Kleine Kehrwoche

Bekloppte böse Buben (47)

Hans Braxmeier - man-g871e60289_1920
Manchmal überkommt einen die Müdigkeit - und man ist beim Erwachen überrascht, wo man sich befindet. © Hans Braxmeier / Pixabay

Womöglich schätze ich das völlig falsch ein, aber jetzt mal ganz logisch betrachtet: Wenn so ein Spitzbub einen nächtlichen Beutezug plant, dann wird er sich doch wohl vorher ordentlich ausschlafen, oder nicht? Und wenn er das schon nicht tut, dann sollte doch schon der Pegel vom Adrenalin so hoch sein, dass er da nicht etwa ... – Naja, das Eine ist die Logik, das andere ist die Realität.

Vor seinem Einbruch in einen Waldkindergarten in Denkendorf hatte ein Einbrecher offenbar reichlich Schlaf nachzuholen. Dazu kam dann noch ein gewisser Alkoholpegel. Jedenfalls muss der Einbruch selbst schon so schlampig gewesen sein, dass ein Spaziergänger auf seiner abendlichen Runde verdächtige Spuren wahrnahm: Eine Glasscheibe an der Eingangstür war zerdeppert, so war offensichtlich jemand in den Container gelangt.

Als die Polizei eintraf, entdeckte sie in dem Container einen stark alkoholisierten 45-Jährigen, der es sich in der Kuschelecke der Kinder gemütlich gemacht hatte und dort seinen Rausch ausschlief. Böses Erwachen für den Schnarchzapfen: Anklage wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung in Höhe von 1000 Euro – und ganz klar: Die Kissen und Decken der Kuschelecke würde ich mir anstelle des Kindergartens auch ersetzen lassen.

Ein Einzelfall? – Wenn Sie das denken, haben Sie diese Reihe noch nicht oft genug gelesen. Ob sich ein 26-Jähriger in Wannsee hatte Mut antrinken wollen oder wie auch immer er darauf kam, dass es schlau sei, stark alkoholisiert einen Einbruch zu begehen – jedenfalls wurde auch er vom Sandmännchen zur Strecke gebracht. Ein Nachbar hatte zuvor den Einbruchsversuch beobachtet und die Polizei verständigt. Als die Beamten eintrafen, lag der Tunichtgut schlafend auf der Terrasse. Zuvor hatte er noch eine Terrassentür mit einem Stein eingeschlagen – was ihn immerhin als Einbrecher klar identifizierte.

Zwar nicht persönlich, aber dafür doch recht eindeutig, hat sich ein Einbrecher ans Messer geliefert, der in einem Imbiss in Mönchengladbach eine kleine Menge Bargeld erbeutet hatte. Vom Inhaber bei der Tat ertappt, ergriff der Einbrecher die Flucht. Dabei verlor er jedoch seinen Reisepass am Tatort, wodurch die Polizei ihn rasch und eindeutig ermitteln konnte. An Flucht ins Ausland war nicht mehr zu denken: Der wohnsitzlose 30-Jährige konnte nach kurzer Suche festgenommen werden.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach