Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (38)

sheep-384608_1920
Seltsames Diebesgut: Schafe und Lämmer zu einer eigenen Herde zusammengeklaut. © Pixabay

Der RTL-Schäfer Heinrich mag für manche Menschen ein Idol sein, das sei so auch zugestanden. Auf welche Ideen manch ein „Fan“ allerdings kommt, um selber mal ein „Schäfer“ zu sein und das „Schäferlied“ zu singen, das ist schon mitunter absurd. Eine Geschichte aus Nordhessen setzt indes in eben jener Kategorie neue Maßstäbe.

Als im November des vergangenen Jahres auf mysteriöse Weise hunderte Schaf und Lämmer von ihren Weiden verschwanden, stand die Polizei in den Landkreisen Kassel, Schwalm-Eder sowie Waldeck-Frankenberg noch vor einem Rätsel. Zudem verschwanden Ohrmarken und ganze Weidezäune. Wer war da am Werk, was führte er im Schilde? Und mir stellt sich noch die Frage: Wie konnte er dabei so dämlich vorgehen und glauben, dass das keiner merken würde? Erwischt wurde er nämlich nicht etwa aus Unachtsamkeit – sondern schlicht auf eBay.

Dort versuchte der 26-jährige Täter aus Kassel einige der entwendeten Zäune und andere Schäfer-Utensilien zu Geld zu machen. Das brachte die Polizei auf seine Spur. Und so fand man letztendlich in Nordrhein-Westfalen – genauer: in Marsbach und Niestal – zwei Weiden, auf denen rund 100 mutmaßlich entwendete Schafe grasten. 31 davon konnten zum Zeitpunkt der Polizeimeldung bereits wieder den Besitzern zurückgegeben werden. Zur Tat äußerte der Dieb sich zwar nicht, dennoch, so munkelt man, brachte ihn die Polizei zum „singen“: „O, o, so und so, bei uns Schäfern ist das so.“ – Heinrich wäre stolz!

Eine ganz andere Fährte führte indes zu einem Tunichtgut in Hamburg: Auf seiner Flucht aus einem Supermarkt hinterließ Fußabdrücke im frischen Schnee. Zumal diese vom Profil her hervorragend mit denen übereinstimmten, welche die Polizei bereits in jenem Discounter gefunden hatte, brauchte man den Spuren also nur noch folgen. Noch nie war eine „kalte Spur“ am Ende dann doch so heiß! Sie führte direkt zur Wohnung des 22-Jährigen, der gerade mit Freunden den Wodka aus dem Diebesgut konsumierte und die Tat zugab. – Eiskalt erwischt!

Am einfachsten machten es der Polizei jedoch zwei Einbrecher im englischen Stoke-on-Trent in der Grafschaft Staffordshire: Einer setzte sich kurz aufs Sofa und löste damit die Notruftaste seines Handys aus. Die Beamten lauschten also live dem Einbruch, hörten alle Späßchen der Spitzbuben – und nahmen sie dann auch fest.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach