Kleine Kehrwoche

Ärgere nicht den „Hoff“!

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Hat David Hasselhoff mit "Looking for freedom" zum Mauerfall beigetragen? Das Gerücht hält sich hartnäckig bis heute. Nur erzählt haben will es keiner. © Pixabay / moerschy

Wurde man noch in den 90er Jahren oft ziemlich belächelt, wenn man sich als Fan von David Hasselhoff bekannte, egal ob als Schauspieler oder Sänger, überwiegt heute doch die Nostalgie, wenn man sich seiner großen Zeiten erinnert. Das hat inzwischen auch der Sänger und Schauspieler erkannt – und verdient damit gutes Geld.

In New York werden dieser Tage viele seiner persönlichen Erinnerungsstücke versteigert. Goldene Schallplatten, ein Flipper-Tisch, ein „Baywatch“-Pappkamerad – und sogar Hasselhoffs eigener Nachbau des Autos „Knight Industries Two Thousand“, kurz: K.I.T.T., mit dem er in den 80er Jahren durch die Serie „Knight Rider“ flitzte. Musikproduzent Jack White verschaffte ihm damals auch noch eine Karriere als Sänger; mit seiner Hauptrolle in „Baywatch“ wurde Hasselhoff endgültig zum Superstar seines Jahrzehnts. Wobei er später in den 2000ern – trotz augenzwinkernder Auftritte in Filmen mit Hang zur Selbstironie – nie an alte Erfolge anknüpfen konnte.

Die Auktion, die jetzt durch die Medien geht, belegt: Hasselhoff hat begriffen, das seine besten Zeiten die „alten Zeiten“ sind. „Don’t Hassel the Hoff!“ – deutsch: „Ärgere nicht den Hoff!“ –, das steht auf einem seiner T-Shirts. Und nein, er lässt sich von solchen Tatsachen keineswegs ärgern, sondern er freut sich stattdessen darüber – und macht „die alten Zeiten“ zu Geld. 2019 tourte der Sänger sogar nochmal durch Deutschland. Ob nun „Looking for freedom“, wie er selbst es angeblich behauptet, zum Fall der Berliner Mauer beitrug – wen juckt’s? Hören möchten Fans den Song so oder so und bezahlten gerne ab 50 Euro aufwärts. – Samt Selfie mit K.I.T.T. im Foyer.

Wer den „Oldtimer“ bequem fand und nun besitzen will, muss laut letztem Stand der Auktion etwas über eine halbe Million Dollar bezahlen; Star-Bonus: „The Hoff“ bringt die Karre persönlich vorbei. Wem es dabei indes eher um den „Boten“ geht: Gebote für ein Mittagessen mit dem Sänger standen zuletzt bei vergleichsweise günstigen 8500 Dollar; alte Autogrammkarten gab’s sogar für ein paar Hunderter. – Ich gratuliere allen Gewinnern!

Mir ist das zu teuer. Da erinnere ich mich lieber an meine eigene Fan-Zeit, damals mit zwölf. Ich mochte die Serien und auch die Musik, besuchte sogar ein Konzert in der Schleyerhalle. Und gab es da auch viele Spötter, so ließ ich mich doch nie „hasseln“, ebensowenig wie „The Hoff“.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach