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„Führerschein“ verhindert Leid

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Mensch und Hund können ein super Gespann werden, sofern man sich als Halter gut über die Bedürfnisse des Hundes informiert. © PourquoiPas / Pixabay

Der „Hundeführerschein“ ist in Baden-Württemberg beschlossene Sache. Ein löblicher Ansatz, jedoch reicht er mir noch nicht weit genug: Das Ziel sollte ein allgemeiner „Tierhalter-Führerschein“ sein. Denn immernoch legen sich viele Menschen leichtfertig Tiere zu, ohne sich vorab ausreichend über deren Haltung zu informieren.

Ich bin mir sicher, dass mit der nun eingeführten Pflicht zur Vorlage eines „Sachkundenachweises“ in Zukunft vielen Hunden und auch möglichen Haltern ein „böses Erwachen“ erspart bleibt. Jeder Halter in spe soll nun für jeden „geplanten“ Hund in schriftlicher sowie auch praktischer Prüfung belegen, sich über die Rasse informiert zu haben. Wer einen „Führerschein“ für einen Pudel hat, aber gerne eine Dogge haben will, muss folgerichtig nochmal ran – genauso wie ein Mofa-Lappen eben auch nicht zum Fahren eines 40-Tonnen-Trucks berechtigt.

Wer nun ob solch „dreister Bevormundung“ schon wieder Schnappatmung bekommt, sollte begreifen: Wer das nicht einsieht, ist mit ein Grund, weshalb diese Maßnahme wichtig ist. Es reicht eben leider nicht aus, sich für einen Hund zu entscheiden, man sollte – im eigenen Interesse – auch mit ihm umgehen können. Sonst landet das Tier nach wenigen Wochen im Tierheim, weil man erkannt hat, dass einen das mehrmals tägliche Gassi gehen, das unerzogene Tier und dessen Ansprüche, die notwendigen Impfungen sowie weitere Tierarztkosten, die Grundausstattung und vieles mehr doch deutlich überfordern.

Über all das wird man sich nun zwangsläufig vorher Gedanken machen müssen. Und das ist gut so! – Vernünftige Menschen, die das ohnehin gemacht hätten, stört die neue Pflicht eher nicht. Für alle anderen wird die Hürde zur Haltung sinnvoll erhöht; ein „Ich find’ Hunde halt so süß“ reicht nun nicht mehr. Mancher wird deshalb vermutlich den Plan aufgeben, entweder vor oder während der Vorbereitung auf die Prüfungen. Eine heilsame Erkenntnis: Denn wer hier schon zurückzuckt, da hätten später weder Hund noch Halter ein gutes Leben.

Fehlt also nur noch die Erweiterung der Pflicht auf andere Tiere. Denn auch Katzen, Hamster, Hasen und Kaninchen, Meerschweinchen oder Frettchen müssen allzu oft unter der Unwissenheit ihrer Halter leiden. Deren Verpflichtung zur Vorab-Information kann dazu beitragen, viel Leid zu verhindern – und Tierheime zu entlasten.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach