Winterbach

Remsgold in Winterbach: Verena Bund tritt in die Fußstapfen ihres Vaters

WirtschaftsbeilageRemsgold
Verena Bund und ihr Vater Rudolf. © Gaby Schneider

Rudolf Bund ist stolz auf seine beiden Töchter Verena und Marion! Die beiden jungen Frauen haben erfolgreich ihren eigenen Weg in ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben beschritten, sich beruflich in der Wirtschaftsmetropole München etabliert - und sind mittlerweile ins Remstal zurückgekehrt, um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und die Verantwortung für Remsgold sowie die Schwestergesellschaft AlmaWin zu übernehmen: Verena trat 2017 bei Remsgold ein und ist seit 2020 in der Geschäftsführung, Marion, die Jüngere, bereitet sich gerade bei AlmaWin auf die Nachfolge vor.

Pionier im Bereich nachhaltiger Produktion und Erzeugnisse

Die 1962 gegründete Remsgold Chemie GmbH & Co. KG begann in einer kleinen Fabrik in Winterbach mit der Herstellung von Reinigungsprodukten. 1983 übernahm Rudolf Bund die Geschäftsführung und entwickelte das Unternehmen zu einem Pionier im Bereich nachhaltiger Produktion und Erzeugnisse. Achtzig Prozent der erdölchemischen Rohstoffe, referiert Rudolf Bund aus dem Stegreif, seien mittlerweile durch nachwachsende ersetzt. Die Flaschen würden zu 95 Prozent aus Recyclingmaterial bestehen und die Etiketten mit mineralölfreien Farben gedruckt.

Unter den zu hundert Prozent in Deutschland produzierten Marken „BriXomat“, „CleanWave“ und „Bioclean Professional“ vertriebe Remsgold Reinigungs- und Pflegeprodukte für gewerbliche Kunden in den Bereichen Küche, Gastronomie, Hotellerie, soziale Einrichtungen, Schulen, Krankenhäuser sowie Behörden und schule deren Mitarbeiter in deren Anwendung. Dank der jahrzehntelangen Erfahrung, seines Know-hows in Forschung und Entwicklung sowie der modernen und leistungsstarken Abfüllanlage für Flüssig- und Pulverprodukte biete sich das Unternehmen zudem als kompetenter Partner in der Lohnfertigung an.

Remsgold seit 2021 klimaneutral

Säulen der Unternehmensphilosophie seien gelebte Kundennähe und hohe Serviceorientierung, die in der kompetenten fachlichen Beratung, technischem Service sowie durch telefonische Betreuung zum Ausdruck kommen. „Remsgold ist der Überzeugung, dass aus der persönlichen Beziehung mit den Kunden ein echter Mehrwert entsteht“, betont Bund. Offenheit, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit stellten die wichtigsten Mittel dar, um deren Hygienesicherheit zu garantieren. Mit der Produktlinie „Bioclean Professional“ habe das Unternehmen höchste Öko-Zertifizierungen wie „Ecocert, Ecogarantie, das EU-Ecolabel und das Siegel der Vegan Society erreicht. Der Nachhaltigkeitsgedanke sei im gesamten Unternehmen präsent und Teil des Firmenalltags. Seit 2021 ist Remsgold außerdem klimaneutral.

Verena Bund ist 2017 eingestiegen

Verena Bund hat nach ihrem BWL-Studium zunächst in Friedrichshafen, dann in München in einer Unternehmensberatung und bei einem Autozulieferer Erfahrungen gesammelt und sich dort beruflich bewährt. Sie hätte sich durchaus vorstellen können, ihre berufliche Karriere in der bayerischen Landeshauptstadt weiterzuverfolgen, gesteht sie. Die Neuorientierung zurück ins heimische Remstal sei aktuell geworden, als sich anlässlich des 70. Geburtstags des Vaters die Frage gestellt hatte, wer dessen Nachfolge in dem Familienunternehmen antritt. Sie habe den Ruf gehört und sei 2017 eingestiegen.

„Aus freien Stücken“, betont Vater Rudolf Bund, „zu keiner Zeit wurde von irgendjemandem Druck auf die beiden Töchter ausgeübt. Sie hatten alle Möglichkeiten und Zeit, sich zu orientieren und zu entscheiden“.

