Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (41)

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Wenn zwei komische Kauze sich nachts zu laut unterhalten, sorgt das auch schonmal für "Alarm" bei der Polizei. © suju-foto / Pixabay

Faule Ausreden, seltsame Verstecke, eine „natürliche“ Alarmanlage sowie ein akuter Fall von „Fleischeslust“ – das sind die Geschichten der heutigen Ausgabe unserer kleinen Reihe. Danke an all die „bösen Buben“, dass sie immer wieder für neue, ungewöhnliche Fälle sorgen.

Ein Mann schippt im örtlichen Bauhof in Hilchenbach im Siegerland Streusalz auf eine Schubkarre. Das ist erstmal nichts Besonderes – wenn es Winter ist und Glatteis herrscht. Und wenn es sich bei dem Mann um einen Mitarbeiter handelt, der seinen Job erledigt. Wenn es aber, wie in dieser Nacht (!) 20 Grad hat, ist das schon seltsam, weshalb ein Zeuge, der dies beobachtete, die Polizei rief. Jene konnte den Mann vor Ort stellen und bekam eine wenig durchdachte Ausrede zu hören: Der 53-Jährige erklärte, er habe das Salz mitnehmen wollen, da es bis zum Winter schlecht werden könnte. Von der Polizei gab es einen Platzverweis, eine Strafanzeige „sowie genügend Zeit, sich bis zum nächsten Wintereinbruch legal mit Streusalz einzudecken.“ – Könnte zeitlich eng werden.

Um seiner Strafe zu entgehen, wählte ein Dieb aus Mittelfranken ein ungewöhnliches Versteck. Der 44-Jährige aus Rügland war zu sieben Monaten Haft verurteilt worden, weil er 2018 bei einer Probefahrt mit einem rund 3800 Euro teuren E-Bike verschwunden war. Um nicht einzurücken, versteckte er sich auf dem Dachboden seines Hauses – aber nicht nur das. Anderthalb Stunden durchsuchte die Polizei das ganze Haus – und fand ihn dann eingewickelt in Matten aus Glaswolle. Von gläsernen Matten ging’s direkt hinter schwedische Gardinen.

Zwei durch die Nacht rufende Steinkäuze wurden von zwei Anwohnern in St. Ingbert im Saarland mit einer Alarmanlage verwechselt, weswegen sie die Polizei alarmierten. Die Beamten vermuteten die komischen Käuze auf zwei in der Straße stehenden Bäumen, wo sie sich wohl von einem Baum zum anderen miteinander „unterhielten“. Eine Anzeige wegen Ruhestörung gab’s nicht.

Ein Alarm hätte indes einem Metzger in Homburg viel Ärger erspart. Ein unbekannter Täter schlug nämlich über Nacht die Scheibe von dessen Verkaufsautomat ein und klaute Grillgut im Wert von 250 Euro. Im aufgebrochenen Wurstautomaten hinterließ der Dieb einen Zettel, auf dem er sich für diese Tat entschuldigte. Vermuteter Textinhalt: „Du bist nicht du, wenn du hungrig bist.“

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach