Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (34)

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Der Täter passte genau ins "Profil". © Pixabay / Michael Gaida

Wenn man so als „böser Bube“ unterwegs ist, und zur Wahrung dieses Bildes dann auch so richtig böse sämtliche Regeln missachtet, dann stolpert man oft über’s eigene Klischee. So geschehen hier in unserer ersten Story.

Bis zu einem bestimmten Punkt war für einen 17-jährigen Serieneinbrecher aus Eberstadt alles rund gelaufen: Er hatte bereits mehrere Autos geknackt, war in einen Kindergarten, einen Einkaufsmarkt und in ein Weinhaus eingebrochen – und alles, ohne erwischt zu werden. Sein Problem: Er benutzte in der Schule während des Unterrichts sein Handy. Und aufgrund dessen flog alles auf.

In der Handyhülle befand sich nämlich ein Personalausweis, der nicht dem Jugendlichen gehörte. Der Lehrer, der das Handy aus disziplinarischen Gründen eingezogen hatte, fand diesen – und verständigte die Polizei. Die Beamten ihrerseits stellten rasch fest, dass der Ausweis dem Halter von einem der geknackten Autos gehörte. Daraufhin wurden die Wohnräume des Jungen und von dessen Eltern durchsucht, wo die Polizei noch zahlreiche weitere Beweise sicherstellte. – Dumm gelaufen.

Ein ähnlich unglücklicher Zufall brachte einen 25-Jährigen aus München auf direktem Weg ins Kittchen. Der seit 2018 gesuchte Straftäter ist nämlich auch Maskenverweigerer – und marschierte deshalb eben auch ohne Mund-und Nasenschutz über den Münchner Flughafen. Genau deshalb fiel er der dortigen Polizei auf. Die Beamten staunten nicht schlecht, als zudem klar wurde, dass der Mann wegen Hausfriedensbruchs bundesweit gesucht wurde. Eine Geldstrafe oder ersatzweise 45 Tage Haft hatte er verweigert. Ebenso wie jetzt die Maske, was ihm übrigens noch eine zusätzliche Strafe einbringt.

Zuletzt nun noch die Geschichte von zwei Einbrechern, denen ein nicht ordnungsgemäß entsorgter Hundehaufen zum Verhängnis wurde. Als die 27 und 19 Jahre alten Tunichtgute in ein Mehrfamilienhaus in Hamburg eingebrochen waren, hatten sie dort die Alarmanlage ausgelöst und waren hektisch getürmt – lediglich mit einigen entwendeten Kleidungsstücken und Handtüchern. Auf der Flucht war einer der beiden in einen Hundehaufen getreten. Ein Versuch, den Kot abzuwischen, und das besudelte weggeworfene Handtuch führten die Polizei zum Häufchen – und einem Schuhabdruck des Täters. Anhand des Profils wurde der Täter identifiziert. Shit.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach