Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (39)

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Der Biss in eine Wurst während eines Einbruchs brachte neun Jahre später die Ermittler auf die DNA-Spur des Täters. © Alexas Fotos / Pixabay

Manch einen Einbrecherüberkommen just zur „Arbeitszeit“ plötzlich menschliche Bedürfnisse. Wenn sie denen dann jedoch nachgeben, kann das für sie mitunter unglücklich ausgehen. Das zeigen die drei heutigen Fälle.

Als eine 37- jährige Frau aus Kall in Nordrhein-Westfalen jüngst zu Hause eintraf, hörte sie Geräusche aus dem Badezimmer. Die verriegelte Tür öffnete sie mit einer Münze – und traf auf einen fremden, nackten Mann, der mit einem Handtuch um die Hüfte aus ihrer Dusche stieg. Er habe nur duschen wollen, entschuldigte sich der Eindringling. Die Frau verlies eilends die Wohnung und alarmierte die Polizei. Ob jener Tunichtgut trotz Reinigung noch ganz sauber war, ist nicht überliefert.

Weniger wohlriechend verlief hingegen eine Begegnung in Windeck, ebenfalls Nordrhein-Westfalen, wo die Bewohnerin eines Hauses am frühen Morgen einen Einbrecher auf ihrem Klo sitzend erwischte. Die erschrockene Frau schrie den Unbekannten an, wer er sei und was er wolle, so heißt es in der Polizeimeldung. Jener – im wahrsten Sinne des Wortes „auf frischer Tat“ ertappt – zog seine Hose hoch, schob sich wortlos an der Frau vorbei, schnappte sich den Rucksack – der eigentlich auch nicht seiner war – mit der Beute und floh vom Tatort.

Dass er der schockierten Frau und ihrem sogleich geweckten Partner im Gegenzug noch etwas „daließ“ war mit Sicherheit kein Trost – und es wurde sogleich weggespült. Dafür ließ der frisch erleichterte Schelm drei Laptops, Bargeld und ein Smartphone mitgehen. Wir halten es da mit dem Volksmund und wünschen diesem dreisten Tunichtgut für seine nächste Diebes-Tour: Möge ihn der Blitz beim was auch immer treffen. Dann aber richtig!

Eine weitere Story aus Nordrhein-Westfalen, diesmal Gevelsberg, zeigt, dass so manche Hinterlassenschaft für den Täter auch ungünstig sein kann. Neun Jahre nach einem Einbruch ist ein 30-jähriger Albaner anhand einer DNA-Spur überführt worden. Der Täter musste aktuell in Frankreich wegen eines Delikts eine DNA-Probe abgeben. Jene wurde automatisch mit internationalen Datenbanken abgeglichen. Und Treffer: Bei einem Einbruch im März 2012 hatte offenbar genau dieser Täter ein Stück Wurst angebissen. Die damals an der Wurst gesicherten DNA-Spuren führten jetzt zur Aufklärung. Und somit wird nun auch hierzulande gegen ihn ermittelt.

Freundliche Grüße Ihr Mathias Schwappach