Kleine Kehrwoche

Lieber verlässlich einkaufen

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Schäppchen-Jäger in Lauer-Stellung - aber kann man denn am "Black Friday" wahrhaftig Schnäppchen machen? © Pixabay

Bei der Kaffeemaschine sind Wasser und Bohnen nachgefüllt, der Laptop steht als Backup neben dem Desktop, die Batterien in der Funkmaus sind gewechselt – es kann losgehen. Morgen ist „Black Friday“, die Schnäppchen springen einem aus jeder Ecke des Internets mit Anlauf ins Gesicht. Wobei ... sind das wirklich Schnäppchen?

Der „Black Friday“ stammt aus Amerika und findet jedes Jahr am vierten Freitag im November statt. In den USA ist es der Tag nach „Thanksgiving“ (das ist heute). Viele Amerikaner nutzen diesen, um erste Weihnachtseinkäufe zu erledigen. Warum dies mit dem Farb-Code „black“, also „schwarz“, versehen wird, ist nicht eindeutig belegt: Vielleicht kommen die Händler von den roten in die schwarzen Zahlen? Oder sie haben schwarze Hände vom vielen Geld zählen? Oder geht es dabei – wie durch Bonnie Taylor-Blake von der „American Dialect Society“ 1966 recherchiert – um eine schwarz anmutende Masse von Menschen, die durch die Straßen zieht?

Letzteres gilt als recht wahrscheinlich, weil das Bild an den Börsencrash in New York von 1929 erinnert, als sich eben jene aufgewühlten Massen durch die Straßen hin zu den Banken wälzten, um von ihrem Ersparten zu retten, was nicht mehr zu retten war. Und so lässt sich die Brücke zum Shopping-Wettlauf schlagen: schnell sein, nicht zögern, Geld sichern, alle auf eins und jeder für sich.

Wer beim Black Friday tatsächlich Schnäppchen machen will, sollte dennoch nichts überstürzen. Bei den reinen Internet-Händlern wird mit vielen Tricks gearbeitet: Uhren, die runterticken; Vergleichspreise, die längst nicht mehr aktuell sind; knappe Stückzahlen, die so nicht zutreffen. Laut Statistik sinken die Preise tatsächlich bei den Online-Riesen im Durchschnitt nur um vier Prozent. Und das auch nur bei Ladenhütern und Altbeständen.

Am besten fährt man stets, wenn man die Preise für ein Wunschprodukt eine Weile beobachtet und somit Vergleiche hat. Ich schaue zu Aktionswochen und -tagen gerne bei meinen Stamm-Anbietern rein, um zu sehen, ob sie einen Artikel, den ich schon länger haben will, zur Aktion reduziert haben. Vorteile: Verlässliche Angebote ohne Hintertürchen, man kennt die Händler, jene bürgen mit ihrem guten Namen und Ruf – und ich bekomme genau das, was ich haben will. Ohne Countdown, ohne Fake – einfach gute Ware von verlässlichen Händlern.

Erfolgreiche Einkäufe wünscht Mathias Schwappach