Winterbach

Zeltspektakel Winterbach, Tag 6: Helge Schneider, Wespenstiche, müde Füße

Helge Schneider
Helge Schneider gut gelaunt beim Zeltspektakel in Winterbach. © Alexandra Palmizi

Einen glänzend aufgelegten Helge Schneider erlebten rund 1600 Zuschauer in Winterbach am Sonntag (24.07). Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es im Spektakel-Zelt dabei nur Sitzplätze. 1450 Stühle stellten die Helfer der Kulturinitiative Rock am Sonntag zu den rund 800 vorhandenen auf der Tribüne auf. „Langsam geht es ans Eingemachte“, meint Sprecher Christoph Goldschmidt. „Uns tun die Füße weh.“ Weitere Ausfälle im Team gab es erneut wegen Corona – während Wespen offenbar die akuteste Gefahr für das Wohlbefinden der Besucherinnen und Besucher sind.

Trotz der Hitze, meint Harry Hasert, der Bereitschaftsleiter des Winterbacher DRK-Ortsvereins am Sonntag, sei eigentlich nicht viel zu tun gewesen. Nur einmal habe man wegen Hitzefolgen tätig werden müssen, und eine Schnittwunde habe es gegeben. „Dafür, wie viel Leute hier sind, ist das eine gechillte Veranstaltung,“ erzählt er vor dem DRK-Zelt im rückwärtigen Teil des Geländes.

Zehn Wespenstiche an einem Tag

Im selben Moment gibt es für seine Kolleginnen und Kollegen etwas zu tun, eine Festival-Besucherin sucht Hilfe, sie ist schon angekündigt. „Sind Sie der Wespenstich?“ Ein schwarz-gelber Brummer hat die Frau in den sandalenbekleideten Fuß gestochen. Sie bekommt eine kühlende Kompresse. „Was wir tatsächlich relativ viel hatten, sind Wespenstiche“, sagt Harry Hasert. Allein am Freitag seien es zehn gewesen, die deswegen Hilfe gesucht hätten, 15 bis 20 Fälle habe man insgesamt schon gehabt.

Wenig später kommt im Zelt Helge Schneider im braunen Cord-Anzug auf die Bühne und haut gleich zu Beginn die Hits raus. Die „Wurstfachverkäuferin“, den „Meisenmann“, „Fitze, Fatze“ und „Katzeklo“. Das Publikum, offenbar kein bisschen ermattet von der Hitze draußen und drinnen im Zelt, geht von Anfang an mit, johlt, klatscht und singt.

„Langsam kühlt es ab“, stellt Schneider fest – als es eigentlich noch kein bisschen abkühlt. „Gut, dass ich meine Jacke anhabe.“ Später erzählt er, dass er auf ärztlichen Rat 18 Liter Wasser am Tag trinke, wobei der Rat auch 1,8 Liter gewesen sein könnte. Aber: „Sicher ist sicher.“

Gut sei's aber auch, bei der Hitze heißen Tee zu trinken. Den bekommt der Meister des virtuosen musikalischen Klamauks gereicht vom rauschebärtigen Sergej Gleithmann im dunklen Strampler, der ansonsten wie seit Jahrzehnten als tanzender und turnender Sidekick über die Bühne wirbelt.

Außer ihm ist der großartige Gitarrist Sandro Giampietro dabei – und das ist schon die ganze Besetzung auf der Bühne an diesem Abend, alle anderen Instrumente spielt Helge Schneider: Klavier, Vibrafon, Trompete, Schlagzeug, E-Gitarre und allerlei andere Kleininstrumente, die lustige Geräusche machen.

Gebrauchte Nebelmaschine von Tina Turner

Zwischen den Songs kommt er immer wieder ausschweifend ins typische Schneidersche Fabulieren. Über Winterbach: „Winterbach, das kann man jetzt schon sagen, ist das Paris von Stuttgart.“ Darüber, wie er auf einem Hundeplatz zur Welt kam, über die von Tina Turner gebraucht gekaufte Nebelmaschine, seine Oma, die die Bobbahn am Königsee runterfuhr – auf dem Backblech.

Das Publikum schreit und johlt vor Vergnügen, während im zweiten Teil des Programms wirklich ein kühles Lüftchen durch die seitlichen Öffnungen im Zelt weht und die Temperaturen richtig angenehm werden.

Da macht Helge Schluss, nach etwa 90 Minuten Show und einer Pause bei der Hälfte, mit einer Solo-Zugabe am Klavier weiter. „Was werden die Nachbarn sagen, in den anderen Dörfern?“ Die werden von seinem eher leisen Auftritt wahrscheinlich gar nicht so viel mitbekommen haben.

Schon eher könnten sie was von den Blues-Rockern am Abend davor gehabt haben (hier geht es zu unserem Konzertbericht). Bis weit nach Mitternacht ließen es Gov’t Mule mit Frontmann Warren Haynes als letzte der drei Bands am Samstag krachen. „Wir dachten eigentlich, der spielt länger“, meint Christoph Goldschmidt dazu trocken. Meistens spiele der US-Amerikaner mindestens zweieinhalb Stunden – statt läppischen zwei wie in Winterbach.

Goisern und Gentleman

Zwei Tage sind’s jetzt noch beim Zeltspektakel 2022. Eine weitere Hitzeschlacht an diesem Montag (25.07.), mit angesagten 34 Grad, und dem ausverkauften Hubert von Goisern – der, wie zu hören war, schon am Sonntag vor Ort war. Und dann am Dienstag (26.07.) noch der selbsterklärte „Raggae-A-List-Ambassador“ Gentleman. Dafür gibt es noch Tickets. 

Der Biergarten hat auch an den letzten beiden Abenden ab 17 Uhr geöffnet, jeden Abend mit einer lokalen Liveband. Der Eintritt im Biergarten ist immer frei. Mehr Infos auf. Weitere Infos auf www.zeltspektakel.com. Vergünstigte Tickets erhalten Leserinnen und Leser über den ZVW-Shop oder über die ZVW-Ticket-Hotline unter 0 71 51/566-566.

Einen glänzend aufgelegten Helge Schneider erlebten rund 1600 Zuschauer in Winterbach am Sonntag (24.07). Zum ersten Mal in diesem Jahr gab es im Spektakel-Zelt dabei nur Sitzplätze. 1450 Stühle stellten die Helfer der Kulturinitiative Rock am Sonntag zu den rund 800 vorhandenen auf der Tribüne auf. „Langsam geht es ans Eingemachte“, meint Sprecher Christoph Goldschmidt. „Uns tun die Füße weh.“ Weitere Ausfälle im Team gab es erneut wegen Corona – während Wespen offenbar die akuteste Gefahr

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper