Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (40)

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Unter anderem auf Kinderbücher hatten es Einbrecher in einem Kindergarten abgesehen. © Michael Gaida / Pixabay

Mit 40 wird der Schwabe g’scheit – so manch bösen Buben wird aber vermutlich auch diese Altersschwelle zur Weisheit kaum mehr helfen. Vor allem dann, wenn sich die geistige Reife eher in die andere Richtung entwickelt. Anders ist wohl kaum zu erklären, auf was es die Tunichtgute in der heutigen Jubiläumsfolge unserer Reihe vor allem abgesehen hatten. – Man lese also und staune.

Nach einem Einbruch in eine Kindertagesstätte im sauerländischen Halver fehlten 25 Bilderbücher. Die Unbekannten hatten an einem Wochenende die Eingangstür der Kita „Wunderland“ aufgebrochen und sämtliche Räume durchsucht, so wird es in der Polizeimeldung berichtet. Neben den Büchern nahmen sie eine Toniebox samt einiger Figuren, ein Laufrad und 35 Kindergläser mit. Aus der Küche und dem Personalbüro stahlen sie zudem unter anderem Süßigkeiten, Kaffee und einen Laptop. Leider entkamen sie unbemerkt. Wer nun Verdächtiges in Mamikreisel & Co aufschnappt: Obacht, Diebesgut!

Tatsächlich erwischt wurden indes drei Einbrecher in Schopfheim, die dort in einen Kindergarten eingestiegen waren. Ein 17 Jahre alter Jugendlicher sowie zwei 21 und 28 Jahre alte Männer wurden dort festgenommen, nachdem eine Erzieherin das Trio in den Räumen entdeckt hatte: Sie waren dort eingeschlafen. Diebesgut hatten sie zwar nicht bei sich oder bereitgelegt. Jedoch war in der gleichen Nacht auch im nahe gelegene Pfarrheim eingebrochen und mächtig randaliert worden. Möbel wurden aufgebrochen und es entstand ein Sachschaden von rund 12.000 Euro. Waren es dieselben Täter? Hierzu ermittelt nun die Polizei – und die drei Schlingel setzen derweil den Schlaf der Ungerechten in einer Zelle fort.

Besondere Beweggründe für den Klau einer Jesusfigur aus einer Kirche in Möhnesee nannte ein reumütiger Dieb, der die Figur persönlich bei Pastor Ludger Eilebrecht zurückgab. Jener unterhielt sich noch mit dem „schwarzen Schäfchen“ und erfuhr, dass der Dieb seine Sorgen und Nöte Jesus persönlich hatte mitteilen wollen; er hatte die Figur als „Ansprechpartner“ geklaut. Einen solchen fand er nun auch in dem erleichterten Pastor, der froh darüber war, die Figur wohlbehalten und unbeschädigt an ihren angestammten Platz zurückbringen zu können. Und weil deren „Ausflug“ so gut ausging, gibt’s nicht mal eine Strafe, stattdessen einen Zuhörer und Tröster für den Dieb. – Manche Wege sind unergründlich.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach