Winterbach

Winterbach hat bisher genug Platz für Geflüchtete gefunden - was kommt 2023?

Fluechtlingshotel
Das ehemalige Best-Western-Hotel in Winterbach ist seit mehreren Jahren eine Unterkunft für geflüchtete Menschen. © Gaby Schneider

In Waiblingen sind Sporthallen zu Notunterkünften für geflüchtete Menschen umfunktioniert, in Schorndorf laufen Vorbereitungen dazu. Wegen des Krieges in der Ukraine muss der Rems-Murr-Kreis mehr Menschen unterbringen als in den Jahren der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 und 2016. Winterbach kann im Gegensatz zu anderen Kommunen aktuell laut Hauptamtsleiter Matthias Kolb noch vergleichsweise entspannt auf die Entwicklungen schauen. Aber: „Wir wissen nicht, was 2023 kommt.“ Wenn die Zahl der zugewiesenen Menschen steige, könne auch auf Winterbach wieder mehr Druck zukommen. Darauf müsse man sich vorbereiten, in der Verwaltung mache man sich bereits Gedanken darüber. „Es ist jetzt aber nicht akut.“

In Winterbach gibt es im ehemaligen Best-Western-Hotel nach wie vor eine Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises. Ansonsten habe man das Soll bei der Verteilung der Menschen auf die Gemeinden schon länger übererfüllt, sagt Kolb. Winterbach habe 2022 rund 50 Flüchtlinge neu aufnehmen müssen. Da sei man schon etwa 50 drüber, sagt der Hauptamtsleiter. Damit seien jetzt auch alle Kapazitäten im Ort erschöpft. Deswegen bekomme man aktuell keine neuen Zuweisungen mehr. Mit in die Rechnung für die Aufnahmezahlen fließt dabei auch die Hotel-Gemeinschaftsunterkunft ein. Derzeit leben dort laut Matthias Kolb rund 120 Menschen, darunter aber nur sehr wenige aus der Ukraine.

57 Menschen aus der Ukraine sind derzeit in Winterbach untergekommen

Doch selbst ohne das vom Kreis als Gemeinschaftsunterkunft betriebene ehemalige Hotel ist es für eine Gemeinde mit rund 7800 Einwohnern schon eine staatliche Zahl, die Matthias Kolb für die Anschlussunterbringung nennt, die in kommunaler Zuständigkeit liegt: Mehr als 200 Menschen sind verteilt auf die Immobilien der Gemeinde, aber auch in privaten Wohnungen. Privat sind vor allem Menschen aus der Ukraine untergekommen, 57 sind es derzeit in Winterbach. Der Engelberger Schulverein habe zum Beispiel Wohnraum zur Verfügung gestellt, sagt Matthias Kolb. Auch vom CVJM habe es eine große Initiative gegeben.

Bürgerschaftliches Engagement spielt weiterhin eine große Rolle. Der Arbeitskreis Ankommen, der sich in Winterbach 2015 gegründet hat, als viele geflüchtete Menschen in Deutschland ankamen, ist nach wie vor aktiv. Die Ehrenamtlichen betreuen Familien und geben zum Beispiel Sprachkurse. Einmal in der Woche findet ein Begegnungscafé im Bürgerhaus Kelter statt.

Aber nicht nur Ehrenamtliche, auch hauptamtliche Kräfte sind für die Arbeit mit den geflüchteten Menschen da. Kornelia Drofenik, die Sprecherin des Arbeitskreises Ankommen, ist auf geringfügiger Basis bei der Gemeinde beschäftigt. Sie organisiert das Begegnungscafé und unterstützt die Integrationsarbeit. Eine halbe Personalstelle gibt es im Rathaus für einen Flüchtlingskoordinator, einen „Netzwerker“, wie Matthias Kolb sagt. Er steuert die Flüchtlingsarbeit, koordiniert die Anschlussunterbringung, stimmt sich mit Behörden ab, berät Bürgerinnen und Bürger.

Zwei Integrationsmanagerinnen zur Förderung der Selbstständigkeit

Zudem gibt es noch zwei Integrationsmanagerinnen vom Kreisdiakonieverband, die die Gemeinde Winterbach mit 1,4 Stellen beschäftigt. Sie haben ihr Büro im Alten Rathaus und bieten dort Beratungstermine an. Es geht dabei um Themen wie Spracherwerb, Bildung, Wohnen, Arbeitsmarktintegration, Rechtliches und mehr. „Ziel ist es, die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern und die Integration voranzubringen“, sagt Matthias Kolb. Dabei kooperieren die Sozialarbeiterinnen unter anderem mit Behörden, Vereinen und Ehrenamtlichen. In der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Best-Western-Hotel arbeitet laut Matthias Kolb zusätzlich noch eine Sozialarbeiterin des Kreisdiakonieverbands, die vom Landkreis eingesetzt ist.

Für Flüchtlingskoordinator und Integrationsmanagerinnen bekommt die Gemeinde Fördergelder zur Finanzierung.

Die Kapazitäten in Kitas und Schule seien für die Aufnahme von Kindern aus geflüchteten Familien ausreichend, sagt Matthias Kolb. Aber auch da sei es wichtig, dass man die weitere Entwicklung im Blick behalte und im Kontakt mit den Integrationsmanagern schaue, dass alles gut funktioniere.

In Waiblingen sind Sporthallen zu Notunterkünften für geflüchtete Menschen umfunktioniert, in Schorndorf laufen Vorbereitungen dazu. Wegen des Krieges in der Ukraine muss der Rems-Murr-Kreis mehr Menschen unterbringen als in den Jahren der sogenannten Flüchtlingskrise 2015 und 2016. Winterbach kann im Gegensatz zu anderen Kommunen aktuell laut Hauptamtsleiter Matthias Kolb noch vergleichsweise entspannt auf die Entwicklungen schauen. Aber: „Wir wissen nicht, was 2023 kommt.“ Wenn die Zahl

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