Winterbach

Sorge wegen vieler Konzert-Absagen: Wieso kommt Kingfish nicht nach Winterbach?

Kingfish
Christone „Kingfish“ Ingram, den manche als die Zukunft des Blues sehen. © Rory Doyle

Konzert- und Tournee-Absagen waren in den vergangenen Jahren leider schon fast Alltag. Die Mitteilung des Amerikaners Christone „Kingfish“ Ingram, der am 8. Oktober in Winterbach hätte spielen sollen, überrumpelte diese Woche dennoch viele. Vor allem die nebulöse Begründung seiner Tournee-Absage irritiert: „Aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland und Europa“. Für Steffen Clauss steckt dahinter eine alarmierende Entwicklung, die dazu führen könnte, dass bald gar keine internationalen Künstler aus Übersee mehr nach Deutschland kommen.

Der Vorsitzende der Winterbacher Kulturinitiative Rock kann die Pressemitteilung des Managements von „Kingfish“ allerdings auch nur aus seiner Sicht interpretieren. Denn mehr als den knappen Satz mit der „aktuellen Lage“ hat auch die Kulti als Veranstalter des Konzerts in Winterbach nicht bekommen.

"Nicht ausreichend Karten verkauft"

Ja, der Krieg in der Ukraine könne für die Amerikaner schon auch eine Rolle spielen, meint Steffen Clauss. Mehr ins Gewicht falle aber sicher der wirtschaftliche Aspekt: „Dass aufgrund der aktuellen Lage nicht ausreichend Karten verkauft worden sind.“ Auch für das Konzert in Winterbach seien erst rund 250 Tickets weggegangen, gerade mal die Hälfte der Kapazität der Lehenbachhalle. Und das, obwohl "Kingfish" Ingram ein Shootingstar in der Blues-Szene sei und einen Grammy gewonnen habe.

Der schleppende Ticketabsatz habe mit verschiedenen Faktoren zu tun, so Clauss: Die Corona-Lage, „dass das Geld nicht so locker sitzt in der aktuellen wirtschaftlichen Situation“, aber auch dass die Leute „müde“ seien, Tickets zu bestellen für Veranstaltungen, die dann ausfallen oder verschoben werden, was einfach in den vergangenen Jahren zu oft passiert sei.

Das sei die allgemeine Lage in der Kulturszene, das betreffe nicht nur die Kulti. Es werde teilweise „gefühlt jedes zweite Konzert abgesagt“. Clauss fürchtet: „Wenn sich das nicht bald wieder normalisiert, haben wir das Problem für längere Zeit. Das wird uns kulturell sehr verarmen.“ Zumindest was die internationalen Künstler angehe, die dann einfach nicht mehr nach Europa kämen.

Andere Konzerte wackeln nicht

Die gute Nachricht für die, die Karten für die anderen Konzerte in diesem Winter in Winterbach haben: Diese sieht Steffen Clauss als sicher an – abhängig lediglich davon, wie sich die Pandemie entwickelt und ob es doch wieder zu Einschränkungen durch Corona-Verordnungen kommt.

Die Tickets für das abgesagte "Kingfish"-Konzert können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, an denen sie erworben wurden.

Konzert- und Tournee-Absagen waren in den vergangenen Jahren leider schon fast Alltag. Die Mitteilung des Amerikaners Christone „Kingfish“ Ingram, der am 8. Oktober in Winterbach hätte spielen sollen, überrumpelte diese Woche dennoch viele. Vor allem die nebulöse Begründung seiner Tournee-Absage irritiert: „Aufgrund der aktuellen Lage in Deutschland und Europa“. Für Steffen Clauss steckt dahinter eine alarmierende Entwicklung, die dazu führen könnte, dass bald gar keine internationalen

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