Winterbach

Verkehrsprobleme im Ort: Konzepte gegen Blechlawinen

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In Winterbach gibt es viel Durchgangsverkehr, aber auch an anderen Stellen will die Gemeinde Probleme angehen. © ZVW/Gaby Schneider

Winterbach.
10 000 bis 12 000 Fahrzeuge wälzen sich werktags mitten durch Winterbach, eine Blechlawine, die Dreck, Gestank und Lärm mitbringt und in den Stoßzeiten immer wieder zu einer Verstopfung führt und den Verkehr im Ort zum Erliegen bringt. Doch auch abseits der Ortsdurchfahrt gibt es an vielen Stellen Probleme, kommt es immer regelmäßig zu Beschwerden von Bürgern über Missstände. Und die Parkplatzknappheit ist in Winterbach ebenfalls ein Dauerthema. All das will die Gemeinde nun mit einem breit angelegten „Verkehrsentwicklungskonzept“ angehen, das über die kommenden ein bis zwei Jahre entstehen – und im besten Fall Lösungen für viele der angesprochenen Probleme liefern soll.

Am Anfang stehen Verkehrszählungen

Der Gemeinderat hat am Dienstag den Startschuss für die Verkehrskonzeption gegeben und die Verwaltung beauftragt, geeignete Fachbüros dafür zu suchen. Ist eines ausgewählt, soll alles mit einer Erhebung des Bestands beginnen, wie Katharina Klafs, die im Rathaus für Verkehrsangelegenheiten zuständig ist, im Gemeinderat erklärte. Das heißt zum Beispiel: mit Verkehrszählungen, aber möglicherweise auch Befragungen der Verkehrsteilnehmer, um herauszufinden, ob sie auf der Durchreise sind oder sie von außerhalb Winterbach als Ziel ansteuern oder ob es sich um „Binnenverkehr“ handelt, also Winterbacher, die im Ort unterwegs sind.

Daraus entstehe ein Verkehrsmodell für den Ort, zu dem auch eine Prognose für die Zukunft gehöre, wie sich alles weiter entwickeln könnte. „Darauf aufbauend werden Maßnahmen entwickelt oder ein Konzept“, so Katharina Klafs. „Dann geht es in die Realisierung.“ Mit einfließen sollen alle Verkehrsarten und in Winterbach auch die Situation für Radfahrer und Fußgänger, der Busverkehr, insbesondere über den Schurwald, und alle Gruppen, vom Kindergartenkind bis zu den Senioren.

Bürger sollen sich beteiligen können

„Uns ist wichtig, dass die Bürger genügend Möglichkeiten haben, ihre Vorschläge und Ideen einzubringen“, sagte Bürgermeister Sven Müller. Es gebe „viele kluge Köpfe“ im Ort, er sehe da viel Potenzial für Ideen und Ansätze.

Die Bürgerbeteiligung ist auch den Gemeinderäten sehr wichtig, wie mehrere Wortmeldungen zeigten. Bürgermeister Sven Müller stimmte auch darin zu, dass die Bürger bereits ganz am Anfang, also bei der Bestandserhebung, eingebunden sein müssten. Am Ende sieht er die Beteiligung der Winterbacher als „elementar“ für die Akzeptanz möglicher Maßnahmen, die sich aus dem Konzept ergeben. Das Thema Verkehr habe eine „hohe Sensibilität“ bei den Menschen, stellte Müller fest. Man müsse am Ende gut erklären, warum man sich für bestimmte Maßnahmen entscheide.

Widerstände befürchtet

„Egal was man macht, da werden erst mal alle auf die Barrikaden gehen“, befürchtet Klaus Junge (CDU) in Bezug auf tiefgreifende Maßnahmen, die den Durchgangsverkehr angehen. „Der eine kriegt eine Entlastung und der andere kriegt eine Belastung.“ Man müsse den Bürgern verschiedene Alternativlösungen präsentieren.

Karl Gohl (BWV) regte an, ein Verkehrskonzept angesichts der Verkehrströme zwischen Rems- und Filstal, die durch Winterbach rollen, gemeindeübergreifend anzugehen. Bürgermeister Müller sieht allerdings den Fokus der Maßnahmen zunächst auf Winterbach begrenzt. Die Westumfahrung will er nicht als Themenschwerpunkt in das Konzept aufnehmen, diese habe man vor zwei Jahren im Zuge des Regionalverkehrsplans auf dem Tisch gehabt und entsprechende Beschlüsse gefasst. Allerdings war die Mehrheit des Gemeinderats 2017 in der Sitzung, die Müller meint, gar nicht generell gegen die Westumfahrung, sondern nur gegen den derzeit noch nahe am Ortsrand im Plan eingezeichneten Verlauf. Im Regionalverkehrsplan läuft die Umgehungsstraße unter der niedrigsten Dringlichkeitsstufe.

Sabine Dilger (Grüne) wünscht sich, dass in dem Verkehrskonzept dem Fahrrad eine zentrale Rolle zukommt. Sie sieht dabei Freiburg als Vorbild, wo die Radler im Verkehr viel sichtbarer und dominanter seien. „Das wünsche ich mir, dass in Zukunft nicht das Auto die Präsenz hat, sondern Fußgänger und Radfahrer mehr Selbstbewusstsein zeigen.“ Dazu müsse man auch über mehr Fußgängerüberwege nachdenken, zum Beispiel an der Adlerstraße bei der Schule. Da gehe es auch um die Sicherheit der Schüler. Sylvia Bürk (BWV) stimmte zu: „Die Sicherheit würde ich auch mit als sehr wichtigen Punkt ansehen.“

Winterbach.
10 000 bis 12 000 Fahrzeuge wälzen sich werktags mitten durch Winterbach, eine Blechlawine, die Dreck, Gestank und Lärm mitbringt und in den Stoßzeiten immer wieder zu einer Verstopfung führt und den Verkehr im Ort zum Erliegen bringt. Doch auch abseits der Ortsdurchfahrt gibt es an vielen Stellen Probleme, kommt es immer regelmäßig zu Beschwerden von Bürgern über Missstände. Und die Parkplatzknappheit ist in Winterbach ebenfalls ein

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