Kleine Kehrwoche

Eine echte Erfindung für’n ...

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Klopapier: In der Corona-Pandemie wurde es bisweilen schonmal knapp - aber wenn es schonmal da ist, dann darf es ruhig auch wohlig warm sein. Oder? © Alexas Fotos / Pixabay

Ich mag die Sendung „Höhle der Löwen“: Spannend finde ich einerseits dabei die Erfindungen, lehrreich andererseits auch die Rückfragen der Investoren. Die denken oft an Aspekte, die kommen mir gar nicht in den Sinn.

In einer Geschichte der Stuttgarter Zeitung wurde jüngst eine Erfindung präsentiert, die perfekt in diese Show passen würde: der Klopapierwärmer. Vorgestellt wird Erfinder Hasan Aydogan und dessen skurrile Innovation. Darauf gekommen ist er, wie viele andere Erfinder, durch die spontane Identifizierung eines Problems – und eine ebenso spontane Lösungsidee. Während jedoch andere Erfinder nur mit dem stillen Örtchen als Ort ihrer Geistesblitze kokettieren, traf die Erkenntnis Aydogan ebenda, wo es die Produktgeschichte verlangt: auf dem Klo.

Zufällig habe er sich eine Rolle Klopapier geschnappt, die auf einer Heizung gelegen hatte – und während der Erleuchtung und einem in Gedanken einsetzenden „Freude schöner Götterfunken“ dachte sich der Sitzungsleiter: „Was für ein wundervolles Gefühl!“ Und daraus erwuchs dann sogleich die Frage, warum solcherlei WC-Wonne nur Zufall bleiben soll, anstatt einfach ein Gerät zu entwickeln, das eine Klopapierrolle vor Gebrauch anwärmt?

Der studierte Wirtschaftsfachwirt stürzte sich in die Recherche und fand heraus, dass offensichtlich noch niemand auf die Idee gekommen war. Gemeinsam mit einem befreundeten Elektroingenieur ging er also ans Werk: Eine handelsübliche Klopapierbox wurde mit einem Heizgitter versehen, angetrieben von einem 12-Volt-Akku. Das Heizgitter erreicht eine Wärme von 60 Grad Celsius, das Klopapier von 42 Grad. Für 79 bis 99 Euro soll das Gerät schon bald in Hotels oder in der gehobenen Gastronomie den Gästen einen „heißen Hintern“ verpassen.

Für die Aufwartung bei den „Löwen“ sieht Aydogan indes noch keine Chance: Es gäbe weder Umsätze, noch Marke für das Luxusprodukt, das bisher nur als Prototyp existiert. Falls es irgendwann klappt, freue ich mich schon auf Pitch und Kommentare: Die „Erfindung für’n Arsch“-Pointe wird Carsten Maschmeyer sicher erledigen; Georg Kofler wird auf Influencer-Marketing setzen, Ralf Dümmel auf Tele-Shopping verweisen und Dagmar Wöhrl versonnen lächelnd an den Komfort für ihre Hotelgäste denken. In eine Po-Dusche hat sie ja schon investiert – da folgt mit Aydogan der nächste logische Schritt.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach