Winterbach

Termine für Kulti-Konzerte im Juli stehen - Was wird aus dem Zeltspektakel 2022?

Eröffnung Zeltspektakel Winterbach Band Madsen unbearbeitet
Dicht an dicht beim Spektakel im Zelt zu Live-Musik schwitzen – wann wird das wieder möglich sein? © Gabriel Habermann

Sich schweißtriefend mitten ins Getümmel stürzen, Schulter an Schulter mit Tausenden von Musikfans vor der Bühne tanzen - das soll 2022 beim Zeltspektakel wieder möglich sein. Hofft zumindest Steffen Clauss, der Chef der Winterbacher Kulturinitiative. Die Organisation fürs Festival läuft, Anfragen an Künstler und Bands sind gestellt, doch es bleibt natürlich viel Ungewissheit. Unterdessen will die Kulti schon diesen Sommer kleinere Konzerte im Freien auf die Beine stellen.

Das enge, schwitzige Gemeinschaftserlebnis mit Tausenden von Menschen unter dem Dach des Festival-Zelts – das ist so ziemlich das komplette Gegenteil der Distanziertheit und der Kontaktbeschränkungen, an die jetzt nach Monaten mit Corona alle gewöhnt sind. Aber anders ist so ein Konzertereignis nur schwer vorstellbar, ein Auftritt von Dieter Thomas Kuhn oder Uriah Heep funktioniert nicht wie ein klassisches Konzert, bei dem alle auf ihren Sitzen hocken und man zwischendrin einfach Stühle für den nötigen Abstand frei lassen kann. Und eines ist für Steffen Clauss ein unumstößlicher Fakt: Ein Zeltspektakel geht nur in einem vollen Zelt – zu Bedingungen, wie sie vor der Pandemie waren. Bei der Kulti hoffen sie darauf, dass das im Sommer 2022 wieder der Fall sein wird.

„Vor ein paar Wochen haben wir noch gedacht, dass niemand kommt“

„Wenn wir adäquate Künstler zusammenkriegen, machen wir es“, sagt Steffen Clauss zur Möglichkeit eines Zeltspektakels im kommenden Jahr. Das war bis vor kurzem eher ungewiss: „Vor ein paar Wochen haben wir noch gedacht, dass niemand kommt.“ Mittlerweile sehe es aber ganz gut aus. Steffen Clauss ist dennoch sehr vorsichtig mit allzu optimistischen Prognosen. Man könne nicht voraussehen, ob sich bei den vielversprechenden Aussichten bei einigen angefragten Künstlern noch einiges wieder zerschlage und doch Absagen kämen. Solche Absagen gab es aktuell schon wieder für eines der Konzerte in der Salierhalle im Herbst.

Gerade erst musste die Kulti das für Herbst 2021 geplante Konzert von Samantha Fish erneut verschieben. Es ist jetzt auf den 19. März 2022 terminiert. Auch der Auftritt von High South am 15. Oktober 2021, der auch schon ein Ersatztermin war, stehe wieder stark auf der Kippe, sagt Steffen Clauss. Für die verbleibenden drei Termine in diesem Herbst, 10cc, Doro und die Classic Rock Night, hat Steffen Clauss auch schon seine Zweifel, ob sie bleiben.

Es sei einfach schwierig: „Wenn man nicht zu normalen Bedingungen spielen kann, dann geht es nicht.“ Das heißt: Wenn keine 700 bis 900 Konzertbesucher in der Halle sind, dann macht die Kulturinitiative als Veranstalter Verlust. Und dass im Herbst 700 Menschen sich in einer Halle versammeln dürfen, ist eben völlig ungewiss und hängt stark von der Entwicklung der Corona-Fallzahlen und den damit einhergehenden Regeln ab.

Wegen dieser Ungewissheit seien auch die Tourneeveranstalter nicht bereit, große Dinge zu planen. Es stelle sich ja schon die Frage, ob Bands und Künstler zum Zeitpunkt der Konzerte überhaupt ihr Land verlassen dürfen, geschweige denn in das Land einreisen, in dem sie auftreten sollen. „Es gibt viele Aspekte, die da reinspielen“, sagt Steffen Clauss.

So was zehrt auch an den Nerven von einem wie ihm, für den Musik und Konzerte kein Geschäft sind, von dem er leben muss, sondern ein Hobby, eine Leidenschaft, der er im Verein nachgeht. „Es ist frustrierend, man verfällt in Lethargie“, sagt Steffen Clauss. Deswegen seien die Konzerte in der Winterbacher Strandbar 51, die die Kulti jetzt plant, so wichtig: „Man muss jetzt einfach auch mal wieder positiv denken und was bewegen.“

Stand jetzt sind zwei Termine in der Strandbar fix, drei bis vier weitere könnten noch dazukommen: Am 9. und 16. Juli gibt es ab 20 Uhr Live-Musik. Die Bands sind noch offen. „Wir haben ein paar in der Pipeline“, sagt Steffen Clauss. „Die Terminfindung mit ihnen läuft jetzt.“ Im Laufe der kommenden Woche soll das Line-Up stehen. Einen Vorverkauf im herkömmlichen Sinne werde es nicht geben, so Steffen Clauss. Dazu seien die Termine zu kurzfristig. „Wir wollen es über Reservierungen machen“, sagt er. Bezahlen würden die Besucher dann an der Abendkasse. 200 Konzertgäste dürfen voraussichtlich in die Strandbar.

Vor 30 Jahren fand das erste Kulti-Konzert statt

Das alles spielt sich in einem Jahr ab, das eigentlich ein Fest für die Kulturinitiative hätte sein sollen. Vor 30 Jahren, am 28. April 1991, fand das erste Konzert statt, das der Verein in Winterbach organisierte. Der britische Gitarrist und Sänger Steve Gibbons trat damals auf. Eine Erfolgsgeschichte begann, die 2013 mit dem Auftritt von Joe Cocker beim Zeltspektakel ihren bisherigen Höhepunkt fand.

Das Zeltspektakel im Besonderen ist ein Aushängeschild, das Winterbach international in der Musikszene bekanntgemacht hat. Alles nach wie vor wie beim ersten Mal 1995 auf die Beine gestellt von einem großen, verschworenen Haufen ehrenamtlicher Musikverrückter. Ihren Drang, musikalische Live-Erlebnisse zur organisieren und magische Nächte zu schaffen, wollen sie unbedingt bald wieder ungezügelt ausleben.

Sich schweißtriefend mitten ins Getümmel stürzen, Schulter an Schulter mit Tausenden von Musikfans vor der Bühne tanzen - das soll 2022 beim Zeltspektakel wieder möglich sein. Hofft zumindest Steffen Clauss, der Chef der Winterbacher Kulturinitiative. Die Organisation fürs Festival läuft, Anfragen an Künstler und Bands sind gestellt, doch es bleibt natürlich viel Ungewissheit. Unterdessen will die Kulti schon diesen Sommer kleinere Konzerte im Freien auf die Beine stellen.

Das enge,

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