Winterbach

Wie wir besser heizen können: Experte Bernd Thomas am Mittwoch in Winterbach

Gaszähler
Heizung schon anstellen oder nicht? Diese Frage stellen sich aus Energiespargründen gerade vermutlich einige. © Gabriel Habermann

Nach einem Rekordsommer sind die Temperaturen rasant gefallen. Wenn die Wohnung abends kalt wird, ist es jetzt verlockend, die Heizung schon im September anzustellen. Der eine oder die andere muss sich in diesem Jahr aber sicher fragen, ob das finanziell überhaupt machbar ist. Die Gas- und Strompreise steigen schließlich immer weiter. Bernd Thomas, Professor an der Hochschule Reutlingen, forscht zum Thema Energietechnik und erklärt am Mittwochabend (21.09.) in Winterbach, wie Menschen sich beim Thema Heizen gut für die Zukunft aufstellen können. Mit uns hat er schon vorab gesprochen.

Ab 2024 sollen beim Heizungstausch in Deutschland andere Regeln gelten. Darüber wird es auch in dem Vortrag von Bernd Thomas gehen. Jede neue Heizung soll dann zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Möglich machen sollen es zum Beispiel Wärmepumpen, Hybridheizungen oder Biomasse wie zum Beispiel Holzpellets oder erneuerbare Gase. Das könnte ein großer Beitrag zur Energiewende sein – wird aber auch Immobilienbesitzer belasten. Wenn eine alte Heizung kaputtgeht, muss die neue deutlich strengere Bedingungen erfüllen. In manchen Häusern könnte das schwierig oder zumindest teuer werden. Wie die geplante Pflicht ab 2024 konkret umgesetzt werden soll, das steht noch nicht fest.

Ohne Hilfen müssten Häuslebauer viel zahlen

„Das ist absolut sinnvoll“, bewertet Bernd Thomas die angekündigte Maßnahme der Bundesregierung. „Umgekehrt ist es aber natürlich sehr drastisch und wird Häuslebauer vor ziemliche Schwierigkeiten stellen.“ Wenn eine Heizung unerwartet kaputtgehe und unter Umständen mit viel Aufwand gegen eine solche ausgetauscht werden müsse, die die neuen Bedingungen erfüllt, könnte es teuer werden. „Da gibt es noch so einige Unsicherheit“, meint Bernd Thomas. Die Regierung müsse deshalb natürlich weiterhin Hilfen anbieten, um die finanzielle Belastung der Bevölkerung abzufedern. Aber reichen die neuen Maßnahmen überhaupt, um die Energiewende umzusetzen?

„Ich würde sagen, ja“, sagt dazu Bernd Thomas. „Aber nur unter der großen Bedingung, dass sowohl das Wärmesystem als auch das Verkehrssystem langfristig elektrisch werden.“ Denn dann könne auch mit Photovoltaik und Windenergie erneuerbare Energie erzeugt werden. Auch da gibt es aber ein großes „Aber“: Von der Wind- und Solarenergie bräuchten wir dann ziemlich viel, so Bernd Thomas. Und auch die dazugehörigen Netze und Speicher müssten vorhanden sein. Parallel zur Umstellung der Heizmethoden müsse die Regierung also auch hier den Fortschritt forcieren. Und es geht natürlich nicht, wenn die Bürger nicht mitziehen“, sagt Bernd Thomas. „Wir müssen erkennen, dass es nicht anders geht, und nicht gegen jedes Windrad Sturm laufen.“ Das zu vermitteln, sieht er mitunter als seine Aufgabe.

Beste Methode hängt vom Gebäude ab

Welche Methode am Ende die beste ist, um die Vorgabe von mindestens 65 Prozent erneuerbare Energie beim Heizen umzusetzen, darauf will Bernd Thomas sich nicht festlegen. „Das hängt ganz von den örtlichen Begebenheiten ab“, sagt er. Wärmepumpen hält er durchaus für sinnvoll, aber wenn ein Haus schon gut mit Holz beheizt wird, dann würde er das auch so beibehalten. Einen Tipp hat er aber doch.

„Man sollte sich frühzeitig mit der Problematik auseinandersetzen.“ Wenn das Gesetz komme und dann überraschend etwas kaputtgehe, könnte das sonst eher zu Problemen führen. Sein Rat also: „Rechtzeitig darum kümmern.“

Nach einem Rekordsommer sind die Temperaturen rasant gefallen. Wenn die Wohnung abends kalt wird, ist es jetzt verlockend, die Heizung schon im September anzustellen. Der eine oder die andere muss sich in diesem Jahr aber sicher fragen, ob das finanziell überhaupt machbar ist. Die Gas- und Strompreise steigen schließlich immer weiter. Bernd Thomas, Professor an der Hochschule Reutlingen, forscht zum Thema Energietechnik und erklärt am Mittwochabend (21.09.) in Winterbach, wie Menschen sich

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