Winterbach

Rag'n'Bone Man beim Zeltspektakel in Winterbach: Beats, Bass und Liebe

Rag 'n' Bone Man
Der Rag 'n' Bone Man beim Zeltspektakel 2022 in Winterbach. © Alexandra Palmizi

Ja, am Ende spielt er ihn doch, den Hit, auf den alle gewartet haben. Geradezu erlöst jubelt das Publikum, als die ersten Beats des Songs durchs Zelt an der Rems wummern. „Human“ heißt der und hat sich mal im Jahr 2016 immerhin zwölf Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts behauptet. Nun also auf der Bühne des Winterbacher Zeltspektakels. Der Brite Rory Graham alias Rag'n'Bone Man hat mit seinem Set den zweiten Abend des Festivals nach James Blunt bestritten.

Irgendwas zwischen Bluesrock und R'n'B

Reichlich Stimmung zu Beginn. Dann liefert Graham – ausgerüstet als optischer Hiphopper mit Goldkette, Goldzahn und weißem Shirt – ein paar mittelspektakuläre Songs. Wie ein echter Bad Boy, wie ein Gangster- Rapper wirkt er dennoch nicht. Ist es Blues, Soul oder R’n‘B, was er da liefert? 

Irgendwas durchaus Interessantes dazwischen begeistert das Publikum. Bass, lässig gezogene Soulschleifen, die Backgroundsängerinnen grooven. Das Publikum auch.

Dann eine Liebesbekundung an die Deutschen. Schließlich habe hier seine Karriere erst so richtig begonnen, bevor sich in der Heimat überhaupt jemand für den Mann mit den Tattoos im Gesicht interessierte.

Und dann endlich nimmt die ganze Sache wieder Fahrt auf. Mehr Beats, mehr Bass, mehr Hände, mehr gezückte Mobiltelefone, und dann eben der Hit...

Helfer lieben es, Teil von etwas so Großem zu sein

Alles in allem wirklich enorm, was da in Winterbach durch beinahe ausschließlich ehrenamtliches Engagement auf die Beine gestellt wird. Und das geht in Zeiten einer Corona-Pandemie auch nicht ohne kleine Aufreger.

Luise Christmann, Zweite Vorsitzende der Kulturinitiative Winterbach, erzählt: „Jeden Tag melden sich mehrere Helfer ab, weil sie sich in die Corona-Quarantäne verabschieden müssen.“

Aber, was außerordentlich ist: „Die meisten liefern gleichzeitig eine Vertretung mit.“ Schließlich fühlten sich alle dem Festival unglaublich verbunden.

So zum Beispiel auch Annett Lobeda. Sie verkauft am Donnerstagabend Getränkemarken am Verpflegungsstand. Schon seit etlichen Jahren, erzählt sie, macht sie mit. „Es ist so schön, ein Teil von so etwas Großem zu sein.“ Immerhin 2000 Schichten sind pro Festival zu vergeben. Und damit es auch in Zukunft immer weitergeht, hat sie auch Sohn Vincent als Helfer akquiriert.

In der Zeltspektakel-Woche gehen die Uhren anders

Der 14-Jährige sitzt zufrieden an der Kasse neben ihr und handelt an diesem Abend ebenfalls mit Getränkemarken. Über die Zubettgehzeit wird heute nicht verhandelt. Der Tag ist erst zu Ende, wenn auf dem Festivalgelände Schicht im Schacht ist. Ob in Winterbach morgen keine Schule mehr ist? „Doch, klar“, heißt es.

„Aber in der Zeltspektakelwoche laufen die Uhren hier eben anders“, weiß Mutter Annett und grinst. Immerhin zwei Drittel der Winterbacher seien aktuell im Ausnahmezustand.

Das freut auch Luise Christmann von der Kulti. „Die Leute sind einfach sehr gut drauf.“ Auch die Bands fühlten sich sehr wohl. So sehr, dass die Crew rund um James Blunt am Tag zuvor sogar mitgeholfen hatte, Teppiche zusammenzurollen und die Pagoden unwetterfest zu machen.

Corona? Wer möchte, kann sich schützen

Und Corona? Na, so richtig eine Rolle spiele das Virus für die Konzertbesucher eigentlich nicht, berichtet Christmann. „Das muss auch jeder selbst wissen“, findet sie. Wer wolle, könne sich ja mit Masken schützen. Allerdings: Die meisten, die an diesem Abend im Winterbacher Festivalzelt untergekommen sind, haben sich gegen eine Maske entschieden.

Immerhin gibt's die Möglichkeit, Abstand zu halten – zumindest im Stehplatz-Bereich ist an diesem Abend noch ausreichend Fläche verfügbar. Nur ein paar wenige wippen mit ihrer FFP2-Maske auf Mund und Nase mit.

Eine von ihnen erklärt später ihre Beweggründe. Sie sei Medizinstudentin. „Ich weiß, was das Virus bewirken kann."

Das macht dem großen Rest indes nichts aus. Darüber will man jetzt nicht nachdenken. Es ist Sommer. Kein Lockdown. Dafür Zeltfestival. Endlich.

Ja, am Ende spielt er ihn doch, den Hit, auf den alle gewartet haben. Geradezu erlöst jubelt das Publikum, als die ersten Beats des Songs durchs Zelt an der Rems wummern. „Human“ heißt der und hat sich mal im Jahr 2016 immerhin zwölf Wochen auf Platz 1 der deutschen Charts behauptet. Nun also auf der Bühne des Winterbacher Zeltspektakels. Der Brite Rory Graham alias Rag'n'Bone Man hat mit seinem Set den zweiten Abend des Festivals nach James Blunt bestritten.

Irgendwas zwischen

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