Kleine Kehrwoche

Menschheit schafft sich ab (20)

1/2
Flugzeug
Flugzeug im Landeanflug © Pixaybay WZ-digital-photography
2/2
SchwappachM10
Portrait Mathias Schwappch fuer Kehrwoche. © Ralph Steinemann Pressefoto

Schwupps, schon hat auch diese Reihe die „Twens“ erreicht. Einerseits freut es mich, wenn sich eine Reihe in der Kolumne so lange bewährt. Auf der anderen Seite ist es jedoch schon auch ein wenig erschreckend, dass es gerade unter dieser Headline so viel neuen Stoff gibt.

Heute beginnen wir mit der Idee eines Umzugs-Teams aus Steinheim, das ein Sofa nicht mühsam durch’s Treppenhaus bugsieren wollte. Also beschlossen die vier Männer, das Sofa vom Balkon herab abzuseilen – was aber gründlich misslang. Der Balkon war dem Gewicht der vier Männer plus Sofa nicht gewachsen – und klappte ganz plötzlich zur Hauswand. Die vier Männer stürzten ab und zogen sich Verletzungen zu. Weshalb der Balkon nachgab, muss noch ermittelt werden. Nachdem jedoch Balkone auch ganz gerne mal unter Whirlpools nachgeben, sei doch dringend empfohlen, im Zweifel dann doch lieber auf besondere Einfälle und Lösungen zu verzichten.

Bei der nächsten Geschichte wären die Beteiligten sicherlich froh gewesen, wäre es zu einer „Landung“ gekommen. Diese blieb einer Maschine der Lufthansa-Tochter Eurowings, die Ende Mai ihren Betrieb wieder aufgenommen hatte, allerdings verwehrt. Als der Airbus A320 in Düsseldorf abhob und die ersten Urlauber nach Sardinien bringen sollte, übersahen die Planer ein winziges, aber wichtiges Detail: Der Zielflughafen Olbia an der Costa Smeralda war noch gar nicht wieder geöffnet. Der Flieger musste umkehren, die Passagiere wurden umgebucht. Jedweder Spott für die Airline ist berechtigt: Wie Planerübersehen können, bleibt ein Rätsel.

Zuletzt noch die Meldung des südkoreanische Fußball-Erstligisten FC Seoul, der in der Krise nicht vor leeren Rängen spielen und ein „Element des Spaßes“ hinzufügen wollte – jedoch versäumte zu kontrollieren, wer oder was dann dort auf den Zuschauerplätzen saß. Es waren auf jeden Fall Puppen, die Schilder hoch hielten und Trikots trugen. Im Nachhinein wäre es ratsam gewesen, jene nochmal genauer in Augenschein zu nehmen, gab man beim Verein zu: man habe nicht „jedes installierte Detail“ geprüft. Und so kam es, dass da nicht – wie erwartet – Schaufensterpuppen saßen, sondern stattdessen Sex-Puppen. Einige davon trugen sogar Werbung mit Verweisen auf nicht jugendfreie Produkte. Das Bild der Puppen ging viral; der Verein entschuldigte sich kleinlaut für den Faux-Pas.Schuss ging „an die Latte“.

Freundliche Grüße, Ihr Mathias Schwappach