berichtet. Allerdings nicht im Remstal, sondern während eines Urlaubs in den Niederlanden in diesem Jahr.

Warum Haußmann nicht mit dem E-Auto in den Urlaub fuhr

Zwar besitze er auch ein kleines E-Fahrzeug, betont Haußmann. Doch Urlaubsfahrten nach Holland

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