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Lesung verschoben: Württembergs Juden – Erinnerung an den Beginn der Deportation

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Am Morgen des 1. Dezember 1941 verließ ein Personenzug Stuttgart : 1.000 württembergischen Jüdinnen und Juden, darunter auch Zwangsdeportierte aus dem Gebiet des heutigen Rems-Murr-Kreises, fuhren ihrer Ermordung entgegen. In Erinnerung an die Schreckenstage vor 80 Jahren liest der Oberroter Autor Titus Simon ein auf das Thema ausgerichtete Programm aus seinem Roman „Hundsgeschrei". © Titus Simon
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Duo Chawwerusch
Das Duo Chawwerusch lässt typisch jüdische Musik erklingen. © Pressebild

Backnang. Erinnern und Mahnen – in Erinnerung an den Beginn der Deportation der württembergischen Juden vor 80 Jahren wollte der Oberroter Autor Titus Simon am Mittwoch, 1. Dezember, um 19 Uhr im Helferhaus in Backnang aus seinem Roman „Hundsgeschrei“ lesen. Aufgrund der neuen Corona-Bestimmungen wird die Lesung auf das kommende Frühjahr verschoben.

Den musikalischen Teil dieser Veranstaltung übernimmt voraussichtlich das „Duo Chawwerusch“. Die ebenfalls in Oberrot lebenden Künstler Karl-Heinz Loske (Gitarre und Gesang) und Ulrike Narciss (Cello) haben sich zur Aufgabe gemacht, mit ihrer Liedauswahl an die einstmals breite und unverwechselbare Vielfalt, die Poesie und Freigeistigkeit der jüdischen Musikkultur zu erinnern.

Am Morgen des 1. Dezember 1941 verließ der Personenzug DA 33 den Stuttgarter Güterbahnhof am Nordbahnhof. Die ersten 1.000 württembergischen Jüdinnen und Juden, darunter auch Hohenloher und Zwangsdeportierte aus dem Gebiet des heutigen Rems-Murr-Kreises, fuhren ihrer Ermordung in Riga entgegen.

Das Sammellager befand sich auf dem Killesberg

In den Tagen zuvor wurden die Menschen in ihren Wohnorten zusammengetrieben und dann – oftmals mit „Sonderwagen“, die an regulär verkehrende Züge angehängt wurden – nach Stuttgart und dort in das Sammellager auf dem Killesberg gebracht.

Sieben weitere große Verschleppungen aus Württemberg, systematisch organisiert in der Gestapozentrale im Stuttgarter „Hotel Silber“, folgten zwischen dem 26. April 1942 und dem 11. Januar 1944.