Winterbach

Zeltspektakel doch am angestammten Platz?

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Das Spektakelzelt neben Peter Hahn in Winterbach im Jahr 2013. © Ramona Adolf

Winterbach. Überraschende Nachricht mit Auswirkung auf das Zeltspektakel: Peter Hahn hat den Bau seines Hochregallagers in Winterbach um ein Jahr verschoben. Das heißt: Der Platz wäre 2017 doch noch einmal frei fürs Zeltspektakel. Die Kulti freut sich – muss nun aber eine schwierige Entscheidung treffen.

Es schien eigentlich alles klar: Im Juni 2017 wollte Peter Hahn am Standort Winterbach mit dem Bau eines Hochregallagers beginnen. Die Bauvoranfrage dazu hatte bereits im November 2016 die Zustimmung des Bauausschusses des Gemeinderats erhalten. Schon vorher hatte Peter Hahn der Kulturinitiative Rock klar mitgeteilt, dass der Platz fürs Zeltspektakel ab 2017 nicht mehr zur Verfügung steht. Jetzt kommt die Wende, die Peter-Hahn-Pressesprecher Jörg Marx so erklärt: Mit der Umstellung der IT-Software im Betrieb und des kompletten Lagerverwaltungssystems habe man aktuell zwei weitere Großprojekte laufen. Da habe man noch mal alle „Zeitschienen“ überprüft und sei zum Ergebnis gekommen, dass es am besten für alle Projekte sei, wenn der Neubau der Logistik noch ein Jahr wartet. „Die Komplexität wäre zu groß, wenn man nebenher auch noch bauen würde“, so Marx. Der angepeilte Baubeginn soll jetzt im Mai 2018 sein.

„Super Nachricht“, aber auch eine „Zwickmühle“

Die ausgegebene Devise „Eins nach dem anderen“ habe den positiven Effekt, dass man das angestammte Gelände fürs Zeltspektakel der Kulturinitiative Rock doch noch einmal zur Verfügung stellen könne.

Die Kulti wurde am Montag von dieser Wendung vollkommen überrascht. Der Vorsitzende, Steffen Clauss, sprach gegenüber unserer Zeitung von einer „Zwickmühle“. „Im Grunde ist das seine Super-Nachricht“, sagte er. Allerdings habe man jetzt bereits am Ausweichstandort bei der Firma Contexo viel Zeit in die Planung investiert. Ein größeres Zelt sei bestellt. „Die Firma Contexo ist wirklich sehr gastfreundlich“, so Steffen Clauss. Man bekomme Strom und Internet und es werde sogar das Firmengelände geräumt, damit die Nightliner der Stars dort stehen können. Die Nachricht von Peter Hahn sei Grund zur Freude – wenn sie nur ein Vierteljahr früher gekommen wäre, meint der Kulti-Chef. Jetzt sei man schon „richtig tief drinnen“ und habe sich angefreundet mit dem Standort auf der anderen Seite von Winterbach.

Noch keine endgültige Aussage zur Standortentscheidung

Clauss wollte am Montag noch keine Aussage treffen, wie der Verein sich jetzt entscheidet. „Da müssen wir uns jetzt erst besprechen“, sagt er. Der alte Platz sei zwar schon besser, weil dort alles vorhanden und eingespielt sei. Vor allem sei er auch bereits geschottert, was am Ausweichstandort hohe Kosten mit sich bringt.

Bei der Entscheidung wird auch die Gemeinde mitreden, die sich finanziell bei der Einschotterung des neuen Platzes beteiligen wollte. Bürgermeister Sven Müller sagte am Montag: „Es freut mich, dass das Zeltspektakel an gewohnter Stelle doch möglich ist.“ Aber auch er wollte gegenüber unserer Zeitung ad hoc noch keine definitive Aussage zur Standortentscheidung treffen: Alles weitere müsse er zunächst mit der Kulti besprechen.

Das Spektakel

Das Zeltspektakel findet 2017 zum zehnten Mal statt. Alle zwei Jahre kommen zu dem von der Kulturinitiative Rock organisierten und komplett mit ehrenamtlichem Einsatz gestemmten Festival mehrere 10 000 Besucher. Die Kulti holte Musikgrößen wie Joe Cocker ins Remstal.

Durch die Baupläne von Peter Hahn, die sich im Sommer 2016 konkretisierten, kam die Kulti in Not. Sogar das Aus für das Spektakel stand im Raum, bevor sich mit dem Platz im Westen Winterbachs, direkt an der B 29 bei der Firma Contexo, Ersatz bot.

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