Kleine Kehrwoche

Läuft bei dir!

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Wenn beim Liebesspiel Handschellen zum Einsatz kommen, dann empfiehlt es sich, den Schlüssel irgendwo in der Nähe zu behalten. © Pixabay

Der Titel der heutigen Kolumne ist der Jugendsprache entlehnt und könnte „übersetzt“ so viel bedeuten wie: „Bei dir läuft es ja so richtig gut!“ Mit abgedeckt sind dabei aber auch Situationen, die einer gewissen Ironie nicht entbehren – so wie mitunter auch die eine oder andere der heute nacherzählten Meldungen. Wenn’s mal so richtig läuft, dann läuft’s halt. Oder eben auch nicht.

Richtig gut lief es zunächst mal bei einem achtjährigen Jungen aus Boise im US-Staat Idaho. Bereits kurz vor Weihnachten hatte Dillon Helbig heimlich ein handgeschriebenes rotes Notizbüchlein, worin er seine Weihnachtsabenteuer erzählt, in die Regale der städtischen Bücherei geschmuggelt. Die Bibliothekare entdeckten das „Kuckucks-Buch“, waren aber von dem Werk „Die Abenteuer von Dillon Helbigs Weihnachten“ so sehr angetan, dass sie es prompt in den Bestand der Bibliothek mit aufnahmen. Das Glück ist eben mit den Tüchtigen!

„Das war schon ungezogen“, räumte Dillon später im Gespräch mit der„Washington Post“ ein. Das Ergebnis sei aber „ziemlich cool“. Er erhielt eine Auszeichnung und das Lokal-Radio berichtete über ihn. Seither stehen zudem die Menschen Schlange in der Bücherei, wo die Geschichten über Dillon – wie er zurück zum ersten Erntedankfest reist oder auch zum Nordpol – höchst beliebt sind. Die Warteliste ist lang! – Ein weiterer Band mit neuen Abenteuergeschichten ist schon in Vorbereitung.

Abenteuerlich war auch die Reise einer Zahnprothese, die nach elf Jahren zurück zu ihrem Besitzer fand. Der 63-jährige Paul Bishop hatte sein Gebiss nach einer feuchtfröhlichen Nacht im spanischen Ort Benidorm verloren. Das war bereits 2011: Vor einer Mülltonne hatte sich der Brite „alles nochmal durch den Kopf gehen lassen“, dabei war das Gebiss wohl mit herausgefallen. Gefunden wurde es nun auf einer Müllkippe in Spanien. Anhand einer DNA-Analyse konnte es Bishop zugeordnet werden – und wurde sodann per Post zurück geschickt.

Weniger gut war’s gelaufen für einen 31-Jährigen, der bei einer Polizeiwache in München klingelte, seine mit Handschellen gefesselten Hände vorzeigte und darum bat, befreit zu werden. Die Fesseln hatte er sich beim Liebesspiel von einer Dame einvernehmlich anlegen lassen. Mit Schlüssel und Flex konnte er befreit werden. Diese Geschichte dürfte bald noch manchen Zuhörer „fesseln“.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach