Winterbach

Winterbacher veröffentlicht sein zweites Kinderbuch

Andreas Krohberger_0
Der Autor mit seinem neuen Buch „Die wundersame Reise der kleinen Woggele“. © Habermann / ZVW

Winterbach. Andreas Krohberger hat schon mehrere Bücher veröffentlicht, die meisten davon Sachbücher. Jetzt erscheint sein zweites Kinderbuch, das von den umliegenden Landschaften und der Fantasie seiner Kinder inspiriert ist. „Die wundersame Reise der kleinen Woggele“ handelt von den Geschwistern Eli und Karan, die sich auf die Suche nach ihren totgeglaubten Eltern machen.

Am Beginn der Geschichte gehen die kleinen Woggele Eli und Karan ihrem üblichen Geschäft nach, als auf einmal eine tückische Teendran-Tuke, ein fantastisches Vogelwesen, auftaucht und ihnen offenbart, dass ihre Eltern noch am Leben sind. Woggele, das sind kleine menschenähnliche Geschöpfe mit Hörnern und einem Kuhschwanz, die in Weinbergmauern leben und die Trauben bewachen. Das Zusammenleben von Mensch und Woggele hat gut funktioniert, bis die Menschen anfingen, Maschinen zu benutzen, um die Weinberge zu bewirtschaften, und beim ersten Einsatz viele der Woggele ums Leben kamen. Darunter, so dachten die Geschwister Eli und Karan, ihre Eltern. Auf der Suche nach Mutter und Vater treffen die zwei so einige merkwürdige Geschöpfe, wie die Vinofeen, den Herrn Bauchglas und den gemütlichen Pfropf.

Inspiriert von den eigenen Kindern

Andreas Krohbergers Kinderbücher sind nicht zufällig von skurrilen Gestalten bevölkert. „Mich interessieren besonders absurde Darstellungen“, sagt Krohberger. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Kinder große Freude an Dingen haben, die es nicht gibt.“ Der Autor hat selbst mehrere Kinder und bezieht sie oft in den Ideenfindungsprozess für seine Geschichten mit ein. Inzwischen sind sie alle zu groß und die Enkelgeneration noch nicht alt genug, aber als Krohberger vor acht Jahren sein Buch über die kleinen Woggele schrieb, setzte er sich mit seinem Nachwuchs an einen Tisch und entwickelte aus ein paar Stichworten („Hexe“, „Berg“, „Bär“) Geschichten mit ihnen.

So kam auch sein zweites Kinderbuch zustande. „Mich interessiert es immer, zu sehen, wie die Leute auf meine Geschichten reagieren“, so Krohberger. Gerade erst hat er eine Lesung gegeben. Im Fokus standen aber nicht die Woggele, sondern einer seiner Gastro-Krimis, die er zusätzlich schreibt. „Der ist noch gar nicht veröffentlicht worden“, erzählt der Autor und lacht. „Das ist natürlich etwas blöd, weil man normalerweise Lesungen veranstaltet, um Bücher zu verkaufen.“ Trotzdem hat ihm die Lesung mit Wein und „mörderisch gutem Essen“ Spaß gemacht.

Nicht nur von der jüngeren Generation beeinflusst

Die Woggele hat Krohberger in einem kindergerechteren Umfeld getestet. Weil seine eigenen Kinder altersbedingt nicht mehr ins Zielpublikum passen, müssen die Nachbarskinder seiner Verlobten in Beutelsbach herhalten. Die Reaktionen seien meist gut, es komme aber auch darauf an, wie lesebegeistert die Kinder seien. Krohbergers Geschichte ist aber nicht nur von der jüngeren Generation beeinflusst.

Inspiration beim Rebenschneiden

Zusammen mit zwei Freunden bewirtschaftet Krohberger einen Weinberg, ganz auf die altmodische Art. „In meiner Fantasie spielt das Buch im Remstal“, verrät Krohberger. Der alte Weinberg sei keine Industriefläche, da falle es einem leicht, sich vorzustellen, dass dort geheimnisvolle Wesen ihr Zuhause haben. Am liebsten ist er im Winter dort. Dann schneidet er die Reben, so wie sie die nächsten Jahre wachsen sollen. „Das ist eine kreative Arbeit“, sagt er. „Ich kann in völliger Entspannung arbeiten, fast als würde ich meditieren. Da kommt ein richtiger Gedankenfluss zustande.“ Wenn er oben auf dem Weinberg steht und auf Hebsack hinabsieht, wo sich die Autos und Menschen, klein wie Spielzeuge, bewegen, dann ergreift ihn die Inspiration. Vielleicht fängt sein neues Buch genau deshalb damit an, dass Woggele-Mädchen Eli auf ein ähnliches Tal hinabschaut.


Andreas Krohbergers Hauptarbeit ist zurzeit der umfangreiche Bild- und Textband „Unser Remstal“ mit Fotografien von Peter Hartung, der am 21. März 2019 im Emons-Verlag erscheinen wird. Seine nächste Lesung findet wenig später am 29. März 2019 um 19 Uhr im Gewölbekeller des „Hotel Restaurant Lamm“ in Hebsack statt, konzentriert sich aber auf seine Gastro-Krimis. Eine der Geschichten spielt sogar im Lamm selbst.