Es hätte auch andere Möglichkeiten gegeben, die Nachfolge zu regeln, räumt er ein. Gerade für ein mittelständisches Unternehmen wie Remsgold stelle dies eine überlebenswichtige Aufgabe dar. Sowohl Kunden und Lieferanten, vor allem aber auch die Mitarbeiter, für deren Familien man Verantwortung trage, würden sich die Frage nach der Kontinuität und Verlässlichkeit stellen, „und sie haben ein Recht darauf, eine Antwort zu erhalten“.

Erfolgreicher Generationen-Übergang

Auf die Frage, ob es ihm selbst leichtgefallen sei, den Platz hinter dem Steuerrad jemand anderem zu übergeben, gesteht Rudolf Bund, zehn Jahre früher wäre es ihm sicherlich weit schwerer gefallen. Aber mit siebzig sei es eine Frage der Vernunft gewesen. Letztendlich sei der Generationenübergang bei Remsgold aber für alle Beteiligten äußerst angenehm und erfolgreich verlaufen, trotz der alles andere als einfachen äußeren Begleiterscheinungen, wie Corona-Krise, Lieferkettenprobleme und nun Ukraine-, Energiekrise und Inflation.

Verena hat in den vergangenen fünf Jahren überzeugend bewiesen, dass sie nicht nur dank ihres Namens auf dem Chefsessel Platz genommen hat, sondern auch über die Fähigkeiten und Eigenschaften verfüge, sich diesen Platz selbst frei zu machen und ihn auszufüllen. Sie habe sich erfolgreich eingearbeitet und auch die Belegschaft mitgenommen, sich deren Respekt und Anerkennung erworben.

Er kenne auch andere Fälle, sinniert Rudolf Bund, „da läuft der Sohn zwanzig Jahre hinter dem Vater her und schaut ihm über die Schulter, ohne dabei selbst Verantwortung übernehmen zu dürfen“.

Erfolg und positiver Stress gehen Hand in Hand

Natürlich, räumt er ein, sei es für ihn nicht immer einfach gewesen, sich an die Veränderungen zu gewöhnen, die ein solcher Wechsel zwangsläufig mit sich bringt - beispielsweise in Sachen Digitalisierung. „Ich bin es gewöhnt, alles auch materiell greifbar in der Hand zu halten, es im Ordner abgelegt zu finden, so dass ich auch immer darauf zugreifen kann.“ Aber das sei schon okay. Es sei wichtig und richtig, dass seine Tochter das Unternehmen in die Zukunft führe. Ihr Charakter müsse in der Geschäftsführung zum Ausdruck kommen.

Es habe sich um eine gewichtige Entscheidung gehandelt, räumt Verena Bund ein, den Schritt ins Familienunternehmen und damit in die Selbstständigkeit zu wagen.

„Es muss gut überlegt sein, sich festzulegen, ob man diesen Weg nicht nur für Jahre, sondern Jahrzehnte gehen möchte. Die Mitarbeiter bauen auf einen und man trägt die Verantwortung nicht nur für sie, sondern auch für deren Familien.“ Die Arbeit bedeute aber vor allem Erfüllung, Freude und viel Herzblut, das Unternehmen weiterzuentwickeln. Erfolg und positiver Stress gingen stets Hand in Hand. Sie sei froh und ihrem Vater dankbar, dass er ihr dies ermöglicht habe, versichert sie.

Dieser Artikel ist zuerst am Donnerstag, 15. Dezember, in unserer Beilage "So stark ist der Rems-Murr-Kreis - die nächste Generation" erschienen.

Rudolf Bund ist stolz auf seine beiden Töchter Verena und Marion! Die beiden jungen Frauen haben erfolgreich ihren eigenen Weg in ein unabhängiges, selbstbestimmtes Leben beschritten, sich beruflich in der Wirtschaftsmetropole München etabliert - und sind mittlerweile ins Remstal zurückgekehrt, um in die Fußstapfen ihres Vaters zu treten und die Verantwortung für Remsgold sowie die Schwestergesellschaft AlmaWin zu übernehmen: Verena trat 2017 bei Remsgold ein und ist seit 2020 in der

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