Kleine Kehrwoche

Ist heute ein „Bier-Feiertag“?

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Weshalb nehmen manche Mitfeiernden den St Patrick's Day als "Bierfeiertag" wahr? © Piabay / JillWellington

Ich habe kürzlich ein paar Freunden gefragt, ob sie am heutigen Abend Zeit hätten, ins Kino zu gehen. Die Antwort: „Eigentlich schon, aber da ist auch ein wichtiger Bier-Feiertag!“ Schande über mein Haupt, dass ich jenes Datum im Kalender nicht längst grün markiert habe. Aber tatsächlich habe ich den Sinn und Zweck eines St. Patrick’s Day außerhalb Irlands nie ganz verstanden.

Wohlgemerkt: Das ist keine Kritik an dem Feiertag! In Irland, wo der Bischof Patrick von Irland einst an einem 17. März – ob 461 oder 493 nach Christus ist unklar – verstarb, da macht die Feier Sinn. Schließlich hat dieser einen Ehrenplatz im Heiligenkalender der römisch-katholischen Kirche sowie dem der anglikanischen „Church of Ireland“: St. Patrick kam als erster Missionar auf die grüne Insel und erläuterte den Heiden die Dreifaltigkeit am Beispiel eines dreiblättrigen Kleeblatts. Daher gilt St. Patrick als Schutzpatron und Nationalheiliger der Iren, sein Tag ist „grün“ und das Kleeblatt dessen Symbol.

Als Export schaffte es der St. Patrick’s Day quasi überall dorthin, wohin die Iren einmal auswanderten. Hier wie dort hat sich der ursprünglich religiöse Feiertag zunehmend säkularisiert – und ist heute vor allem geprägt durch bunte Festumzüge und anschließende Partys in den Bars und Irish Pubs; letztere gleichfalls ein Exportschlager der Iren. Der St. Patrick’s Day wird am 17. März vor allem dort groß gefeiert, wo viele irischstämmige Leute leben: in großen Städten der USA – New York, Boston, New Orleans, Chicago –, ebenso in Australien, Kanada, Neuseeland oder Südafrika; vor allem in Irish-Pubs.

Wer einen solchen Pub hier in der Gegend kennt, der wird dort am heutigen Abend sicherlich auch feiern können. Zumal die Lieferanten solcher Pubs – zwei populäre irische Biermarken – oft „alle Rekorde brechen“ bei der Produktion von Merchandise, und den Feierdurst derart anheizen, dass es oftmals schon fast den „Kenny killt“.

Dass der 17. März bei (Nicht-)Iren mitunter als „Bier-Feiertag“ wahrgenommen wird, mag womöglich an eben jenen Pub-Events liegen, die von den Bierbrauern fast genauso gut für sich eingenommen wurden, wie Santa Claus von Coca Cola. Dass man für Patrick gepflegt einen heben darf, derweil der Claus brav „amerikanisch alkoholfrei“ bleibt, mag mit ein Grund sein, weshalb „Irish-Americans“ ihren Festtag umso euphorischer pflegen.

Happy St. Patrick’s Day! Ihr Mathias Schwappach