Winterbach

Wohnhäuser statt Netto

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So wie im Entwurf sollen die beiden Mehrfamilienhäuser aussehen, die anstelle des Netto-Markts und des bestehenden Wohnhauses dahinter geplant sind. © Laura Edenberger
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Im Moment steht dort noch ein älteres Wohnhaus – und der Netto-Supermarkt.
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Netto und Rossmann
Das sogenannte „Gärtnerhaus“ in der Schorndorfer Straße wird ab kommender Woche abgerissen, an der Stelle entsteht ein Rossmann-Drogeriemarkt. © ALEXANDRA PALMIZI

Winterbach. Lange hat der Gemeinderat sich damit schwergetan, jetzt hat er das Bebauungsplanverfahren eingeleitet, das Grundlage für die Nachnutzung des Netto-Areals in der Schorndorfer Straße sein wird. Zu den Plänen für zwei Mehrfamilienhäuser hatten die Nachbarn Einwände. Jetzt ist der Bauherr auf viele Wünsche von Nachbarschaft und Gemeinderäten eingegangen.

16 Wohnungen sollen in den zwei Mehrfamilienhäusern an der Ecke Schorndorfer Straße/Seestraße in Winterbach entstehen. Im Moment steht dort noch ein älteres Wohnhaus – und der Netto-Supermarkt. Seine Tage sind jedoch gezählt. Noch in diesem Jahr zieht der Discounter um in einen Neubau auf der anderen Seite der Schorndorfer Straße. Für die Nachnutzung des Geländes soll jetzt ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Der Gemeinderat diskutiert darüber schon länger. Zuletzt war das Vorhaben jedoch in einer Sitzung im Oktober vertagt worden. Auf Vorschlag der CDU stimmte die Mehrheit des Gemeinderats dafür, den Abschluss der Anwohner-Anhörung abzuwarten.

19 Parkplätze in Tiefgarage, zwei oberirdisch auf dem Grundstück

Jetzt hat der Bauausschuss des Gemeinderats das Verfahren für den Bebauungsplan in die Wege geleitet. In der Sitzung ging Bauamtsleiter Rainer Blessing auch auf die Einwände und Wünsche der Nachbarn ein. Zum Beispiel war darunter die Bitte an die Gemeinde, genau darauf zu schauen, ob die erforderliche Zahl von Parkplätzen auf dem Grundstück tatsächlich hergestellt werde. Geplant sind 19 in der Tiefgarage und zwei oberirdisch. Mit der Planung der Wohnungen werde der Architekt damit die gesetzlich erforderliche Stellplatzzahl einhalten, so Rainer Blessing.

„Es waren sehr angenehme Gespräche“, sagte der Bauamtsleiter zum Austausch mit den Angrenzern, mit denen er vor Ort gesprochen hat. „Für uns war es insgesamt sehr erfreulich, dass die Höhe nicht bemängelt wird“, so Blessing. Die Größe der Gebäude sei demnach kein Thema für die Nachbarn gewesen. „Klar wird es mehr Verkehr auf der Seestraße geben, dafür bekommen wir ein deutliches Mehr an dringend benötigtem Wohnraum.“

Gegenüber dem ursprünglichen Entwurf für die zwei Mehrfamilienhäuser ist der, der nun Grundlage für den Bebauungsplan wird, deutlich abgespeckt. Die Gesamtwohnfläche wurde von 958 auf 830 Quadratmeter reduziert. Statt ehemals 24 sind nur noch 16 Wohnungen geplant, davon auf Wunsch des Gemeinderats sechs Wohnungen mit drei Zimmern, die auch für Familien infrage kommen. Die weiteren Wohnungen haben zwei oder ein Zimmer. Die Gebäude sind dreigeschossig und haben eine Höhe von etwas mehr als zwölf Metern mit Flachdach.

Bürgermeister Sven Müller zeigte sich erleichtert, dass man die „Sorgen und Nöte“ der Nachbarn habe auffangen und manches besänftigen können, „so dass wir, denke ich mal, mit allen Beteiligten auf einen guten Kompromiss gekommen sind“.

Im Bauausschuss blieb lediglich Helmut Nachtrieb (Bürgerliche Wählervereinigung) bei seinem Nein zum Bebauungsplan. „Weil ich mir diese Art von Architektur da oben nicht vorstellen kann“, begründete er. Er wolle aber „nicht gegen die Mehrheit rudern“ und enthalte sich deswegen.


Winterbach. Dass die Drogerie Rossmann erst spät im Jahr fertig wird, war klar. Jetzt verschiebt sich auch beim Bau des neuen Netto in Winterbach der zeitliche Ablauf deutlich. Erst im November, so ist derzeit das Ziel, soll der Discounter neu eröffnen. Bisher ist außer großen Erdhaufen davon noch nichts zu sehen.

Dass noch nicht viel zu sehen ist, heißt allerdings nicht, dass bisher nicht viel passiert ist. „Wir haben einen Riesen-Erdaustausch gemacht vor Weihnachten“, sagt Bauleiterin Katharina Kerecsenyi. Das heißt, es wurde besser tragfähiger Boden eingebaut. Außerdem sind Pfähle in den Untergrund gerammt worden, um ihn zusätzlich zu stabilisieren. Der Baugrund sei sehr schwierig, so die Bauleiterin.

Seither war allerdings lange Zeit Stillstand auf der Baustelle. Nun rechnet Katharina Kerecsenyi mit einem Beginn der Rohbauarbeiten für den Netto-Markt in etwa drei Wochen, abhängig allerdings vom Wetter. Der Rohbauer wolle erst dann anfangen, wenn dauerhaft etwas höhere Temperaturen herrschen, erklärt sie.

In zwei bis drei Wochen könnte es auch nebenan mit dem Bau von Rossmann endlich losgehen. Kommende Woche beginnen laut Projektleiter Richard Frey die Abbrucharbeiten am sogenannten „Gärtnerhaus“, das dort derzeit noch steht. Das Haus gehört der Gemeinde und ist immer noch von einer Mieterin bewohnt. Diese zieht nun um in eine andere Wohnung, die die Gemeinde ihr zur Verfügung gestellt hat.

Für den Abbruch rechnet Richard Frey mit zwei bis drei Wochen. Danach soll direkt der Bau der Drogerie beginnen. Laufe danach alles wie geplant, dann könne man im Herbst Eröffnung feiern.

Baustellen während der Gartenschau

Die Gemeinde Winterbach hatte ursprünglich gehofft, dass die beiden neuen Märkte bis zum Beginn der Remstal-Gartenschau im Mai fertig sind. Noch im vergangenen November hatte Katrin Christoph, die Planungsleiterin der Firma Ratisbona, die für Netto den neuen Markt plant und erstellt, davon gesprochen, dass man bis Mitte Mai zumindest außen alles so weit haben könnte, dass es ansprechend aussieht.

Das hat sich nun zerschlagen, das heißt, es gibt während der Gartenschau an der Schorndorfer Straße zwei große Baustellen. Ein Schönheitsfehler – den Bauamtsleiter Rainer Blessing aber entspannt sieht: „Dass wir nicht alle Baustellen verhindern können, war klar.“ Deswegen werde der Ort ja auch nicht komplett verunstaltet. Für Winterbach und seine Bürger sei viel wichtiger, dass es mit Netto und Rossmann zwei neue, zentral gelegene Einkaufsmöglichkeiten bekomme.

Das sogenannte „Gärtnerhaus“ in der Schorndorfer Straße wird ab kommender Woche abgerissen, an der Stelle entsteht ein Rossmann-Drogeriemarkt.


Wann sind die Wohnungen verfügbar?

Eine genaue Prognose, wann die geplanten 16 Wohnungen in den beiden neuen Mehrfamilienhäusern tatsächlich realisiert werden, ist schwierig.

Bevor mit dem Bau begonnen werden kann, muss der Bebauungsplan stehen. Bauamtsleiter Rainer Blessing rechnet dafür mit sechs Monaten. Parallel zum Verfahren könne der Bauherr im Sommer seinen Bauantrag einreichen, so dass im Herbst das Baurecht vorliegen könnte.

Voraussetzung für den Bau der Wohnhäuser ist natürlich aber auch, dass der Netto-Markt umgezogen ist. Der neue Markt soll laut Bauleiterin Katharina Kerecsenyi im November fertig sein (siehe „Netto wird voraussichtlich erst im November fertig“).

Außerdem ist das Wohngebäude, das aktuell noch auf dem Areal steht und abgerissen werden soll, aktuell noch von Mietern bewohnt.