Kleine Kehrwoche

Frau als „Bond“ – geht das?

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Daniel Craig verkörpert im aktuellen Streifen ein letztes Mal den "James Bond" - aber wer wird sein Nachfolger? © EON / MGM

Seit einer Woche ist er zurück: Der Geheimagent James Bond – ein letztes Mal verkörpert von Daniel Craig – ermittelt wieder im Dienste ihrer Majestät. Rund um die Veröffentlichung des Films, dessen Starttermin drei Mal verschoben wurde, gab’s wieder vielerlei Unterhaltsames zu lesen – und alte Diskussionen lebten neu auf.

Allen voran steht da freilich erneut die Frage im Raum: Wer wird nach Craig der neue „James Bond“? – Dazu hat „Bond“-Produzentin Barbara Broccoli (61) in einem Interview mit der „Daily Mail“ erneut bekräftigt, dass es keine weibliche Agenten-Version geben werde, solange sie das Sagen habe. „James Bond ist eine männliche Figur. Ich hoffe, dass es viele, viele Filme mit Frauen, für Frauen, von Frauen und über Frauen geben wird.“ – Die „Bond“-Reihe sehe sie allerdings nicht als solche an.

Tatsächlich gibt es faire Argumente, warum sich die Fans, weiterhin einen Mann als „Bond“ wünschen: Männliche Zuschauer wollen den „harten Typen“ und Action-Helden. Weibliche Fans wünschen sich einen kantigen Womanizer, dessen Zauber sie für einen Film lang erliegen und sich zum Bond-Girl träumen dürfen. Beide Wünschen sind für Fans legitim und verkaufen Tickets. Eben deshalb werden die Produzenten wohl dabei bleiben.

Ich selbst habe lange argumentiert, dass Ian Fleming als Erfinder des Geheimagenten die Figur als Mann konzipiert hat. Er hat aber nie viel über dessen Leben erzählt. Das tat erst John Pearson in seiner 1973 erschienenen Biographie. Dies verleiht einer Theorie an Bedeutung, mit der einige Fans erklären, weshalb Bond seit dem ersten Film 1962 immer anders aussieht, stets jung und knackig bliebt, während seine Technik jedoch stets mit der Zeit geht: Nicht „007“ ist die Kennung des Geheimagenten, sondern „007 James Bond“. Der Mensch heißt also anders; wer aber „Agent 007“ ist, ist auch „James Bond.“

Barbara Broccoli kennt diese Theorie bestimmt – will aber Kinotickets verkaufen. Wer der neue „Bond“ wird, das wolle sie mit ihrem Halbbruder und Produzenten-Kollege Michael G. Wilson frühestens 2022 entscheiden: „Wir wollen die großartige Amtszeit von Daniel Craig würdigen, der 15 Jahre lang alles für diese Figur der Reihe getan hat.“ Jenen zieht es indes zurück an den New Yorker Broadway: Er übernimmt dort die Hauptrolle in einer Inszenierung von Shakespeares „Macbeth“ ab März 2022.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach