Winterbach

Starker Zusammenhalt im Team: Die Winterbacher Firma Merkt gibt es seit 66 Jahren

Gartenbau Merkt
Alexander und Andrea Merkt (vorne) mit ihrem Team: Marius Hickl und Gereon Buschermöhle (auf der Mauer) sowie Armin Föhl im Bagger und Pius Riedel, Felix Flad und Hannes Betsch von links in der Mitte. © Gabriel Habermann

Wer immer nur zu Hause bleiben muss, der will es dort auch schön haben. Deshalb haben viele Menschen im Lockdown ihre Häuser und Wohnungen auf Vordermann gebracht, neue Projekte in Angriff genommen und lange gehegte Verschönerungspläne endlich umgesetzt. Das haben auch Alexander und Andrea Merkt beobachtet. Dem Ehepaar gehört die gleichnamige Winterbacher Firma Garten- und Landschaftsbau Merkt. Im vergangenen Jahr konnten sie das 65-Jahre-Jubiläum der Gründung des Unternehmens feiern. Beziehungsweise coronabedingt nicht feiern.

„Man hat schon gemerkt, dass viele Zeit gehabt haben, im Garten selbst etwas zu bewegen und umzugestalten“, sagt Alexander Merkt über die Corona-Zeit. „Sie sind auf uns zugekommen, wenn es dann irgendwann doch einen Punkt gab, an dem sie nicht mehr selbst weitermachen konnten.“ Das Unternehmen habe während der Pandemie also eher eine Steigerung an Aufträgen erlebt. „Die Leute sind nicht in den Urlaub gegangen und haben ihr Geld im und am Haus investiert“, bestätigt Andrea Merkt, die ursprünglich pharmazeutisch-technische Assistentin gelernt hat und neben ihrer Tätigkeit im Familienunternehmen auch noch in diesem Bereich arbeitet. Trotz der wirtschaftlichen Sicherheit war das vergangene Jahr aber nicht ganz einfach für das Paar.

Das Team wächst nach Krankheit des Chefs zusammen

„Mein Mann ist im vergangenen Jahr schwer erkrankt“, erzählt Andrea Merkt ganz offen. „Diagnose Hirntumor“, wird Alexander Merkt genauer. „Das ist ziemlich überraschend gekommen“, sagt er. „Ich musste operiert werden und bin von heute auf morgen aus dem Betrieb herausgerissen worden.“ Umso mehr hat sich bezahlt gemacht, dass das Paar schon zuvor in den vergangenen Jahren den Fokus auf seine Mannschaft gerichtet hat, die nach der Diagnose vieles wieder auffing und wettmachte.

„Die Mitarbeiter sind eigentlich sofort eingesprungen“, kann Andrea Merkt sagen. Nachdem die Krankheit ihres Mannes bekannt wurde, habe das Team viel aufgefangen, geschaut, wo noch geholfen oder umverteilt werden könne. Dafür ist das Ehepaar seiner Mannschaft dankbar. „Es haben alle an einem Strang gezogen“, lobt Alexander Merkt. „Es ist wahnsinnig gut weitergelaufen, wir hatten keinen Einbruch im Geschäft.“ Heute kann er sagen: „Ich bin wahnsinnig glücklich und stolz auf meine Mitarbeiter.“

Alexander Merkt übernahm den Betrieb 1999

„In typischen Handwerkerberufen ist es oft noch so wie früher“, findet Andrea Merkt. „In der Hierarchie ist der Chef ganz oben und sagt, was gemacht wird. Die Eigenentwicklung ist sehr begrenzt.“ Die Einsatzbereitschaft des ganzen Teams auch im Notfall habe aber gezeigt, dass es sich lohnt, sich Zeit für die Mitarbeiter zu nehmen.

„In letzter Zeit haben wir viel Wert auf die Mitarbeiter gelegt“, sagt auch Alexander Merkt. 1999 habe er den Betrieb übernommen, damals mit zwei Mitarbeitern. Einer von ihnen ist immer noch dabei, inzwischen ist die Mannschaft aber auf sechs Mann gewachsen. „Schon 2007 haben wir wahnsinnig viel im Betrieb umgestellt“, berichtet der Landschaftsgärtnermeister, der sich um diese Zeit unter anderem mit Seminaren zur Gewinnung und Haltung von Mitarbeitern weiterbildete. „Wir haben mit Teamsitzungen angefangen. Jeder kann sagen, was ihm auf dem Herzen liegt, ohne dass er dadurch Nachteile im Betrieb hat.“ Durch die Jahre hinweg habe das kontinuierlich dazu geführt, dass die Mitarbeiter sich mit dem Betrieb identifizieren und da sind, wenn die Chefs sie brauchen.

Unternehmen soll auch in Zukunft wachsen und gedeihen

Auf welche Projekte ist das Ehepaar nach so vielen Jahren besonders stolz? „Die Terrasse beim Lamm in Hebsack war ein schönes, großes Projekt, bei dem wir die ganze Kunst des Mauerbaus zeigen konnten“, sagt Alexander Merkt. „Ein schönes Erlebnis war es auch, Teil der Remstal-Gartenschau zu sein“, sagt Andrea Merkt. In ihrem Schaugarten gestaltete die Firma einen Fossiliengarten.

Obwohl das Unternehmen schon eine lange Vergangenheit hinter sich hat, blickt das Ehepaar auch in die Zukunft. „Es soll auf jeden Fall weitergehen natürlich“, sagt Alexander Merkt auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen. „Von mir aus auch mit einer größeren Belegschaft.“ Momentan seien in dem Unternehmen nur Männer beschäftigt, er könne sich aber gut vorstellen, auch mal eine Frau im Team zu haben. „Wir sind da komplett offen“, sagt Alexander Merkt.

Frauen bewerben sich laut dem Paar seltener im Bereich Landschafts- und Gartenbau. „Aber der Anteil hat deutlich zugenommen in den letzten Jahren“, sagt Andrea Merkt. Die Branche müsse deshalb umdenken. „Es gibt auch Mädels, die das gerne machen.“ Die Bereiche Pflege und Gestalterisches seien gewachsen, da werde weniger Körperkraft gebraucht. Wobei, das betont Andrea Merkt, auch Mädels im Bagger sitzen können. „Ich denke, da hat sich ja auch in anderen Berufen viel getan“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass man sich öffnet und der Zeit anpasst.“ Und sowieso: „Als Firma muss man sich immer weiterentwickeln“, findet Andrea Merkt. „Nur dann kann man auch gesund wachsen.“

Wer immer nur zu Hause bleiben muss, der will es dort auch schön haben. Deshalb haben viele Menschen im Lockdown ihre Häuser und Wohnungen auf Vordermann gebracht, neue Projekte in Angriff genommen und lange gehegte Verschönerungspläne endlich umgesetzt. Das haben auch Alexander und Andrea Merkt beobachtet. Dem Ehepaar gehört die gleichnamige Winterbacher Firma Garten- und Landschaftsbau Merkt. Im vergangenen Jahr konnten sie das 65-Jahre-Jubiläum der Gründung des Unternehmens feiern.

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