Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (35)

sign-1549650_1920 - Nhat-Tien Le
Hier tat sich gar nichts mehr auf: Ein Einbrecher gelangte durch eine aufgehebelte Glastür in einen Supermarkt - aber nicht wieder hinaus. © Pixabay / Nhat-Tien Le

Eine soeben selbst erdachte Weisheit für Einbrecher: „Drum prüfe, wer in Häuser schleiche, wie man später dort entweiche!“ – Hätte sich das mal ein Einbrecher aus Aalen zu Herzen genommen, der sich nachts Zutritt zu einem Einkaufsmarkt verschaffte. Er wäre vermutlich entkommen. Nur leider übersah er ein winziges Detail.

Der 35-Jährige hatte einen Spalt zwischen einer Schiebetür und einer Glasscheibe aufgehebelt, sich hindurchgezwängt und hatte dann begonnen, Tabak, Getränke und Lebensmittel im Wert von 500 Euro einzusammeln und für den Abtransport bereit zu machen. Nun bekam er aber ein Problem: Durch den Spalt war er zwar reingekommen, schaffte es aber nicht wieder hinaus. Inzwischen hatten ihn außerdem längst Passanten bemerkt und die Polizei verständigt. Der Einbrecher konnte nichts weiter tun, als eingesperrt auf das Eintreffen der Beamten zu warten. Vermutlich ein Vorgeschmack auf seine Strafe.

In Göttingen hätte ein 39-jähriger Einbrecher womöglich vor seiner Tat noch ein bisschen ausruhen sollen. Dann wäre er wohl nicht in der Wohnung, zu der er sich gewaltsam Zutritt verschafft hatte, eingeschlafen. Als der 29-jährige Bewohner zurückkam, fand er den schlafenden Fremden dort vor. Er verließ daraufhin wieder seine Wohnung, verschloss die Tür und rief die Polizei. Woran es genau lag, dass den Schelm die Müdigkeit überkam, ist noch nicht ermittelt, Betrunkenheit könne nicht ausgeschlossen werden. – Oder war er der Verbrechen müde?

Womöglich war’s aber auch Karma, was beiden widerfuhr. So wie etwa dem Einbrecher, der meinte, eine der Mutter Theresa geweihte Kapelle im polnischen Kamionki bestehlen zu müssen. Die Erzdiözese Poznan, Posen, veröffentlichte auf Facebook die Aufzeichnung einer Überwachungskamera, die zeigt, was sich dort zutrug. Der Dieb wurde nämlich vom Gemeindepfarrer Jakub Lechniak überrascht, der sich in der Sakristei aufhielt, verdächtige Geräusche hörte und nach dem Rechten sah.

Als er merkte, dass die Spendenbox fehlte, eilte er nach draußen und sah den Dieb mit der Box davonrennen. Dank jahrelanger Erfahrung als Marathonläufer nahm der sportliche Priester die Verfolgung auf, weshalb der Dieb seine Beute erschrocken fallenließ. Dank der Beschreibung des Priesters und den Kamerabildern wurde er aber kurz darauf verhaftet. Für ihn: dumm gelaufen.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach