Kleine Kehrwoche

Leider völlig uncool

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Cool aussehen beim Corona-Schnelltest? - Schwierig, schwierig! © Alexandra Koch / Pixabay

Es gibt diese Situationen, wenn man selber oder auch Mitmenschen Dinge tun, dies betont lässig vollziehen, dabei aber leider absolut uncool aussehen. Bestimmte Dinge, die kann man einfach nicht „cool“ ausführen. Für diese These möchte ich heute ein paar Beispiele präsentieren.

Kürzlich war ich mit dem Auto unterwegs. Auf einer Landstraße überholte ich einen Motorradfahrer, der auf einem Mini-Bike unterwegs war; also einem sehr kleinen Motorrad, das in der Größe womöglich auf einen Zehnjährigen gepasst hätte. Diese Altersschwelle hatte der Fahrer aber augenscheinlich längst hinter sich. Er saß in seiner Lederkombi und höchst umständlich gefaltet auf diesem Bike, hatte noch eine Hand in die Hüfte gestemmt – und obwohl er sicherlich alles richtig gemacht hat, war der Anblick zum Schmunzeln. Cooler Biker? Easy Rider? – Leider nein, aber danke fürs Mitspielen.

Bei einem Event mit Freunden gab es die Bitte an alle, bevor man nun alle begrüßen und einander umarmen würde, doch bitte noch schnell einen Corona-Schnelltest durchzuführen. Die Tests waren vor Ort vorhanden. Es gab eine Außenterrasse, wo sich alle in Ruhe bei Frischluft testen konnten. Also das Risiko ging gegen Null. Und so sehr ich das auch befürworte und als vernünftig und sinnvoll empfinde: Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein, wie wir da in gebotenem Abstand zueinander saßen, immer etwa bis zu zwölf Leute, mit einem Wattestäbchen beiläufig in der Nase rührend und uns Mühe gaben, durch Small-Talk dieses Bild zu überspielen. Gemeinsam stellten wir fest: Einen Corona-Test selbst ganz lässig und betont cool ausführen? – Geht so nicht.

Ein letztes Beispiel aus einem Freizeitpark: Dort kenne ich jemanden, der da in einem Maskottchen-Kostüm arbeitet: Jene überdimensionierten, schweren Plüsch-Monster-Anzüge – in denen es oft ziemlich heiß wird. Jedenfalls vereinbarten wir per Textnachricht ein Treffen nach Ende seiner Maskottchen-Schicht; irgendwo hinter den Kulissen, um sein Inkognito nicht vor Parkgästen zu enthüllen. Er nahm also seinen Kopf ab – den vom Kostüm natürlich! – und stand dann da: bis zum Hals Fantasie-Figur, darüber ein roter, verschwitzter Kopf. Es sah lustig aus, wie er in dieser Montur lässig und lächelnd an der Gebäudewand lehnte – allein auf der Coolness-Skala blieb der Wert eher bescheiden. Naja, es gibt Situationen, da ist das vermutlich auch gar nicht so wichtig.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach