Winterbach

Ungeduld und Verärgerung: Wann liefert Sdt.net das versprochene schnelle Internet?

Glasfaserausbau
Leitung für Glasfaserkabel: In Winterbach sehnen einige Bürger die versprochene Verbesserung der Internetanbindung herbei. © Benjamin Büttner

In Winterbach gibt es weiterhin Bereiche, in denen die Bewohner kein schnelles Internet zur Verfügung haben und teilweise mit Bandbreiten von unter sechs Megabit pro Sekunde auskommen müssen. Anbieter Sdt.net vermeldet jetzt auf Anfrage: Weitere Schaltverteiler im Südwesten von Winterbach sind fertig ausgebaut, die Versorgung damit verbessert. Davon merken aber offenbar nicht alle Sdt.net-Kunden derzeit schon etwas. Derweil kursiert ein Raunen über eine angebliche Monopolstellung von Sdt.net in Engelberg und Manolzweiler und eine Vereinbarung dazu mit der Gemeinde.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass es in Winterbach Ärger über Sdt.net gibt. Wochenlang waren in den Ortsteilen Manolzweiler und Engelberg Telefon- und Internetverbindungen massiv beeinträchtigt. Informationen darüber, woran es lag, gab Sdt.net lange nur sehr spärlich oder gar nicht. Das Problem löste sich dann Ende April in Wohlgefallen auf, als die in Bau befindliche neue Glasfaserleitung zwischen Winterbach und Manolzweiler überraschend früher als angekündigt fertig wurde.

Hat sich die Versorgung verbessert? Nicht alle merken etwas davon

Die neue Glasfaserleitung soll nicht nur die Internetversorgung in den Ortsteilen auf dem Berg, sondern auch in einigen Straßenzügen im Südwesten des Kernorts im Tal verbessern. Diese Verbesserung der Anbindung versprach Sdt.net erst für Ende 2020, dann für Mai 2021. Bis heute warten die Bewohner einiger betroffener Straßen aber immer noch darauf. CDU-Gemeinderat Bernd Koppitz fragte zuletzt in Sitzungen des Gremiums immer wieder öffentlich bei der Gemeindeverwaltung nach, die aber nicht viel dazu sagen konnte. Anfragen unserer Zeitung ließ Sdt.net lange unbeantwortet, bis an diesem Dienstag, 6. Juli, die Rückmeldung kam: Die „wesentlichen Schaltverteiler“ seien ausgebaut. Lediglich „Restarbeiten sowie die Hausanschlüsse per Glasfaser werden noch etwas Zeit in Anspruch nehmen“. Außerdem schreibt Sdt.net: „Die Versorgung hat sich damit wesentlich verbessert.“

Doch Sdt.net-Kunden, mit denen unsere Zeitung sprechen konnte, merken davon derzeit noch nichts. Sie bekamen die Info am Telefon: Es werde noch gearbeitet, man sei auch noch abhängig von der Telekom. Frühestens im August, spätestens aber im September könne man in ihrer Straße die lange versprochene Möglichkeit von Bandbreiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde bieten. Alle bereits interessierten Anwohner will Sdt.net demnach kontaktieren, wenn es so weit sei, und das Interesse erneut abfragen. Ansonsten sollten sich Interessenten beim Anbieter melden.

Bürgermeister Sven Müller hat auch nicht mehr Infos zum Thema. Die Gemeindeverwaltung frage jedoch selbst wöchentlich bei Sdt.net nach Neuigkeiten, sagt er und bezeichnet die Situation als „sehr unbefriedigend für uns und auch für die Winterbacher Einwohnerschaft, die sehnlichst darauf wartet“.

Das Thema Internetversorgung ist ein brennendes in Winterbach. Bürgermeister Sven Müller sah sich dazu in einer der vergangenen Gemeinderatssitzungen mit einer weiteren Anfrage eines Bürgers konfrontiert. Wieder steht dabei Sdt.net im Fokus. Der Bürger aus Engelberg ärgerte sich über die Informationspolitik des Anbieters im Zusammenhang mit den Telefon- und Internetproblemen Anfang des Jahres. Außerdem fragte er: „Ist es richtig, dass Sdt.net eine Monopolstellung hat, für die nächsten zwei Jahre die Internetverbindung in die Ortsteile zu gewährleisten?“ Ein Nachbar habe von einem anderen Anbieter die Info bekommen, dass Nutzer aus Engelberg und Manolzweiler für die kommenden zwei Jahre nur mit Sdt.net Verträge abschließen könnten.

„Die angegebene Adresse kann leider nicht beliefert werden“

Bürgermeister Müller sagte im Gemeinderat, er könne das mit der Monopolstellung nicht bestätigen, habe aber auch keine näheren Infos dazu. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt er, seines Wissens nach gebe es noch Klärungsbedarf zwischen Sdt.net und den Stadtwerken Schorndorf, was die Versorgung der Ortsteile angehe.

Tatsächlich ist das Ergebnis einer stichprobenhaften Verfügbarkeitsabfrage nach Internet für Adressen in Manolzweiler und Engelberg über die Stadtwerke Schorndorf über die Homepage des Anbieters, Stand Dienstagnachmittag (6. Juli): „Die angegebene Adresse kann leider nicht beliefert werden!“ Die gleiche Anfrage bei der Telekom ergibt ein – vorsichtig ausgedrückt – nicht gerade attraktives mögliches Angebot von bis zu zwei Megabit.

Das von dem Bürger in der Gemeinderatssitzung ebenfalls vorgebrachte Gerücht, die Gemeinde habe einen Deal zur Monopolstellung mit Sdt.net gemacht, um die neue Glasfaserleitung schneller fertig zu bekommen, bezeichnete Müller als „Ammenmärchen“.

Sdt.net antwortet auf die Frage gegenüber unserer Zeitung, es müsse sich um ein Missverständnis handeln: „Im Grundsatz kann es kein Monopol geben, da es alternative Anschlussmöglichkeiten gibt.“ Um „ins Detail gehen zu können“, müsste man jedoch jeden Einzelfall betrachten.

In Winterbach gibt es weiterhin Bereiche, in denen die Bewohner kein schnelles Internet zur Verfügung haben und teilweise mit Bandbreiten von unter sechs Megabit pro Sekunde auskommen müssen. Anbieter Sdt.net vermeldet jetzt auf Anfrage: Weitere Schaltverteiler im Südwesten von Winterbach sind fertig ausgebaut, die Versorgung damit verbessert. Davon merken aber offenbar nicht alle Sdt.net-Kunden derzeit schon etwas. Derweil kursiert ein Raunen über eine angebliche Monopolstellung von Sdt.net

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