Kleine Kehrwoche

Gebt fein Acht!

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Die Kehrwoche hat Geburtstag und hofft, dass sowohl jetzt wie auch vor sieben Jahren der Fußball zu mehr Zusammenhalt führt, so dass sich - sportlich oder in anderen Belangen - ein Sieg feiern lässt. © Brenda Barlow / Pixabay

Am 3. Juli 2014 gab es die allererste „Kleine Kehrwoche“. Das heißt, ich habe nun das verflixte siebte Jahr hinter mich gebracht – Juhu! – und freue mich, dass die Kolumne nach wie vor bei Ihnen, liebe Leser, so viel Anklang findet. Ebenso freue ich mich über jede Rückmeldung, die ich erhalte, wenn sich jemand über eine „Kehrwoche“ gefreut hat oder etwas dazu loswerden möchte. In diesem Sinne: Gebt fein Acht – das achte Jahr startet heute!

An einem solchen Jahrestag finde ich es – speziell in einem Jahr wie diesem – beachtlich, nochmal kurz zurückzublicken, welche Themen mich damals im Juli 2014 beschäftigt haben. Damals war vor allem die Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft ein Thema – unter anderem das „schwarz-rot-goldene Wir-Gefühl“, das uns durch das Turnier und durch dessen Gewinn enger zusammenführte. In meiner ersten thematischen Kolumne am 10. Juli ging es um die Vexillologie, die Lehre von Flaggen. Und darum, dass man – wenn man schon Flagge zeigt – wenigstens die Farben des jeweiligen Landes kennen sollte.

Eine Woche später waren „wir“ dann schon Weltmeister – und das ganze Land befand sich noch im Freudentaumel. Damals erhielt ich eine tolle Leserzuschrift, in der es darum ging, wie schön es sich doch anfühlte, wenn ganz Deutschland gemeinsam stolz ist, gemeinsam Flagge zeigt, gemeinsam feiert – und wie wertvoll es für die Identität und das Wir-Gefühl sein könnte, dies bei jeder Gelegenheit wieder zu tun. Wie schön, dass es genau jetzt, zeitgleich zum Rückblick, Gelegenheit dazu gibt.

Am 24. Juli ging es im Geburtsmonat der „Kleinen Kehrwoche“ auch ums Schummeln als Indikator von Kreativität: Wer sich besonders trickreich Vorteile verschaffe, gilt in der Psychologie als erfinderisch. Im Volksmund heißt es „bauernschlau“; ich nenne es egoistisch und armselig. Denn über's Schummeln ans Ziel zu kommen geht oft auf Kosten anderer, die sich wirklich angestrengt haben. – Kreativität lässt sich auch anders ausleben.

Den Monats-Abschluss bildeten am 31. Juli Anekdoten aus der WM. Wie fröhlich und unbeschwert wir damals alle waren, wie gut es uns ging! Wenn wir uns dessen erinnern und uns danach sehnen – vielleicht fällt es uns so leichter, jetzt zusammenzustehen, die Pandemie gemeinsam vollends zu bezwingen – und dann auch diesen Sieg stolz, euphorisch, ausgelassen gemeinsam zu feiern!

Auf ein gutes achtes Jahr! Ihr Mathias Schwappach