Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (37)

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War ihm das Kleingeld ausgegangen? Weil ein Dieb einen Kaugummi-Automaten abmontieren wollte und dabei sehr laut war, wurde er erwischt. © Friderike Reinecke / Pixabay

Leicht bescheuerte Tunichtgute sind im Grunde für uns alle ein Gewinn: Ihre schlecht geplanten Taten fliegen meistens auf, die Geschädigten kommen zu ihrem Recht, die Polizei hat nicht viel zu tun – und wir alle haben obendrein noch was zu lachen. Vier neue Geschichten.

Weshalb ein Senior aus Brühl auf Diebes-Tour ging, dürfte wohl sein Geheimnis bleiben: Ob den 72-Jährigen die akute Lust auf Kaugummi packte, oder ob er es auf das Kleingeld abgesehen hatte? – Jedenfalls machte er sich mit Hammer und Schraubenzieher an einem Kaugummi-Automaten zu schaffen; nicht gerade leise, weshalb eine Zeugin auf ihn aufmerksam wurde und die Polizei verständigte. Die Beamten fanden acht weitere Automaten, Schlüssel und Werkzeug in seinem Auto. Ging’s um das Metall? – Man sollte wohl darauf achten, dass er die Gitter seiner Zelle nicht abmontiert und mitnimmt.

Der Hunger auf Süßkram kann einen Menschen schonmal auf Abwege bringen. So geschehen auch in Stuttgart, wo Einbrecher aus einem Kindergarten mehrere Kilo Kuchen und mehr als 100 Fruchtschnitten gestohlen haben. Seltsamerweise fehlte sonst nichts. Die Täter waren durch ein Fenster eingestiegen, hatten sich den Kuchen geschnappt und waren wieder getürmt. Meine Theorie: Da hatte sich jemand über den großen Aufwand beim Backen geärgert und hat sich sein Naschwerk zurück geholt. – Ob das Ganze dann als Mundraub durchgeht?

Dabei kann der Dieb nur hoffen, dass der Kuchen weitestgehend „anonymisiert“ ist – ein solches Versäumnis wurde nämlich Käsedieben in den Niederlanden zum Verhängnis. Sie hatten 300 große, runde Käselaibe von einem Bauernhof entwendet und versuchten dann, die Beute im Wert von insgesamt 40.000 Euro online zu verkaufen. Dabei hatten die Täter – eine 19-jährige Frau und ein 21-jähriger Mann – allerdings übersehen, dass jedes der um die zwölf Kilo schweren Käseräder individuell gekennzeichnet war. Der Zusammenhang zu dem Diebstahl war leicht herzustellen. – Man darf annehmen, dass ein fröhliches „Cheese“ auf den Polizeifotos eher fehlt.

Zuletzt noch die Geschichte eines 47-Jährigen, der in Heidelberg in einem leerstehenden Gebäude Kupferdraht stehlen wollte. Er hatte schon einiges gesammelt – doch dann schlief er ein. Die Polizei fand ihn sodann selig schlummernd samt Brecheisen, Zange und seiner Beute.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach