Kleine Kehrwoche

Du bist so heiß wie ein Vulkan

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2010 brach der Eyjafjallajökull aus und legte den Flugverkehr in ganz Europa lahm. © David Karnå / Creative Commons License

Erste Mission der heutigen Kolumne: Den Lesern einen „Ohrwurm“ verpassen. Sobald nun also jeder den guten Rex Gildo im Geiste mitträllert, komme ich zum eigentlichen Thema: dem Vulkanausbruch in Island, der seit dem Wochenende in Medien weltweit bestaunt wird.

Die dort lebenden Menschen waren nicht in Gefahr, obwohl der Vulkan Fagradalsfjall nahe der isländischen Hauptstadt Reykjavik liegt. Kleine Anmerkung: Sie glauben kaum, wie froh ich bin, dass ich die Namen schreiben darf und nicht aussprechen muss. Derweil lohnt es sich, sich die Schreibweise zu merken: Am Wochenende habe ich im Radio ein Spiel gehört, wo eine Frau dem Moderator Fagradalsfjall buchstabieren sollte; sie verlor. Falls Sie das auch mal tun müssen: siehe Kehrwoche!

Jedenfalls hat mich die Nachricht an meinen eigenen Urlaub in Island vor einigen Jahren erinnert. Auf einem unserer Tagesausflüge kamen meine Frau und ich damals an dem bis dahin bekanntesten Vulkan Islands vorbei, dem Eyjafjallajökull, der bei seinem letzten Ausbruch im April 2010 einen Monat lang den Flugverkehr in Europa lahmgelegte. Damals wurden rund 100.000 Flüge gestrichen und zehn Millionen Reisende saßen zum Teil tagelang auf Flughäfen fest. An den Ausbruch erinnert heute noch ein kleines Museum – samt Souvenirladen für Touristen, wo man „echte Vulkanasche“ kaufen kann.

Ganz aus der Welt wäre ein ähnliches Szenario – zumindest für Island – diesmal auch nicht gewesen, denn der Vulkan liegt etwa 40 Kilometer von der Hauptstadt entfernt: Im selben Umkreis wie der Flughafens Keflavik, die beliebte „Blaue Lagune“ – die beinahe etwas Lava abbekommen hätte – und der Fischereihafen Grindavik.

Die Isländer lassen sich indes von heißen Vulkanen nicht (mehr) aus der Ruhe bringen. Mancher nutzte sogar die günstige Gelegenheit, einen Punkt auf der isländischen „Sollte man mal gemacht haben“-Liste abzuhaken – und stellte sich dem Vulkan nackig entgegen. Belege dafür gibt's auf Instagram. Die nächste Chance gibt's statistisch gesehen erst wieder in fünf Jahren, wenn von den insgesamt 32 aktiven Vulkansystemen wieder eins ausbricht. Bis dahin erhält der Fagradalsfjall bestimmt auch ein kleines Museum – mit „original Lava“ im Shop, gut erreichbar von Reykjavik aus und auf dem Weg zur Lagune. Man muss halt nur immer das Beste draus machen.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach