Winterbach

Winterbach: Neuer Pächter in Kleingärtner-Gaststätte will Öffnungstage ausweiten

Kleingaertnergastro
Chef Kai Ritzmann (rechts) und Koch Mathias Tschorsnig kochen im „Grünen Daumen“ Schwäbisch-Bodenständiges. © Gaby Schneider

Die Gaststätte in der Kleingarten-Anlage an der Rems zwischen Winterbach und Remshalden hatte sich unter den alten Pächtern zu einer Institution entwickelt. Vor allem im Sommer war dort im Biergarten viel los, das Lokal hatte viel Laufkundschaft, aber auch viele Stammgäste. Nachdem die alten Wirtsleute altershalber aufhörten, hat jetzt mit Kai Ritzmann ein neuer junger Pächter übernommen. Wer meint, den Namen oder das Gesicht zu kennen, der liegt damit vielleicht nicht falsch. Denn Kai Ritzmann führt seit drei Jahren auch das Vereinsheim des TC Geradstetten, das gerade mal etwa einen Kilometer entfernt liegt.

Gelernt hat der 37-Jährige bei Ernst-Ulrich Schassberger im „Träuble“ in Geradstetten, kochte bei Bachofer in Waiblingen, führte mit Vater und Bruder das „Sportsbäuchle“ in Plüderhausen und dann alleine die „Schnitzelfabrik“ in Gschwend. Kai Ritzmann ist also herumgekommen. Aber nicht nur hier in der Region. Er spricht von seinen „Wanderjahren“, wenn er von seinen Stationen als Koch in Kroatien, der Schweiz und auf Mallorca erzählt. Geboren und aufgewachsen ist er in Schorndorf.

Mit dem „Grünen Daumen“, wie er die Gaststätte in der Anlage der Gartenfreunde Winterbach getauft hat, hat er im November 2021 neben dem TCG-Vereinsheim ein weiteres Standbein eröffnet. Ritzmann spricht von einer „schwäbischen Meile“. Am Remsradweg zwischen Winterbach und Remshalden hat er jetzt das kulinarische Monopol.

„Wir hören gerne Wünsche und bauen Leibspeisen in die Speisekarte ein“

Dabei unterscheiden sich die beiden Adressen durchaus. Schwäbische Küche, modern interpretiert und präsentiert, so beschreibt Kai Ritzmann die Ausrichtung in beiden Häusern. „Wir orientieren uns am Gast“, sagt er. „Wir hören gerne alle Wünsche und bauen auch mal Leibspeisen in die Speisekarte ein.“ Beim TCG gebe es auch mal eine Pasta oder einen Fisch, sagt der Chef. Aber bei den Kleingärtnern wolle er nichts Entscheidendes am bisherigen Konzept ändern: „Es bleibt urschwäbisch.“ Damit wolle er der Vorgeschichte und dem großen Stammkundenkreis treu bleiben. „Man merkt, dass da eine Riesenvorarbeit stattgefunden hat. Da sind wir glücklich und froh, das so übernehmen zu können. Es ist ein Riesengeschenk.“

Neben den Stammgästen hat die Wirtschaft in der Kleingartenanlage sehr viel Laufkundschaft durch die Lage am Rems-Radweg direkt am renaturierten Flussabschnitt, wo sich im Frühling und Sommer viele Menschen tummeln. Deswegen will Kai Ritzmann dann auch den Mittwoch und vielleicht sogar noch den Dienstag als Öffnungstag hinzunehmen. Derzeit hat der „Grüne Daumen“ diese Öffnungszeiten: Donnerstag 15 bis 21 Uhr, Freitag 15 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag ab 12 Uhr.

"Wir hoffen, dass wir bald durchstarten dürfen"

200 Sitzplätze gibt es draußen. Derzeit sei vieles noch „ein bisschen Vorbereitung für die Saison, wir hoffen, dass wir bald durchstarten dürfen“. Zur Übernahme der Gastwirtschaft sei jetzt „der blödeste Moment, den wir uns aussuchen konnten“. Wie alle Gastronomen hat es Kai Ritzmann durch die Pandemie schwer. „Wir haben uns zwei Jahre durchgebissen“, sagt er. „Wir ziehen das auch durch bis in den März oder April, komme, was wolle.“ Wenn die Einschränkungen aber noch länger anhalten sollten und es weiter so schlecht laufe wie derzeit, werde es schwierig: „Wir können das nicht ewig durchhalten. Wir hoffen, dass das bald ein Ende hat und die Leute bei schönem Wetter wieder rauskommen.“

Insgesamt habe sich die Gastronomie durch die Pandemie verändert. Herzlichkeit und Wärme seien zu großen Teilen verloren gegangen, unter anderem durch das Abstandhalten und die Vorgabe für die Wirte, Impfstatus oder Testnachweise zu prüfen. „Vorher hat man einfach mehr am Gast gearbeitet, und die Gäste waren auch offener“, sagt Kai Ritzmann. Kaum jemand bleibe nach dem Essen noch länger sitzen.

Seine neue Adresse bildet da für Kai Ritzmann jedoch ein bisschen eine Ausnahme. Hier erlebe man noch die alte Gastronomie, wie sie früher gewesen sei. „Hier kommen die Gäste zum Mittagessen und bleiben dann auch mal noch für Kaffee und Kuchen. Der neue Stammkundenkreis hier hat uns gerettet über den Winter, das hat uns geholfen, dazustehen und weiterzumachen.“

„Es kann sich schnell wieder ändern“

Und kommt all das, was in der Pandemie verloren gegangen ist, wieder zurück? Das kann Kai Ritzmann schwer einschätzen, meint aber: „Es kann sich schnell wieder ändern, es kann sein, dass in ein paar Monaten alles wieder den gewohnten Gang geht.“

Mit dem zweiten Standbein neben dem Tennisclubheim will Kai Ritzmann Beständigkeit schaffen. Dadurch könne er Leute wie seinen Koch Mathias Tschorsnig fest einstellen, sei nicht nur auf Aushilfen angewiesen, die oft unzuverlässig seien und bei denen es oft Wechsel gebe. Tschorsnig hat wie Kai Ritzmann bei Schassberger im ehemaligen „Träuble“ in Geradstetten gelernt.

Kai Ritzmann beont: Er ist als Wirt gekommen, um zu bleiben. Kann er sich also vorstellen, den „Grünen Baum“ 30 Jahre zu führen wie seine Vorgänger die Gaststätte in der Anlage der Gartenfreunde? „Warum nicht“, meint er. „Wenn es gut läuft.“ Von allen seinen Stationen, sei es nun Mallorca, die Schweiz oder Kroatien, habe er sich im Remstal immer am wohlsten gefühlt.

Die Gaststätte in der Kleingarten-Anlage an der Rems zwischen Winterbach und Remshalden hatte sich unter den alten Pächtern zu einer Institution entwickelt. Vor allem im Sommer war dort im Biergarten viel los, das Lokal hatte viel Laufkundschaft, aber auch viele Stammgäste. Nachdem die alten Wirtsleute altershalber aufhörten, hat jetzt mit Kai Ritzmann ein neuer junger Pächter übernommen. Wer meint, den Namen oder das Gesicht zu kennen, der liegt damit vielleicht nicht falsch. Denn Kai

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